
DÜSSELDORF. Als Deutschland im Mai mit dem Verbot von hochspekulativen Leerverkäufen vorpreschte hagelte es viel Kritik. Auch EU-Kommissar Michel Barnier stimmte damals in den Chor der Kritiker ein und mahnte, "regulatorische Willkür und eine Aufsplitterung innerhalb der EU und global" müsse verhindert werden. Das unerwartete Verbot schickte eine Schockwelle durch die internationalen Finanzmärkte.
Die Unruhe veranlasste die EU über ein europäisches Regelwerk nachzudenken, um Alleingänge zu vermeiden. Barnier verwies damals darauf, dass die Kommission bereits eine Arbeitgruppe eingesetzt habe und dass er binnen weniger Wochen Empfehlungen für Leerverkaufs-Regelungen vorlegen werde. Einen formellen Vorschlag der Kommission werde es aber erst im Oktober geben.
Zuvor holte Barnier die Expertise des Internationalen Währungsfonds (IWF) ein. Am Montag veröffentlichten die Währungshüter ihren Bericht - mit einem für Deutschland wenig erfreulichen Ergbnis. Nach dem Verbot habe sich an der Börse „die Effizienz und die Qualität der Märkte deutlich verschlechtert“. Und: Auch ein künftiges europaweites Verbot werde nur wenig positive Effekte bringen. Die Wahrscheinlichkeit sei sehr hoch, dass mit Finanzinnovationen auch ein solch großflächiges Verbot umgangen werde.
"Finanzaufsicht muss Missbrauch verhindern"
Unterstützung findet die IWF-Kritik beim Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, der für eine Rücknahme der Verbots-Entscheidung plädierte. „Das Verbot von ungedeckten Leerverkäufen war ein Fehler und die Entscheidung ausschließlich der politischen Stimmungslage vor er Abstimmung über das Euro-Rettungspakt von 750 Mrd. Euro geschuldet“, sagte Hüther Handelsblatt Online. Mit dem Verbot würden die Pessimisten im Finanzmarkt in ihrer Handlungsmöglichkeit beschränkt, kritisierte der IW-Chef. „Dadurch neigt der Markt zu einer zu optimistischen Preisbildung, Preisblasen drohen.“ Dabei sei es „Basiswissen der Finanzmarktökonomik, dass funktionsfähige Märkte solche Instrumente wie Leerverkäufe erfordern“, betonte Hüther.
Zudem würden durch das Verbot die eigentlichen Probleme nicht gelöst. „Es bedarf einer starken und unabhängigen Finanzaufsicht, um Missbrauch, Manipulation und Ausbeutung zu verhindern - gerade auch bei Finanzinnovationen“, sagte Hüther und fügte hinzu: „Dafür hat die Bundesregierung bisher nichts getan.“
Ja ja, selbsternannte Finanzexperten, wie unsere "Volksvertreter" die mit ihrem lauten Gegacker eher Enten ähneln, widersprechen in ihrer zerstörerischen Selbstherrlichkeit jeden ökonomioschen Regeln.
Sie sollten mal darüber nachdenken, u.a. wieviel Liquidität den Märkten verloren geht, sollten sie sich mit ihrer blinden Regulierungswut durchsetzen.
Manche Politiker ähneln in vielfacher Weise einfachen Pfosten.
Have a nice day
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