Lebensmittelverschwendung
Ilse Aigner startet Aktion in Discountern

Jedes achte eingekaufte Lebensmittel landet im Müll. Eine enorme Verschwendung. Eine Kampagne des Verbraucherministeriums will gegensteuern. Mit im Boot: Die Landfrauen und der Discounter Penny.
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KölnVerbraucherministerium und Landfrauenverband haben gegen die massive Verschwendung von Lebensmitteln eine bundesweite Aktion in Discountern gestartet. Rund elf Millionen Tonnen Nahrungsmittel landeten in Deutschland jährlich im Müll, sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) am Donnerstag zum Auftakt einer Info-Kampagne in einem Penny-Markt in Köln. „Das wollen wir deutlich verringern“. Der Verbraucher habe einen großen Anteil an der Verschwendung.

Bis 8. Juni wollen die Landfrauen Konsumenten in Märkten der Rewe-Konzerntochter unter anderem auch in Berlin, Hamburg und München beraten, wie sie unnötige Lebensmittelabfälle mit richtigem Einkauf, gezielter Lagerung und Zubereitung vermeiden können.

Aigner hatte vor gut einem Jahr die Kampagne „Zu gut für die Tonne“ gestartet, um Verbraucher zu sensibilisieren - und zog nun eine positive Zwischenbilanz. In der Gastronomie würden auch kleinere Portionen angeboten, Großküchen etwa in Kliniken seien sensibilisiert, der Handel beteilige sich an der Aufklärung. Rund 50 Prozent der Bevölkerung haben Aigner zufolge von der Kampagne gehört - und 25 Prozent unter ihnen gaben bei einer Umfrage an, dass sie ihre Lebensgewohnheiten bereits umgestellt haben.

Deutschland werde alles daran setzen, um das EU-weite Ziel zu erreichen, die Menge der unnötigen Lebensmittelabfälle bis 2020 zu halbieren, sagte Aigner. Der Verbraucher sei ethisch verpflichtet, sorgsam mit Nahrungsmitteln umzugehen, sollte daran aber auch ein finanzielles Interesse haben. Denn: Ein Vier-Personen-Haushalt werfe im Schnitt Lebensmittel im Wert von über 900 Euro pro Jahr weg.

In den Märkten von Rewe und Penny werden nach Angaben von Konzernvorstand Jan Kunath ein Prozent der Lebensmittel nicht verkauft. „Diese führen wir den Tafeln zu oder entsorgen sie, wenn sie verdorben sind.“ Dass Lebensmittel hierzulande preiswert sind, dürfe nicht dazu führen, dass sie weiter massenweise im Müll landeten.

Tatsächlich wird aber jedes achte eingekaufte Lebensmittel weggeworfen. Pro Kopf schmeißt jeder Verbraucher knapp 82 Kilogramm jährlich weg, etwa zwei Drittel davon wären noch genießbar gewesen, wie eine Studie im Auftrag des Ministeriums 2012 ergeben hatte. Industrie, Handel und Großverbraucher wie Restaurants und Kantinen eingerechnet, werden jedes Jahr elf Millionen Tonnen Lebensmittel entsorgt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Lebensmittelverschwendung: Ilse Aigner startet Aktion in Discountern"

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  • denke doch mal genau über Deine Sätze nach .....Du hast wirklich noch nicht erfasst um was es hier eigentlich geht ...
    Gruß Udo ein Tafel Mitarbeiter

  • Haha..das ist fast so komisch,wie Altmeiers
    erster Vorschlag,Beratungsstellen für Stromminderung
    einzurichten.
    So werden wir auf kommende schlechte Zeiten eingestellt.
    Wenn das die Lösungen sein sollen,welche die Politik
    noch anzubieten hat,dann löst den Laden auf.
    Reicht schon,in meiner Lieblingsgaststätte nicht
    mehr rauchen zu dürfen.
    Essen aus der Tonne,wohnen in der Tonne und zum warm
    halten,nen dicken Pullover aus der Kleidersammlung.

  • @fressberg

    Vollkommen richtig Ihr Kommentar.

    Falsche Anreize wie Subventionen führen nicht nur zur teureren Lebensmitteln, Verschwendung, Produktion für den Müll, Verbrennen von Lebensmitteln zu Heizzwecken oder Stromerzeugung uvm.

    Dafür erhält die Landwirtschaft 420 Milliarden Euro, die die Steuerzahler aufbringen müssen.

    Ein landwirtschaftlicher Betrieb, der 250 ha (eigene und dazugepachtete) Ackerfläche bewirtschaftet, erhält ca. 100.000 Euro vom Steuerzahler. Leicht verdient und ohne Arbeitseinsatz.

    Des weiteren zerstören wir mit unserem Export beispielsweise von Geflügelfleisch (alles ausser dem Brustfleisch) in die Dritte Welt, deren heimische Tierproduktion. Folge dieser ebenfalls subventionierten Handelspolitik sind die Zerstörung von kleinbäuerlichen Existenzen, Armut, Hunger...

    Prinzipiell macht Frau Aigner dass, was sie immer macht. Aktionismus, medienwirksamen Auftritt aber erreicht hat sie nichts. Das die Landfrauen da mitmachen, kann man gut nachvollziehen. Lenken sie aller zusammen doch von der Subventionspolitik und dem eigentlichen Verursacher der Lebensmittelmüllberge gezielt ab.

    Fragen Sie mal Ihren Bauern von nebenan, wieviel er an Subventionen bekommt. Setzen Sie sich aber vorher hin!

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