Laut ZDF-Politbarometer
Joschka fällt in Wählergunst weiter zurück

Der wegen der Visa-Affäre und des Streits über die Gedenkpraxis für ehemalige Diplomaten unter Druck stehende Außenminister Joschka Fischer ist in der Wählergunst weiter zurückgefallen.

HB BERLIN. Nach dem am Freitag veröffentlichten jüngsten ZDF-Politbarometer sackte der Grünen-Politiker, der drei Jahre lang die Position als beliebtester deutscher Politiker gehalten hatte, hinter Bundeskanzler Gerhard Schröder auf den vierten Platz ab. In der März-Umfrage hatte Fischer noch auf Platz zwei gelegen. Populärster Politiker ist wie im Vormonat der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff von der CDU, gefolgt von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD). Schröder verbesserte sich auf den dritten Platz.

48 Prozent der für das ZDF befragten Wahlberechtigten gäben Fischer die Schuld an der Visa-Affäre, 35 Prozent hätten dagegen eine persönliche Verantwortung des Außenministers verneint, hieß es weiter. Die Opposition wirft Fischer vor, durch die Liberalisierung bei der Visa-Vergabe vor allem durch die deutsche Botschaft in der Ukraine den Weg freigemacht zu haben für Schleuser, Schwarzarbeiter und Zwangsprostituierte. Den Vorwürfen geht auch ein Untersuchungsausschuss des Bundestags nach, der Fischer am 25. April vernehmen will. Von der Fernsehübertragung seiner Aussage erhofft sich die Koalition einen Ansehensgewinn.

Auch die Grünen als Partei haben an Zustimmung bei den Wählern verloren. Sie sackten bei der Sonntagsfrage um einen Punkt auf neun Prozent ab. Ihr Koalitionspartner SPD würde wie im Vormonat auf 31 Prozent kommen, wenn der Bundestag am Sonntag neu gewählt würde. Dagegen konnte die Union um einen Punkt auf 43 Prozent zulegen, während die Werte für FDP und PDS mit sechs beziehungsweise fünf Prozent unverändert blieben. Damit ergibt sich für Union und FDP ein Vorsprung von neun Punkten auf SPD und Grüne.

In einer in dieser Woche veröffentlichten Forsa-Umfrage hatten SPD und Grüne noch schlechter abgeschnitten. Forsa hatte bei der so genannten Sonntagsfrage für die SPD 28 Prozent ermittelt, für die Grünen acht Prozent. CDU und CSU würden demnach 46 Prozent erhalten, während die FDP mit sieben Prozent rechnen könne. Für die PDS würden fünf Prozent der Wahlberechtigten stimmen.

Für das Politbarometer befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen vom 12. bis 14. April 1 280 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in ganz Deutschland. Die Fehlertoleranz bei den großen Parteien beträgt 2,7 Prozentpunkte, bei den kleineren 1,4 Prozentpunkte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%