Lehrstellenlücke
Verdi will Verkehrsstaus provozieren

Die Gewerkschaft Verdi plant, wegen der großen Lehrstellenlücke bis zur Bundestagswahl in vielen großen Städten Verkehrsstaus oder Aufläufe in Fußgängerzonen provozieren. Dies kündigte Verdi-Vize Frank Werneke am Dienstag in Berlin an.

HB BERLIN. Trotz der Versprechen von Politik und Wirtschaft, jährlich 30 000 neue Ausbildungsplätze zu schaffen, bildeten nur noch 23 Prozent aller Unternehmen in Deutschland aus, sagte Werneke. „Viele Jugendliche bleiben auf der Strecke und bekommen keinen Ausbildungsplatz.“

Mit ihren Aktionen will die Verdi-Jugend ihrer Forderung nach einer Ausbildungsumlage im Wahlkampf Nachdruck verleihen und Druck auf die Parteien ausüben. In den Wahlprogrammen gebe es „kaum neue Perspektive für die Ausbildungssituation.“ Eine Umlagefinanzierung schaffe dagegen für die Wirtschaft Anreize zur Schaffung neuen Lehrstellen und biete den jungen Menschen eine Chance, sagte Werneke.

Betriebe, die nicht ausbildeten, sollten dabei in einen Topf einzahlen, aus dem ausbildende Betriebe unterstützt werden.

Auch wenn jetzt mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres zum 1. September viele der über 100 000 noch unversorgte Lehrstellenbewerber „in Praktika, Jobs oder schulischen Maßnahmen unterschlüpfen“, sei das Problem nicht gelöst, sagte Werneke. Mit diesen „Warteschleifen“ werde zwar die Statistik geschönt, die Jugendlichen hätte aber keine wirkliche Alternative gefunden.

Auch Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) kritisierte in einer Mitteilung am Dienstag das fehlende Ausbildungsinteresse vieler Unternehmen. „Unser Land vergibt wichtige Chancen, weil noch nicht einmal jedes dritte Unternehmen ausbildet“, sagte Bulmahn. Das Ministerium stellte eine Broschüre vor, die Jugendlichen bei der Bewerbung helfen soll und Informationen über die 350 verschiedenen Ausbildungsberufe und über staatliche Förderungen gibt.

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