Lehrstellen
Interessenkampf gefährdet neuen Ausbildungspakt

Die Regierung will künftig auch die Gewerkschaften in den Ausbildungspakt einbinden. Doch die Wirtschaft bremst – und fürchtet unbequeme politische Kompromisse. Die Zukunft des Bündnisses ist ungewiss.
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BERLIN. Aus Sicht der Wirtschaftsverbände war der 2004 gestartete gemeinsame Ausbildungspakt mit der Regierung ein klarer Erfolg. Das Lehrstellenangebot für Jugendliche hat sich seither klar verbessert. Nun aber gibt es Streit über seine Zukunft: Am 26. Oktober soll die Anschlussvereinbarung über einen neuen Pakt unterzeichnet werden, der sich mehr als bisher dem Problem des Fachkräftemangels zuwendet. Die Regierung will dabei erstmals auch die Gewerkschaften einbinden – doch genau dagegen hat die Wirtschaft starke Bedenken.

In einem Brief an Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) klagen die Spitzenverbände über „grundsätzlich unterschiedliche Erwartungen der bisherigen Paktmitglieder und des Deutschen Gewerkschaftsbundes an die kommende Paktperiode“. Die Gespräche über die Folgevereinbarung seien daher „ins Stocken geraten“, heißt es in dem Brief, der dem Handelsblatt vorliegt.

Kern des Streits ist die Frage, welche Ziele das neue Bündnis konkret verfolgen soll und welche Rolle dabei die Agenda der Gewerkschaften spielen soll. Diese hatten bisher für die Einführung einer gesetzlichen Ausbildungsplatzabgabe gekämpft und den alten Pakt als „Schauveranstaltung“ attackiert. Die Wirtschaft hält sich indes zugute, die Eigeninitiative der Betriebe bei der Ausbildung erfolgreich mobilisiert zu haben – und fürchtet nun, in unbequeme Kompromisse mit den Gewerkschaften gezwängt zu werden.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigte indes gestern ihr Interesse, die Gewerkschaften einzubinden. Leider gebe es noch einige Vorbehalte auszuräumen, sagte sie. Weit mehr als bisher sollen künftig auch die Kultusminister der Länder zum Pakt beitragen, die ihm formal schon bisher angehören. Als Verantwortliche für Schulen, Berufsschulen und Hochschulen sind sie ohnehin für die Sicherung des Nachwuchses zuständig. Doch bisher hätten sie zum neuen Pakt „noch keine einzige Idee beigesteuert“, klagt ein Wirtschaftsvertreter.

Dietrich Creutzburg
Dietrich Creutzburg
Handelsblatt / Korrespondent
Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin

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  • Es ist schon merkwürdig, was man da zu lesen bekommt: "Die Regierung will dabei erstmals auch die Gewerkschaften einbinden – doch genau dagegen hat die Wirtschaft starke bedenken." Wer ist da eigentlich mit "die Wirtschaft" genau gemeint? Offenbar gehören die Gewerkschaften nicht zu unserer "Wirtschaft"? An einer Stelle wird es etwas deutlicher: "Die Spitzenverbände", die sind offenber die "Wirtschaftsvertreter". Aha, also haben die Verbände der "Spitzen" Kontakt mit dem deutschen Wirtschaftsminister. Was soll man sich unter "Spitzen" vorstellen? Warum benennt man nicht klar, was gemeint ist? Warum mogelt man sich um klare benennungen herum, betreibt Camouflage?
    Unklare Sprache zeugt von unklarem Denken,


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