Leistung in der Schule
Mathe-Defizite schrecken Wirtschaft auf

Beim aktuellen Pisa-Schultest schneidet Deutschland wieder nur mittelmäßig ab. Naturwissenschaftliche Fächer gelten als schwierig und anstrengend. Unternehmer sind vor allem mit den Mathematik-Kenntnissen unzufrieden.
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BerlinAm Dienstag will die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) die Ergebnisse der aktuellen Pisa-Studie veröffentlichen, ein erster Trend zeichnet sich aber schon ab. Danach haben sich deutsche Schüler beim Leistungstest 2012 zwar leicht verbessert, landen im Vergleich aber immer noch im Mittelfeld aller teilnehmenden Länder.

Nach diesen ersten Trendmeldungen drängt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) vor allem auf einen besseren Mathematikunterricht: „Auch unsere eigenen Umfragen belegen eine leichte Verbesserung. Die Unzufriedenheit der Unternehmen über unzureichende Mathekenntnisse ist aber mit 45 Prozent immer noch viel zu hoch“, sagte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks dem Handelsblatt (Dienstagsausgabe). „Industrieunternehmen sehen sogar zu 55 Prozent hier Mängel bei der Ausbildungsreife.“

An dem OECD-Leistungstest mit dem Schwerpunkt Naturwissenschaften nahmen rund 510.000 Schüler im Alter zwischen 15 und 16 Jahren aus insgesamt 65 Staaten und Regionen teil. In Deutschland stellten sich 6250 Schüler im Alter von 15 Jahren dem Test. Die Pisa-Studien finden alle drei Jahre statt.

Beim ersten Pisa-Test 2000 hatten die deutschen Schüler schlechter als der Durchschnitt abgeschnitten. Besonders auffällig war damals der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Erfolg in der Schule. Nach diesem Schock hatte Deutschland in den folgenden Pisa-Tests etwas bessere Ergebnisse erzielt.

Trotzdem bleibt Deutschland nur Mittelmaß. Naturwissenschaftliche Fächer wie Mathematik und Physik würden in der Schule als schwierig und anstrengend gelten, beklagt der DIHK. „Sie werden zudem nicht immer praxisnah unterrichtet und fallen überdurchschnittlich oft aus“, kritisierte Dercks. „Das muss sich ändern, wenn Deutschland ein Land der technischen Innovationen bleiben will.“

Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin

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  • Wer wirklich was auf dem Kasten hat, wird seine Arbeitskraft nicht einem anderen zur Verfügung stellen sondern selbst ein Unternehmen gründen. Dann kann er die Kohle, die erwirtschaftet, selbst behalten und muss nicht zusehen, wie der Chef dank seiner Mathefähigkeiten immer reicher wird. Somit werden die Neueingestellten niemals die hellsten sein. Das ist eine Tautologie.

  • Geh dahin, wo Du hergekommen bist. Kein Mensch braucht Dich und Deine unqualifizierte Kommentare. Wenn Deutschland unten ist, dann seid ihr ganz tief unten. Der Grund: Parasiten brauchen einen Wirt.

  • "Mathe-Defizite schrecken Wirtschaft auf"

    Nicht nur MATHE - das ganze Schulsystem geht mit der Gleichmacherei baden.
    Als ausgewiesener Fachmann notiert B. Franzinger das Gespräch u.a. mit "NO - dem Außerirdischen" über das deutsche Schulsystem. Kein Wunder, daß diverse (schwarze) Ministerien versuchen, das Buch zu verbieten
    (ISBN 978-3-9815857-0-4).

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