Lehrstellenangebot im Handwerk aber unter Vorjahr
Wirtschaft stellt mehr Lehrlinge ein

Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres meldet die Wirtschaft ein kleines Plus an Lehrverträgen. Ende August hatten die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern insgesamt 0,3 Prozent mehr Neuverträge abgeschlossen als im Vorjahr, teilte Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) nach einer Sitzung der Partner des Ausbildungspaktes mit.

BERLIN. Industrie, Handel und Handwerk stellen rund 86 Prozent der Ausbildungsplätze zur Verfügung. Die Bundesagentur für Arbeit (BA), die eine getrennte Statistik führt, hatte zuletzt gemeldet, dass viel mehr Lehrstellen fehlen als im Vorjahr. Ende August klaffte den BA-Daten zufolge eine Lehrstellenlücke von fast 145 000 Plätzen, im Jahr 2004 waren es 131 000. Die Paktpartner – Wirtschaft, Bundesregierung und Bundesagentur für Arbeit – wiesen jedoch darauf hin, dass diese Zahl wenig aussage, weil die BA ihren Zähltag zehn Tage vorverlegt habe.

Die Partner gaben sich zuversichtlich, dass sie bei der Nachvermittlung die Lehrstellenlücke bis Ende September „in etwa auf Vorjahresniveau“ drücken können – das waren 30 000 Plätze. Bis Ende des Jahres werde sie dann „weiter deutlich abgebaut werden können“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.

Potenzial gebe es vor allem bei den freien Berufen, sagte Clement. Zugleich rief er die Wirtschaft auf, die Tarifverhandlungen für Vereinbarungen für mehr Lehrstellen zu nutzen, wie es sie etwa in der Chemieindustrie bereits gibt. BDA-Chef Dieter Hundt kritisierte in diesem Zusammenhang, dass sich die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Öffnungsklauseln verweigere.

Innerhalb der Wirtschaft ist die Lehrstellensituation sehr unterschiedlich: Industrie und Handel konnten mehr Ausbildungsverträge anbieten, das Handwerk liegt weiter deutlich unter dem Vorjahr. Bis Ende August registrierten die Handwerkskammern 110 439 neue Ausbildungsverträge. Das sind 4373 oder knapp vier Prozent weniger als im Vorjahr, sagte ZDH-Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer. Bis Ende des Jahres werde das Handwerk allenfalls das Vorjahresergebnis von 171 000 neuen Lehrverträgen erreichen können. Trotz eines Abbaus der Beschäftigten um 179 000 gegenüber 2004 habe das Handwerk die Ausbildungsquote von zehn Prozent halten können.

Ein Plus bei den Lehrstellen meldet hingegen der Deutsche Industrie- und Handelskammertag: Bis Ende August hat der DIHK 250 271 Ausbildungsverträge registriert. Damit seien 5464 oder gut zwei Prozent mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen worden als vor einem Jahr, sagte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun. Im Vergleich zum Jahr 2003 seien es sogar sechs Prozent mehr.

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