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Lengsfeld rudert zurück: AfD-Hilfe durch CDU-Politikerin löst Wirbel aus

exklusiv Mit ihrem Bekenntnis zur Alternative für Deutschland hat die CDU-Politikerin Lengsfeld für erheblichen Wirbel gesorgt. Nach Intervention ihres Landesverbands macht sie nun einen Rückzieher. Die AfD reagiert irritiert.

Die CDU-Politikerin und frühere DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld. Quelle: dpa
Die CDU-Politikerin und frühere DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld. Quelle: dpa

BerlinDie Unterstützung der Alternative für Deutschland (AfD) durch die CDU-Politikerin Vera Lengsfeld sorgt für Wirbel im Berliner Landesverband der Partei. Karl-Georg Wellmann, Mitglied der CDU-Landesgruppe Berlin im Bundestag legte Lengsfeld den Parteiaustritt nahe. Das anti-europäische Programm der AfD sei für die exportorientierte deutsche Wirtschaft „lebensgefährlich“.

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Die AfD sei zudem eine Gruppierung, die in Konkurrenz zur Koalition stehe, sagte Wellmann Handelsblatt Online. Stimmen für die AfD würden nur den Parteien des linken Spektrums helfen. „Deshalb sollte sich Frau Lengsfeld rasch darüber klar werden, auf welcher politischen Seite sie steht. Die Unterstützung einer antieuropäischen Organisation ist mit einer Zugehörigkeit zur Union nicht vereinbar.“

Wer die Anti-Euro-Partei anführt

  • Bernd Lucke, Sprecher

    Bernd Lucke ist Professor für Makroökonomie an der Universität Hamburg, 2004 war er Berater der Weltbank. Lucke sieht sich als „Christdemokrat, der von seiner Partei verlassen wurde“ und so verließ er nach 33 Jahren Mitgliedschaft die CDU, in die er mit 16 eintrat. Er fordert eine geordnete Auflösung des Euro-Zwangsverbandes. Eine Option sei die Einführung von Parallelwährungen. Dafür müsste Deutschland eine Änderung der Verträge erzwingen.

  • Konrad Adam, Sprecher

    Der ehemalige FAZ-Redakteur vertrat schon 2003 die Meinung, dass die fehlende Einheit von Staatsvolk und Staat die EU geradewegs zur Despotie führen müsse. Denn die bürokratische Zentrale in Brüssel ziehe mehr und mehr Kompetenzen an sich, die nicht durch Volkszustimmung legitimiert seien. 2005 bezeichnet er die europäischen Politiker als „zeitgerecht regierende Tyrannen“, die sich von dem „Glauben an den Legitimationsbedarf jeglicher Herrschaft“ losgesagt hätten.

  • Frauke Petry, Sprecherin

    Frauke Petry wurde am 1. Juni 1975 geboren. Sie ist Mitglied des Sächsischen Gleichstellungsbeirats und Landesbeauftragte für Sachsen des Vereins zur Unterstützung der Wahlalternative 2013. Außerdem ist sie Trägerin des Bundesverdienstordens.

  • Patricia Casale, stellvertretende Sprecherin

    Casale wurde 1973 geboren. Sie steht für ein durch die Bürger legitimiertes Europa. Das kann aus ihrer Sicht "zwangsläufig nur ein Europa der Vielfalt und der Toleranz sein, in dem die Einbindung aller demokratisch legitimierten Parteien unserer EU-Partner selbstverständlich ist". Sie ist zudem überzeugt, dass die Wahrheit nie populistisch sein könne, sondern nur die Lüge. "Demokratie lebt von der offenen Diskussion - wir eröffnen sie wieder", sagt sie.

  • Alexander Gauland, stellvertretender Sprecher

    Gauland war bis 2011 Mitglied der CDU und in den 1980er Jahren Staatssekretär in der hessischen Staatskanzlei unter Ministerpräsident Walter Wallmann. Gauland beklagt den Verlust des Konservativen in der CDU und ist ein vehementer Gegner des „Brüsseler Großstaats“. Er war schon immer ein Euro-Skeptiker. Für ihn ist Europa ein „Kontinent der Nationen“ ohne gemeinsame europäische Kultur. Die Einführung des Euro sieht er vornehmlich
    dem Interesse der anderen Staaten geschuldet, ein zu starkes Erstarken Deutschlands zu verhindern.

  • Roland Klaus, stellvertretender Sprecher

    Klaus ist freier Finanzjournalist. 2011 veröffentlichte er das Buch „Wirtschaftliche Selbstverteidigung“. Darin analysiert er die Schuldenkrise und liefert konkrete Ratschläge, wie man sich als privater Anleger vor den entstehenden Risiken schützen kann. FDP-Rebell Frank Schäffler schreibt dazu: „Das Buch legt den Finger in die Wunde der Versäumnisse von Wirtschafts- und Geldpolitik und zeigt die realen Gefahren einer Umverteilung innerhalb der Eurozone.” Klaus versteht die AfD nicht als Ein-Thema-Partei. "Aber wir müssen als kleine und junge Partei auch nicht zu jedem Thema sofort eine Meinung haben", sagt er. "Wenn wir glaubwürdig sein wollen, sollten wir uns zunächst auf ein überschaubares Spektrum rund um wirtschaftliche Themen konzentrieren."

Lengsfeld hatte zuvor bestätigt, als Unterstützerin der neuen Anti-Euro-Partei aufzutreten. Sie habe die AfD „um der Fairness willen gegen unseriöse Anschuldigungen wegen angeblicher Rechtslastigkeit“ in dem Blog „Die Achse des Guten“ in Schutz genommen. „Das kann man als Unterstützung ansehen“, sagte Lengsfeld Handelsblatt Online

Der Vorgang beschäftigt inzwischen auch die Führung der Berliner CDU. „Wir haben heute mit Frau Lengsfeld gesprochen“, sagte Generalsekretär Kai Wegner Handelsblatt Online. „Sie hat uns versichert, dass sie ohne ihr Wissen auf der Internetseite der AfD als Unterstützerin gelistet wurde. Frau Lengsfeld hat daher veranlasst, diesen Eintrag so schnell wie möglich entfernen zu lassen.“ Das sei „gut und richtig“.

Deutschland brauche keine AfD, betonte Wegner. „Sie vertritt einfache und populistische Positionen, die unserem Land schaden. Das hätte ungeahnte negative Folgen für Deutschland als Wirtschaftsstandort.“ Diese „verantwortungslose“ Politik sei mit der Union nicht zu machen.

Unterdessen bestätigte AfD-Chef Bernd Lucke Kontakte zu Lengsfeld. Die Unterstützung der Alternative für Deutschland durch die frühere DDR-Bürgerrechtlerin war nach seiner Darstellung zudem weiter vorangeschritten als bisher bekannt. Lucke sagte Handelsblatt Online, er habe mit Lengsfeld am 3. Mai ein Gespräch über eine mögliche Zusammenarbeit geführt. Über den konkreten Inhalt der Unterhaltung könne er jedoch nichts sagen, weil Lengsfeld auf „Vertraulichkeit“ bestanden habe.

Die Anti-Euro-Thesen der „Alternative für Deutschland“

  • 1. Forderung

    Wir fordern eine geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes. Deutschland braucht den Euro nicht. Anderen Ländern schadet der Euro. (Quelle: Parteiprogramm)

  • 2. Forderung

    Wir fordern die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. Die Wiedereinführung der DM darf kein Tabu sein.

  • 3. Forderung

    Wir fordern eine Änderung der Europäischen Verträge, um jedem Staat ein Ausscheiden aus dem Euro zu ermöglichen. Jedes Volk muss demokratisch über seine Währung entscheiden dürfen.

  • 4. Forderung

    Wir fordern, dass Deutschland dieses Austrittsrecht aus dem Euro erzwingt, indem es weitere Hilfskredite des ESM mit seinem Veto blockiert.

  • 5. Forderung

    Wir fordern, dass die Kosten der sogenannten Rettungspolitik nicht vom Steuerzahler getragen werden. Banken, Hedge-Fonds und private Großanleger sind die Nutznießer dieser Politik. Sie müssen zuerst dafür geradestehen.

  • 6. Forderung

    Wir fordern, dass hoffnungslos überschuldete Staaten wie Griechenland durch einen Schuldenschnitt entschuldet werden. Banken müssen ihre Verluste selbst tragen oder zu Lasten ihrer privaten Großgläubiger stabilisiert werden.

  • 7. Forderung

    Wir fordern ein sofortiges Verbot des Ankaufs von Schrottpapieren durch die Europäische Zentralbank. Inflation darf nicht die Ersparnisse der Bürger aufzehren.

Auf die Frage, wie es dazu komme, dass Lengsfeld auf der AfD-Webseite ohne ihr Wissen als Unterstützerin geführt werde, sagte Lucke, das resultiere offenbar aus einem „Missverständnis“. Lengsfeld sei nach dem Gespräch im Mai „nicht bewusst“ gewesen, dass sie nun offiziell als Unterstützerin gelistet werde. „Wir werden den Hinweis jetzt von unsere Webseite herunternehmen“, sagte Lucke.

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  • 28.05.2013, 19:54 UhrAndy24

    sehr klar ausgedrückt. Dem ist nichts hinzuzufügen, außer vielleicht, dass es nicht gut mit der Meinungsfreiheit in D bestellt ist. Ich dachte immer die DDR-Zeit sind unwiderruflich vorbei. - So kann man sich irren...

  • 28.05.2013, 19:47 UhrAndy24

    Das Vorgehen der CDU-Oberen errinnert mich schwer an alte DDR-Zeiten. Solche Entwicklungen sind nicht tolerierbar. Währet den Anfängen!

  • 27.05.2013, 18:26 UhrAngelika

    Es gibt immer noch zu viele, die nicht be-greifen wollen was hier in D/Eu passiert.

    Ich empfehle Frau Lengsfeld zur AfD zu kommen. Da hat sie die Möglichkeit ihre frei Meinung zu äußern. Und das ist doch eine schöne Alternative, oder?

    Kucken Sie Prof. Hankel. Dann wird klar warum die EU und der Euro keinen Sinn macht. Aussteigen und nicht abwarten!
    Erklärungen für die Krise
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    Teil 3
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    AfD ist die einzige Alternative zur alternativlosigkeit aller derzeitig gewählten Parlamentariern.

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