Letzte Beratungen der Fraktionen vor der Wahl des Bundespräsidenten
Thierse eröffnet Bundesversammlung

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hat im Reichstag die Wahl zum Bundespräsident eröffnet. Zu Beginn der 12. Bundesversammlung ging er auch auf die Debatte um eine Direktwahl des Bundespräsidenten ein.

HB BERLIN. Wolfgang Thierse hat am Sonntagmittag im Berliner Reichstag die 12. Bundesversammlung eröffnet. Er lobte in seiner Eröffnungsrede, Johannes Rau habe es immer wieder geschafft, den Blick für das Wesentliche zu schärfen. Thierse ging auch auf die Debatte über eine Direktwahl des Bundespräsidenten ein. Er sagte, vor allem historisch sei dies ein Vorschlag, «der nicht unbedingt zu befürworten ist».

Zur Wahl anwesend waren neben der Bundesregierung zahlreiche Ehrengäste, darunter auch der ehemalige Bundespräsdient Walter Scheel. Wahlberechtigt in der Bundesversammlung sind 1205 Mitglieder. Weil ein SPD-Bundestagsabgeordneter sich wegen eines Herzinfarktes krank gemeldet hat, werden maximal 1204 Delegierte abstimmen.

Vor der Bundespräsidentenwahl haben sich die Fraktionen der Bundesversammlung im Berliner Reichstagsgebäude zu getrennten Beratungen getroffen. Die Fraktionsspitzen wollen noch einmal kurz mit den Fraktionen sprechen und die Anwesenheit ihrer Mandatsträger prüfen, bevor um zwölf Uhr Bundestagspräsident Wolfgang Thierse die Wahl mit einer kurzen Ansprache eröffnen wird. Die 1205 Delegierten werden dann einzeln aufgerufen, um ihre Stimmen abzugeben. Union und FDP haben zusammen 622 Stimmen in der Bundesversammlung und damit 19 mehr, als für die absolute Mehrheit notwendig sind.

Ihr Kandidat Horst Köhler gilt deshalb als klarer Favorit. Die Koalitionskandidatin Gesine Schwan tritt als Außenseiterin zur Wahl an. SPD und Grüne stellen zusammen 549 Wahlleute, die PDS hat 31 Delegierte, die mehrheitlich für Schwan votieren wollen. Damit würden der Regierung aber immer noch 23 Stimmen zur absoluten Mehrheit fehlen.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Klaus Hagemann meldete sich kurz vor der Wahl wegen eines Herzinfarkts krank. Damit werden maximal 1204 der 1205 Delegierten anwesend sein, da es nur für die 603 Landesdelegierten Nachrücker gibt. Die erforderliche Stimmenanzahl für die absolute Mehrheit bleibt bei 603.

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