Liberaler Gerhart Baum
„Die Lage der FDP ist zum Verzweifeln“

Wie kommt die FDP aus ihrer Krise? Mit einem überzeugenden liberalen Konzept, meint Gerhart Baum. Das müsse aber zügig präsentiert werden. Im Interview fordert der Alt-Liberale, den Mai-Parteitag vorzuziehen.
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Handelsblatt Online: Wie würden Sie die Lage für die FDP knapp zwei Monate vor der Landtagswahl in Niedersachsen beschreiben? Gerhart Baum: Die FDP ist nach wie vor in einer schwierigen Situation. Die jetzt von Dirk Niebel losgetretene Personaldiskussion ist nicht hilfreich. Er hat der Partei damit keinen Dienst erwiesen. Die Bundespartei sollte im kommenden Jahr sehr schnell darüber entscheiden, mit welchen Themen und mit welchen Personen sie in den Bundestagswahlkampf gehen möchte.

Was steht für die FDP in Niedersachsen auf dem Spiel?

Die Niedersachsen-Wahl ist natürlich sehr wichtig. Sie entscheidet aber nicht über das Schicksal der FDP. Es ist ein Stimmungsbild. Wir sehen, wo wir stehen. Es ist noch keine Vorentscheidung für die Bundestagswahl, aber, wenn es schief gehen sollte, ein negatives Vorzeichen. Nicht leugnen lässt sich allerdings, dass sich die Partei angesichts von Umfragewerten, die sich dauerhaft um die fünf Prozent bewegen, immer noch in einer Existenzkrise befindet.

Wie kommt sie da wieder heraus?

Ich denke, dass die FDP in einem sich verändernden Parteiensystem große Chancen hat. Dass sich das auch in Erfolgen widerspiegeln kann, haben ja Lindner und Kubicki gezeigt: Liberale Substanz, authentische Personen und ein ganzheitlicher Liberalismus, der ausstrahlt auf alle Felder der Politik. Die FDP muss nun auf Bundesebene das Vertrauen zurückgewinnen, das sie in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein schon wieder gewonnen hat.

Danach sieht es derzeit aber nicht aus.

Es ist leider so, dass guten Nachrichten aus der FDP, für die die Minister und die Fraktion stehen, überhaupt nicht zu liberalen Wählern durchdringen. Sie verharrt in Umfragen bei vier Prozent, weil der Wähler auch positives Regierungshandeln schlicht nicht registriert und akzeptiert.

Kommentare zu " Liberaler Gerhart Baum: „Die Lage der FDP ist zum Verzweifeln“"

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  • Graf Lambsdorff und Genscher waren politische Größen zu ihrer Zeit, obwohl sie in der FDP waren. Der Rest, wird bald Geschichte sein, dank Möllemann, Westerwelle und Rößler. Schade eigentlich!

  • zitat....Und es ist selbstverständlich, das man Werturteile aus den ersten Entwürfen von Gutachten entfernt....

    Das nennt sich dann Gefälligkeitsgutachten.

    Einfluss auf ein Gutachten für selbstverständlich nehmen? Ein typischer Blickwinkel der FDP.

  • Dummes Geschwätz: die sind doch schon DRIN und müssen ala Wulff nie wieder das, was Sie wollen.

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