Lehrermangel
Lehramtsstudenten wandern in die Wirtschaft ab

Die Bundesländer suchen händeringend Lehrer - allein zu Schulbeginn in diesem Herbst werden aller Voraussicht nach rund 20 000 Lehrer fehlen, die meisten von ihnen in naturwissenschaftlichen Fächern. Als wäre die Situation nicht ernst genug, wandern nun immer mehr potenzielle Lehrer in die Wirtschaft ab - ein Teufelskreislauf.

BERLIN. Den deutschen Hochschulen laufen die potenziellen Lehrer davon: "Die Prüfungsämter registrieren massenhaft Abmeldungen von den Prüfungen - teilweise verschwinden halbe Mathematik-Seminare", sagt der Vorsitzende des Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger. Ähnlich schlimm sei die Lage in den Fächern Physik und Informatik. "Tausende von Lehramtsstudenten" entdeckten, dass die Wirtschaft mehr Geld bietet als der Staat. "Hier kann der Lehrerberuf weder vom Anfangsgehalt noch von den Aufstiegschancen her mithalten."

Zu Schulbeginn im Herbst werden nach Schätzungen des Verbandes insgesamt rund 20 000 Lehrer fehlen - vor allem in den Mint-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Und das ist erst der Anfang: Bis 2015 scheidet rund die Hälfte der im internationalen Vergleich völlig überalterten deutschen Lehrerschaft aus. Von den Hochschulen kommt aber selbst nach überholten Prognosen der Kultusministerkonferenz (KMK) von 2003 maximal die Hälfte dessen, was nötig wäre, um die Lücke zu füllen. Die Konkurrenz der Wirtschaft, die zunehmend unter Mangel an Mint-Spezialisten leidet, verschärft die Situation nun noch, heißt es im nationalen Bildungsbericht für die KMK.

Das konterkariert die vielen Bemühungen von Wirtschaft und Politik, speziell die Mint-Fächer zu stärken. So gibt es mittlerweile fast flächendeckend ab der 5. Klasse das Fach "Natur und Technik"; die Didaktik der früheren Killer-Fächer macht große Fortschritte.

Seite 1:

Lehramtsstudenten wandern in die Wirtschaft ab

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%