Letzte Ausgabe der Talkshow „Beckmann“
„Beim Asylrecht werden Menschenrechte kleingemacht“

In Reinhold Beckmanns letzter Talkshow gab es viele Klagen und Forderungen – Verbesserungsvorschläge waren selten. Beim Thema Flüchtlingspolitik waren sich die Gäste einig – und das war das Problem.
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KölnEs sind harte Anschuldigungen, die sich Deutschland und Europa für ihre Flüchtlingspolitik anhören müssen. „Die Flüchtlinge erfrieren an der Kaltherzigkeit Europas“, sagt Heribert Prantl von der „Süddeutschen Zeitung“. Er war gestern Abend zu Gast in der letzten Ausgabe der ARD-Talkshow „Beckmann“. Das Thema der Sendung, Reinhold Beckmanns letzter nach 624 Ausgaben in 15 Jahren, lautete: „Menschen auf der Flucht - letzte Rettung Europa?“.

Neben Prantl diskutierten der Geschäftsführer der Menschenrechtsorganisation „Pro Asyl“ Günter Burkhardt, der Innenminister Baden-Württembergs Reinhold Gall, Elise Bittenbinder, die traumatisierte Flüchtlinge therapiert und Aram Ali, der 2000 mit seinen Eltern vor dem syrischen Ministerpräsidenten Assad nach Deutschland floh.

Die Relevanz des Themas stellte ein kurzer Einspieler zu Beginn der Sendung fest: Über zehn Millionen Syrer und Iraker sind auf der Flucht, weltweit fliehen 50 Millionen Menschen aus ihrem Heimatland. Die Gäste waren sich einig, dass Europa mehr Flüchtlinge aufnehmen muss.

Doch darin lag das Problem der Sendung. Die Redaktion hatte niemanden eingeladen, der sich gegen mehr Flüchtlinge in Deutschland ausgesprochen hätte. So wie Maybrit Illner, die im ZDF zur selben Zeit über das gleiche Thema mit Björn Höcke, dem Vorsitzenden der AfD in Thüringen, diskutierte.

Der Zuschauer bei Beckmann bekam nur Forderungen und Anschuldigungen zu hören. „Gelder werden für Grenzschutz anstatt für Flüchtlinge ausgegeben“ sagt Ali, der Syrien verlassen musste, weil sein Vater einen regimekritischen Artikel veröffentlichte. Außerdem beschwert sich Ali über große bürokratische Hürden als er seine Verwandten nach Deutschland holte. Burkhardt von „Pro Asyl“ beklagt sich über fehlende Integrationskurse und nicht vorhandene Vermittlungshilfe für Flüchtlinge bei der Suche nach Wohnungen und Jobs. „Beim Asylrecht werden Menschenrechte kleingemacht“, sagt der Journalist Prantl.

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„Beim Asylrecht werden Menschenrechte kleingemacht“

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„Auf den letzten Metern war ich nicht ohne Wehmut“

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  • Die Problematik ist schwierig. Wenn die Statistiken stimmen sollen im Laufe der Zeit angeblich mehr Zuwanderer unser Land wieder verlassen als bleiben.
    Aber dem zum Trotz, Deutschland und Europa kann nicht unbegrenzt Wirtschaftsflüchtlinge aufnehmen, denn diese Forderung Realitätsverlust geprägter Politker führt auch zu einer Verletzung der Menschenrechte. Des weiteren fördet diese geistlose Haltung die Angst vor Überfremdung und damit zu Fremdenhaß. Wollen wir, daß diese Menschen eines Tages mit Baseballschlägern durch die Straßen getrieben werden, weil unser letztes bischen Wohlstand von ihnen aufgezehrt wird?
    Ich begrüße jeden Zuwanderer, der unsere Sprache spricht sowie Bildung und Ausbildung mitbringt. Diese Menschen haben sicherlich auch keine Probleme sich anzupassen.
    Wir alllen kennen sicherlich Zuwanderer, die es bei uns mit guten Willen und viel Fleiß etwas erreicht haben.

  • Herr Horst Hamacher
    wir Deutschen haben keine Rechte mehr
    "Deutschland muß von aussen eingeengt und von innen ausgedünnt wrden"
    das ist das Credo der Grünen

  • Gestern sah man bei Beckmann und Illner das alle Anwesende das Flüchtlingsproblem ziemlich engstirnig sehen. Eine Ausnahme der AFD POlitiker (Illner), der noch etwas unerfahren gegen die Anwesenden Gutmenschen versuchte zu bestehen.

    Da erzählt einer von ihnen das es eine Oma gibt , die Flüchtlingskiner als Oma betreut. Der Chef der Cap Anamur träumte noch von Viatnam als man die Menschen vom Meer rettete und die Grüne Anwesende war wie alle Grünen Frauen, in erster Linie unsympathisch und gut Idiologisch gedrillt.

    Bei Beckmann nicht anders und beide Altbackende Shows kamen nicht darauf die Ursache zu nennen.

    Der Westen hat mittlerweile Lybien,Tunesien,Irak,Syrien,Ägypten
    in Asche gelegt oder schwer demoliert. Selbst in Europa brennt der Osten nach unfassbarer Einmischung. Die Türkei hat persönlich in Syrien gezündelt und die Isis mit aufgebaut. Der miese Plan das die Isis die Kurden dezemiert ging nicht auf.

    Nun hat sich Erdogan selber in das Bein geschossen, die Kurden wollen in ihre Stammesgebiete in der Türkei.

    Da bekommen die Anwesende feuchte Augen über die gute Türkei die so viele Flüchtlinge aufnimmt und nun muss Deutschland doch noch mehr Flüchtlinge aufnehmen.

    Wer noch keine Angst um Deutschland hat, der sollte langsam damit anfangen.

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