Lenkungsrat wählt Ökonomen zum Vorsitzenden
Hellwig wacht über Mittel des Firmen-Rettungsfonds

Der Ökonom Martin Hellwig leitet den „Lenkungsrat Unternehmensfinanzierung“, der die Bundesregierung bei der Vergabe der 100 Mrd. Euro aus dem „Wirtschaftsfonds Deutschland“ berät. Die Mitglieder des Expertengremiums entschieden sich bei ihrer konstituierenden Sitzung für den Bonner Wissenschaftler.

BERLIN. Der Lenkungsrat wird eingeschaltet, wenn aus dem Wirtschaftsfonds Kredite von über 150 Mio. Euro oder Bürgschaften von über 300 Mio. vergeben werden sollen. Außerdem werden dem Gremium „Fälle von grundsätzlicher Bedeutung“ vorgelegt. Der Rat spricht allerdings nur Empfehlungen aus. Er soll dabei die Förderungswürdigkeit des jeweiligen Unternehmens in den Mittelpunkt seiner Überlegungen stellen. Dabei geht es insbesondere um die Frage, ob eine Firma das Potenzial hat, nach der wirtschaftlichen Krise ohne staatliche Hilfe auszukommen. Die Empfehlungen des Lenkungsrats richten sich an die Bundesregierung. Die Entscheidung erfolgt dann im „Lenkungsausschuss Unternehmensfinanzierung“, der sich aus Vertretern der Ressorts Wirtschaft, Finanzen und Justiz sowie des Bundeskanzleramtes zusammensetzt.

Hellwig genießt weit über seine Zunft hinaus einen hervorragenden Ruf. Er gehört zu den forschungsstärksten deutschen Ökonomen. Der 59-jährige gebürtige Düsseldorfer hat die Bundesregierung in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Monopolkommission bis Mitte 2008 in Wettbewerbsfragen beraten.

Weitere Mitglieder des Rates, die Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) Anfang März berufen hatte, sind der frühere Staatssekretär und Steag-Chef Alfred Tacke, IG-BCE-Chef Hubertus Schmoldt, der frühere BDI-Chef Michael Rogowski, die Unternehmer Jürgen Heraeus und Nikolaus Knauf, der frühere niedersächsische Wirtschaftsminister Walter Hirche und Ex-Schering-Chef Hubertus Erlen, der zum Stellvertreter Hellwigs gewählt wurde. Die Arbeit des Gremiums ist zeitlich begrenzt, da die Mittel aus dem Fonds nur bis Ende 2010 zur Verfügung stehen.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent
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