Libyen-Krise und Atomdebatte: Merkels Politik isoliert Deutschland in der Welt

Libyen-Krise und Atomdebatte
Merkels Politik isoliert Deutschland in der Welt

Erst die seltsame Enthaltung in der Libyen-Krise, dann die abrupte Atom-Wende: Nicht nur Deutschland, auch das Ausland versteht Angela Merkel und die Bundesregierung nicht mehr. Ein Streifzug durch die Welt der Macht.
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WashingtonDie Vereinigten Staaten hätten wichtige Verbündete im Kampf gegen Libyens Diktator Muammar el Gaddafi, sagte Präsident Barack Obama kürzlich. Dann zählte er eine „starke und wachsende Koalition“ auf: Großbritannien und Frankreich gehörten dazu, Kanada und Dänemark, Norwegen und Italien, Spanien und Griechenland, selbst die Türkei. Von den großen westlichen Nationen fehlte in Obamas Ansprache nur Deutschland. Die USA sind regelrecht fassungslos, weil sie die deutsche Enthaltung im Uno-Sicherheitsrat zu Libyen nicht einmal im Ansatz nachvollziehen können.

Und sie sind verständnislos über die Hauruck-Kehrtwende in der deutschen Atompolitik, weil Amerika nicht begreifen will, wie ein so fundamentaler Schwenk innerhalb weniger Tage vollzogen werden kann. Gravierender noch als das Kopfschütteln sind die Schlüsse, die aus diesen Entscheidungen gezogen werden. Deutschland, wie es sich heute präsentiere, sei offenbar bereit, „seine Beziehungen mit Verbündeten nationalen Interessen unterzuordnen“, urteilt die „New York Times“ – nationalen Interessen wie den Landtagswahlen am vergangenen Wochenende.

„Bisher hat man in Europa auf Berlin geschaut, wenn man wissen wollte, in welche Richtung sich die Dinge entwickeln“, sagt Außenpolitiker Gary Schmitt vom konservativen Thinktank American Enterprise Institute: „Doch jetzt ist fraglich, ob das noch gilt.“ In Zweifel gezogen wird aber auch Kanzlerin Merkels langfristige politische Strategie. "Sie orientiert sich an kurzfristigen Überlegungen - und das ist ihre Schwäche", sagt Schmitt. Eine Schwäche, die in Washington aufmerksam registriert wird. „Auf Deutschland kann man bauen, so lange kein Risiko involviert ist. Sonst wohl eher nicht.“

Kommentare zu " Libyen-Krise und Atomdebatte: Merkels Politik isoliert Deutschland in der Welt"

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  • Die Deutschen haben Brüssel noch immer nicht lieben gelernt - deshalb ist es einfacher, Angst und Misstrauen gegenüber der Währungsunion zu schüren, als mühselige Vertrauensarbeit zu leisten. Wir müssen endlich begreifen, dass Deutschland von der EU am meisten profitiert. http://bit.ly/hO7Vn1

  • Da es Ihnen offenbar nicht möglich war, den Kommentar von C. Meyer aufzunehmen und Abwertung des nicht Verarbeitbaren keine realistische Lösung ist, kann ich zumindest sagen, wie ich es verstanden habe:

    Es gibt Fragen zu denen völlig gegensätzliche Ansichten trotzdem sehr vernünftig und respektabel sind. In solchen Fragen hört man notgedrungen auf seinen Bauch und muss sehen, wohin das führt.

    Ich glaube auch, dass Merkel/WeWe und Sarko sich zumindest auf dieser Ebene völlig einig sind. Mal sehen, welcher Bauch "recht" hatte oder ob beide Perspektiven sogar langfristig parallel bestehen können.

  • Zustimmung.
    Denn wir Wähler haben ja keine Alternative bei der nächsten Wahl
    Und das ist übrigens auch Merkels Verdienst
    Die CDU gibt es ja nicht mehr, die ist stramm sozialistisch.
    Wir schlittern mehr und mehr in Weimarer Verhältnisse
    Und wie hieß es danach? Wer hat unsd verraten? Spzialdemokraten.
    Und heute macht die SPD den gleichen Mist, kein Profil, kein eigenständiges Programm, nur nur Nachhächeln der Grünen
    Die älteste Partei Deutschlands zerstört sich selbst

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