Leistungsschutzrecht
Blogger sollen Pressetexte begrenzt gratis nutzen

Erleichterung bei Bloggern, Vereinen und privaten Nutzern: Nach einer Gesetzesvorlage zum neuen Leistungsschutzrecht dürfen sie journalistische Texte in Zukunft weiter in Grenzen gratis nutzen.
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München/BerlinBlogger, Verbände, Vereine, Anwaltskanzleien und sonstige ehrenamtliche, private oder gewerbliche Nutzer sollen auch künftig nichts zahlen müssen, wenn sie auf ihren Homepages und in Blogs journalistische Texte begrenzt benutzen, sie also länglich zitieren oder auf sie verweisen.

Nach dem geänderten Gesetzentwurf zum Leistungsschutzrecht, das am Mittwoch dem Bundeskabinett vorliegt, sollen Lizenzgebühren nur „die Anbieter von Suchmaschinen“ zahlen sowie die Anbieter von ähnlichen Diensten im Netz, „die Inhalte entsprechend einer Suchmaschine aufbereiten“, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ in ihrer Mittwochausgabe. Die Verlinkung und „Nutzung im Rahmen der Zitierfreiheit“ bleibe auch für Suchmaschinen künftig kostenlos.

Verleger wehren sich seit Jahren gegen die „unentgeltliche Ausnutzung“ ihrer Angebote im Internet. Im Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Regierung heißt es: „Wir streben die Schaffung eines Leistungsschutzrechts für Presseverlage zur Verbesserung des Schutzes von Presseerzeugnissen im Internet an.“ Seitdem wird über die Ausgestaltung gestritten. Ein früherer Gesetzentwurf war im Internet scharf angegriffen worden, weil befürchtet wurde, dass auch Privatblogger, die ein paar Artikel zitieren und verlinken, abkassiert werden sollen.

Anm. d. Redaktion: Wir haben nachträglich klargestellt, dass eine begrenzte Nutzung gemeint ist.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Leistungsschutzrecht: Blogger sollen Pressetexte begrenzt gratis nutzen"

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  • Eine Frage die sich mir stellt ist woran ein Crawler kostenlose von kostenpflichtigen Inhalten unterscheiden kann, von einer Art Meta Tag ist im Entwurf natürlich weit und breit nichts zu sehen.
    Ein Crawler läuft hier somit immer in Gefahr aus einer Flut von kostenlosen Inhalten, kostenpflichtige Inhalte zu indizieren, obwohl er das gar nicht will.

    Lesen etwa die Nutzer eines Online RSS Readers Nachrichten, muss der Anbieter also eine Lizenz von quasi allen Verlegern erwerben. Da dies jedoch bei weitem zu teuer ist und er kostenpflichtige RSS Feeds nicht unter vertretbarem Aufwand erkennen kann, muss das Angebot schließen.
    Dies ist wohl die einzige Absicht der Unterstützer, weil Google macht dieses Gesetz im Grunde nichts. Eine größere Gefahr für Zeitungen sind Aggregatoren, die aus kostenlosesn Blogs etc. gute Nachrichten und Meinungen zusammenstellen. Dies wird wohl in Zukunft nicht mehr möglich sein.

  • Dieser Entwurf ist alles andere als klar und schafft wieder mehr Unsicherheit als Sicherheit. Eine Krankheit an dem das ganze deutsche Internet leidet. Und das Leistungsschutzrecht ebenfalls.

    Der Punkt Suchmaschinen ist wahrscheinlich Google geschuldet, mal sehen wie die Jungs in Mountain View reagieren, und die Presse dann wieder jammert das sie keine Besucher bekommt. Wenn ich den Text richtig verstanden habe, dürfen Suchmaschinen dann keine Presseartikel mehr ohne Gebühren auflisten.
    Viel Spaß - lol.

  • Eigentlich müssten doch die Verleger dafür zahlen, dass Suchmaschinen die (cirka) ersten 2 Zeilen ihrer Nachrichten unter "News" anzeigen und damit die Benutzer auf die Website der Zeitungen locken.

    Oder was ist mit "die Inhalte entsprechend einer Suchmaschine aufbereiten" gemeint?

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