Liberale in Baden-Württemberg
FDP forciert Comeback im Stammland

Alle liberalen Augen schauen 2016 auf Baden-Württemberg. Scheitert die FDP in ihrem Stammland an der Fünf-Prozent-Hürde, könnte es auch mit dem Wiedereinzug in den Bundestag mau aussehen.
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BalingenDer baden-württembergischen FDP kann es gar nicht schnell genug gehen: Hans-Ulrich Rülke hat gerade seine Rede beendet, da wird auf dem Landesparteitag am Samstag in Balingen auch schon abgestimmt. Per Handzeichen küren die mehr als 300 Delegierten den 53-Jährigen zu ihrem Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im März 2016. Es gibt nur zwei Enthaltungen. Die Delegierten jubeln.

Rülke kann diesen Rückhalt sehr gut gebrauchen. Auf den Vorsitzenden der insgesamt sieben Abgeordneten im Stuttgarter Landtag wartet nun eine große Aufgabe: Er soll die Liberalen im Südwesten mit einem Ergebnis von mindestens acht Prozent wieder ins Parlament führen und damit auch für Rückenwind für die Liberalen im Bund sorgen.

2017 will die FDP wieder in den Bundestag zurückkehren, den sie 2013 nach einem desaströsen Wahlergebnis verlassen musste. Gelingt beides nicht, könnte die einst so stolze Partei in ihrer Existenz gefährdet sein. Bestärkt sehen sich die Liberalen durch den Wiedereinzug in die Bürgerschaften von Hamburg und Bremen.

Dort führten zwei Frauen die FDP in diesem Jahr zum Erfolg – Katja Suding und Lencke Steiner. „Wir können auch Männer“, sagt Baden-Württembergs FDP-Landeschef Michael Theurer und lobt Rülke als unermüdlich, intelligent, amüsant und „gelegentlich auch scharfzüngig“. Kritiker halten Rülke aber nicht für einen Menschenfänger, sondern für einen Polemiker und Zyniker. Aber er hat seine Attacken in den vergangenen Monaten etwas gezügelt.

Sowohl Rülke als auch Theurer vermeiden es, sich auf einen Koalitionspartner im Land festzulegen. Grüne, SPD und CDU - Angriffe gibt es gegen alle. Der Spitzenkandidat zeigt sich mit Blick auf die Lage der eigenen Partei demütig und sagt in Anspielung auf

„Die göttliche Komödie“ des italienischen Dichters Dante Alighieri: „Wir sind dem Inferno zwar entstiegen, aber der Weg ins Paradies ist noch weit.“ Die FDP befinde sich auf dem schwierigen Anstieg des Läuterungsberges, führt er aus. „Von dort aus kann man das Paradies sehen, aber man kann auch in die Hölle zurückgestoßen werden.“

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„Wirtschaftspolitische Gartenzwerge“

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