Laut Zeitungsbericht
Gewerkschaften wollen wohl Engelen-Kefer loswerden

Die DGB-Gewerkschaften wollen laut einem Zeitungsbericht ihre stellvertretende Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer loswerden. Die „Welt“ berichtete, alle Vorsitzenden der im Deutschen Gewerkschaftsbund vertretenen Arbeitnehmerorganisationen seien sich einig, dass die 62-Jährige auf dem Bundeskongress im kommenden Mai nicht mehr kandidieren solle.

HB FRANKFURT. Als Grund wurde das Alter Engelen-Kefers genannt. Weder DGB noch die Einzelgewerkschaften wollten den Bericht bestätigen.

„Irgendwann ist Schluss“, zitiert die Zeitung einen hohen Gewerkschaftsfunktionär. Engelen-Kefer wird im kommenden Juni 63 Jahre alt. Sollte sie im Mai erneut zur DGB-Vizechefin gewählt werden, würde sie zur Mitte ihrer vierjährigen Amtszeit die bisher bei den Gewerkschaften übliche Altersgrenze von 65 Jahren erreichen. „Wir können nicht gegen die Rente mit 67 sein, wenn unser eigenes Spitzenpersonal in dem Alter noch arbeitet“, zitiert die Zeitung einen Gewerkschafter.

Engelen-Kefer selbst denkt dem Bericht zufolge darüber nach, ob sie erneut antreten wird, und will demnach in Kürze eine Entscheidung treffen. Beim DGB hieß es dazu, es sei immer klar gewesen, dass sich diese Frage „am Ende des Jahres klären“ werde.

Zu dem Zeitungsbericht wollte sich der DGB nicht äußern. Auch die meisten Einzelgewerkschaften erklärten, man werde den Bericht nicht kommentieren. Die Sprecherin der IG BAU, Sigrun Heil sagte, man wolle nicht über die weitere Personalsituation spekulieren, die derzeitige Diskussion um das Renteneintrittsalter spreche aber für eine Verjüngung im Vorstand.

Am (morgigen) Dienstag trifft sich der DGB-Bundesvorstand, dem sowohl die engere DGB-Spitze als auch die einzelnen Gewerkschaftschefs angehören, zu einer turnusmäßigen Sitzung in Berlin. Laut „Welt“ soll es in diesem Rahmen nochmals ein Gespräch mit Engelen-Kefer geben. Die Zeitung schreibt, neben der Altersfrage wollten zudem einige progressive Gewerkschaftsführer Engelen-Kefer nach 16 Jahren im DGB-Bundesvorstand loswerden, da ihr das Image der Neinsagerin und Bewahrerin des traditionellen Sozialstaates anhänge.

Die promovierte Volkswirtin Engelen-Kefer gilt als Expertin in den Bereichen Arbeitsmarktpolitik sowie nationale und internationale Sozialpolitik. Sie ist zudem Mitglied im SPD-Vorstand und im Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit. Von 1984 bis 1990 war sie Vizepräsidentin der damaligen Bundesanstalt für Arbeit.

Bereits vor knapp vier Jahren war im Zuge der Affäre um geschönte Erfolgsbilanzen der Arbeitsämter versucht worden, Engelen-Kefer kaltzustellen. Damals hatte es geheißen, ihr sollten nach der Wiederwahl zur DGB-Vizevorsitzenden Zuständigkeiten entzogen werden. Sie war allerdings im Mai 2002 mit großer Mehrheit wiedergewählt worden und hatte auch ihre Aufgabenbereiche behalten.

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