Schnellwarnsystem soll Fleischpanscher stoppen

Lebensmittelbetrug
Schnellwarnsystem soll Fleischpanscher stoppen

Die EU-Staaten wollen heute über die Einführung europaweiter Tests von Rindfleischprodukten entscheiden. Verbraucherschützern geht das nicht weit genug.  Sie fordern, härter gegen Täuschungsdelikte vorzugehen.
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BerlinDer Chef der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV), Gerd Billen, hat als Konsequenz aus dem Pferdefleisch-Skandal ein Schnellwarnsystem für Verbrauchertäuschung gefordert. Die bisherigen Vorschläge der EU-Kommission seien lediglich eine kurzfristige Maßnahme, die es den Behörden ermögliche, Fakten für ein Gesamtbild der Situation zusammenzutragen. „Dann muss die EU auch langfristig die Weichen stellen, um die Lebensmittelüberwachung in Europa zu verbessern“, sagte Billen Handelsblatt Online.

Es dürfe nicht nur dann „beherzt“ gehandelt werden, wenn gesundheitliche Beeinträchtigungen zu befürchten seien. Auch Täuschungen verstießen gegen geltendes Recht und müssten von der Lebensmittelüberwachung „energisch“ verfolgt werden, sagte Billen weiter.

Dazu gehöre auch, dass Informationen über Täuschungen über „Schnellwarnsysteme“ zügig verbreitet werden. „National und in anderen europäischen Mitgliedsstaaten wäre es sinnvoll eine Plattform für Täuschungen analog zur Seite www.Lebensmittelwarnungen.de aufzubauen“, schlug Billen vor. „So könnten sich die nationalen Überwachungsbehörden schneller über Täuschungsdelikte informieren, und die Öffentlichkeit hätte auch den zügigen Zugang zu diesen Daten im Falle eines Skandals.“

Der europäische Pferdefleisch-Skandal zieht derweil immer weitere Kreise: In Deutschland sind mehrere Bundesländer und Unternehmen von dem Lebensmittelbetrug betroffen. Nach der Metro-Tochter Real entdeckte auch die Supermarktkette Edeka Pferdefleisch in Fertiggerichten, die eigentlich nur Rind enthalten sollten. Tausende Lasagne-Packungen verschwanden aus den Kühlregalen.

Vor diesem Hintergrund wollen heute die EU-Staaten über die Einführung europaweiter Tests von Rindfleischprodukten entscheiden. Mit Gentests sollen die Aufsichtsbehörden feststellen, ob es sich bei den Proben um falsch deklariertes Pferdefleisch handelt. Außerdem soll Pferdefleisch auf Rückstände des Medikaments Phenylbutazon untersucht werden. Das Mittel wird bei Pferden gegen Entzündungen oder zum Doping eingesetzt, darf aber nicht in Nahrungsmitteln enthalten sein. Die EU-Kommission hatte die Tests bei einem Treffen einiger besonders betroffener europäischer Staaten am Mittwoch vorgeschlagen. Wenn die Ländervertreter sie bei ihrem Treffen beschließen, könnten die Untersuchungen im März beginnen.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) erklärte zu den geplanten Tests: „Nur mit flächendeckenden Tests und einem europaweit einheitlichen Vorgehen werden wir das tatsächliche Ausmaß dieses Falls erfassen können.“ Sie forderte die Justizbehörden in Deutschland zu Ermittlungen auf: „Wir haben es offenbar mit einem bislang einmaligen Fall von Verbrauchertäuschung zu tun.“

Kommentare zu "Schnellwarnsystem soll Fleischpanscher stoppen"

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  • Jetzt kommt die Katze aus dem Sack! Wir brauchen unbedingt! Ein "Schnellwarnsystem für Verbrauchertäuschung" Also eine weitere Überwachungsbehörde, weitere Instanz, weitere Fresser die nichts produzieren außer Frust und Kosten. Das wird wie bereits bestens erprobt eingeführt in folgenden Schritten.
    1. Aus eine Mücke einen Elefanten aufblasen
    2. Im Mückengehirn einen gefährlichen Stoff (oh Gott Chemikalie!) finden
    3. Völlig aus dem Zusammenhang gerissen ohne die Dosis zu berücksichtigen tagelang über die Gefährlichkeit dieses Stoffes spekulieren
    4. Experten untersuchen nun alles auf diesen Stoff
    5. Alle sind in solche Angst und Panik versetzt und finden es gut dass endlich was gegen solche flächendeckende Volksvergiftung vorgegangen wird.
    6. Alle finden es gut eine solche weitere Behörde zu bezahlen.
    7. Gewonnen, Behörde einrichten und mit immer mehr Kompetenz (Überwachungsrechten) ausstatten
    8. Der nächste Schritt zur globalen Überwachung und zum Bürokratismus ist getan.
    9. Gras über die Sache wachsen lassen und neuen „Skandal“ vorbereiten
    10. Beginne bei Punkt 1.

  • Der wirkliche Skandal wird von Politik und Medien verschwiegen, und das ist die Billigfleischfresserei der Menschen. Aufklärung und pädagogische Maßnahmen könnten hier weiterhelfen, aber das würde der Tierquäler-Agrarmafia nicht gefallen.

  • Sie wissen anscheinend wovon Sie reden. In den Behörden breitet sich sogar ein "Controling-Wahn" aus. Inzwischen steht jedem Beamten ein Controler-Beamter vor, das System arbeitet nicht mehr sondern "controld" sich selber.

  • Alles Gute kommt aus dem sozialistischen Krankreich.

  • Ihr Billigfleischfresser, ihr Quälgeister der Schöpfung- ihr fresst euch bald selber auf und merkt es nicht einmal. Guten Appetit!

  • Ach ist das schön gemütlich in den Räumen der Behörde (Verbraucherschutzministerium).

    Nur Wellness, kein Stress, gute Bezahlung und ein sehr gute Pension.
    Wir brauchen dringend jetzt noch eine in Brüssel.

  • Die Lebensmittelüberwachung in Deutschland ist gescheitert. Wie das andernorts ist, ist mir weitgehend egal!
    Also muß das System geändert werden - radikal, und gegen die Lobbyverbände. und genau da liegt das Problem!
    Die Strafen muüßten massiv auf die Firmeneigner durchgreifen. Mehrjährige Haftsrafen als untere Grenze für gefährliche Panscherei. Und schon wäre das Problem gelöst, weil sich jeder Unternehmenseigner genau überlegen würde, ob er in den Knast will!

    Eigentum verpflichtet, auch das an einem Lebensmittelverarbeitenden Unternehmen! Solange die Gier der Unternehmer größer ist, als jede Moral, müssen drakonische Strafen her.

  • "Billigfleischfresserei der Menschen"
    Mag sein, aber zei Dinge stehen dieser Kritik entgegen: Zum einen haben wir immer mehr Menschen in Deutschland, die mit Dumpinglöhnen auskommen müssen - da muß das billigste gekauft werden.
    Zum anderen garantiert ein hoher Preis keine gute Qualität. Zwischen Preis und Qualität gibt es keine Beziehung.
    Der Skandal betraf Lasagne nicht bei Aldi und Lidl, sondern bei Edeka!

  • Vor einem Jahr wurden doch italienische Lebensmittel in Rumänien mit einem falschen Bio-Zertifikat ausgestattet und dann u.a. nach Deutschland geliefert - wieso hat man da eigentlich nie gehört welche Marken/Händler betroffen waren? Was wird unternommen, um so etwas zukünftig zu verhindern?

  • @ Alex,
    eine Offenlegung war und ist nicht opportun.
    Wer bewusst falsch Etikettiert begeht eine Straftat.
    Warum wird einer solchen Person/Firma nicht die Befähigung ntzogen sich als Produzent/Verteiler/usw weiterhin zu betätigen?
    Das wäre konsequent.
    Warum mus der Steuerzahler Beprobungen bezahlen und nicht der Manipulateur?
    Würde solchen Organisationen die Grundlage enzogen sich durch Manipulation zu bereichern, wäre dies ein Fortschritt - aber das ist politische nicht gewollt.

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