Lehrstellen-Lücke bis Ende September geschlossen?
Clement verspricht Ausbildungsangebot

Die Bundesregierung hat jedem Jugendlichen spätestens bis Jahresende eine Ausbildungschance versprochen. „Jeder und jede, die jetzt einen Ausbildungsplatz sucht, wird ein Angebot bekommen, ob auf einen Ausbildungs- oder einen Praktikumsplatz oder auf eine berufsvorbereitende Maßnahme", sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Clement der "Welt am Sonntag".

HB/dpa BERLIN. Bildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) geht sogar davon aus, dass die Lehrstellen-Lücke bereits bis Ende September zu schließen ist.

„Auch in den vergangenen Jahren ist es uns trotz einer schwierigen Situation am Ende doch noch gelungen, allen Jugendlichen ein Ausbildungsangebot zu machen. Das wollen wir auch in diesem Jahr schaffen“, sagte Bulmahn dem Bremer „Kurier am Sonntag“. Clement sagte: „Wer dieses Angebot nicht annimmt, kann nicht mehr mit öffentlicher Unterstützung rechnen.“ Über die bereits von SPD und Grünen angedrohte Ausbildungsplatzabgabe werde nicht vor Beginn nächsten Jahres geredet, betonte Bulmahn erneut.

Die Lage am Ausbildungsmarkt sei ernst, sagte die Ministerin. In diesem Jahr fehlten im Vergleich zum Vorjahr 35 000 Lehrstellen mehr. Insgesamt waren knapp vier Wochen vor Beginn des Ausbildungsjahres am 1. September bundesweit 231 000 Jugendliche bei den Arbeitsämtern auf Lehrstellensuche. Ihnen steht ein Angebot von 83 500 freien Plätzen gegenüber. Die Bundesanstalt für Arbeit befürchtet, dass bis zum gesetzlichen Bilanztag am 30. September bis zu 60 000 Jugendliche leer auszugehen könnten.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Gerhardt forderte Jugendliche zu mehr Flexibilität bei der Lehrstellensuche auf. „Jeder Auszubildende muss bei der Orts- und Berufswahl flexibel sein. Ein Auszubildender, der in Deutschland keine Lehrstelle in seinem Wunschberuf bekommt, sollte seine Lehrjahre auch in europäischen Nachbarländern absolvieren können“, sagte er der „Bild am Sonntag“.

Die Voraussetzungen dafür müsse die Politik schaffen. Gerhardt und der arbeitsmarktpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Dirk Niebel, schlagen vor, eine Internetseite einzurichten, die alle offenen Lehrstellen in Europa dokumentiert und verwaltet. Außerdem will die FDP einen Bildungspass einführen, in dem die Fähigkeiten des Lehrlings dokumentiert werden sollen.

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