Liberale und Christdemokraten sind zur Geschlossenheit verdammt
FDP will brav zu Rüttgers stehen

Schwarz-Gelb in NRW kann sich Hoffnungen auf den Wahlsieg machen – doch nicht in allen Punkten herrscht Einigkeit.

BERLIN. Auf dem Landesparteitag der nordrhein-westfälischen CDU am Samstag in Bochum hat Spitzenkandidat Jürgen Rüttgers den rot-grünen Koalitionären in Düsseldorf völliges Versagen vorgeworfen. Doch allein die miserablen Arbeitslosenzahlen und die Visa-Affäre dürften nicht reichen, um Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) bei der Landtagswahl am 22. Mai zu schlagen. Die möglichen Koalitionäre CDU und FDP an Rhein und Ruhr wissen: Sie müssen den Wählern Lösungen zur Überwindung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten bieten. Und vor allem: Liberale und Christdemokraten sind zur Geschlossenheit verdammt.

„Wackeln und Zwischengeräusche“, wie CSU-Chef Edmund Stoiber kurz nach der Landtagswahl in Schleswig-Holstein in Richtung FDP geknurrt hatte, darf es nicht geben. Die NRW-Landesgruppen von FDP und CDU im Bundestag haben vor kurzem versichert, es werde „Kubickische Flirtblicke“ der FDP in Richtung SPD nicht geben. Das Zusammenspiel scheint zu funktionieren – das war nicht immer so.

Rüttgers, der am Wochenende vom Parteitag als CDU-Landeschef bestätigt wurde, wird nur ungern an seinen ersten Anlauf im Jahr 2000 auf die Düsseldorfer Staatskanzlei denken. Jürgen Möllemann hatte eine Koalitionsaussage für die CDU stets vermieden. Im Gegenteil: Der 18-Prozent-Mann machte aus seiner Vorliebe für eine sozialliberale Koalition keinen Hehl. Guido Westerwelle, damals noch FDP-Generalsekretär, stichelte gegen Rüttgers und zog gegen die Parole „Kinder statt Inder“ durchs Land. Das Ergebnis der Wahl ist bekannt, die FDP fuhr ein Traumergebnis ein, Wolfgang Clement entschied sich aber doch für das rot-grüne Projekt. Die Rufe aus dem Kanzleramt „Rettet Rot-Grün“ hatten den Ausschlag gegeben.

Fünf Jahre später ist für Koalitionsspekulationen kein Platz mehr. „Wir sind ein verlässlicher Faktor. Das Thema SPD ist bei den Liberalen durch,“ sagt Möllemann-Nachfolger Andreas Pinkwart. Steinbrück habe vor zwei Jahren die letzte Chance verpasst, mit den Liberalen einen Neuanfang zu machen. Die Koalition zerbrach damals beinahe im Streit um den Metrorapid.

Einer schwarz-gelben Koalition dürften beim Vergleich der Parteiprogramme solch zermürbende Scheidungsszenen erspart bleiben, Diskussionen allerdings nicht. CDU-Generalsekretär Hans-Joachim Reck gibt sich trotzdem optimistisch: „Zwischen Christdemokraten und Liberalen gibt es eine große Übereinstimmung bei Zielen und Ideen.“

Seite 1:

FDP will brav zu Rüttgers stehen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%