Liechtenstein-Ermittlungen
200 weitere Steuerflüchtlinge müssen bangen

Die Affäre um versteckte Millionen in Liechtenstein ist noch lange nicht vorbei. Nach Informationen des Handelsblatts aus Ermittlerkreisen stehen weitere Hausdurchsuchungen bevor. Dabei soll es sich um bis zu 200 weitere Fälle von Steuerhinterziehung handeln.

DÜSSELDORF. Die Durchsuchungen sollen im Mai erfolgen und seien bundesweit geplant, heißt es in den Kreisen. „Die Beschlussanträge laufen“, sagte ein Ermittler dem Handelsblatt. Durchsuchungen müssen vorab von einem Richter genehmigt werden.

Bei diesen Fällen handelt es sich um Täter, die trotz des Fahndungsrummels um die Verhaftung von Ex-Postchef Klaus Zumwinkel keine Selbstanzeige abgegeben haben. Nach Angaben der Ermittler, die sich auf Insider-Informationen aus Liechtensteinischen Banken stützen, sei die Steuerhinterziehung offensichtlich. Dennoch hätten sich diese Steuerflüchtige nicht beim Finanzamt offenbart. „Das ist für uns total unverständlich“, so ein Fahnder.

Nach Sichtung der Bankunterlagen hätte man zunächst die Steuerakten der Verdächtigen überprüft, ob diese nicht schon von der in den Jahren 2004 und 2005 möglichen Steueramnestie gebraucht gemacht haben. Bei den allerwenigsten sei dies jedoch der Fall gewesen.

Die Fahnder vermuten, dass viele die Steueramnestie aus Angst vor öffentlicher Enttarnung nicht genutzt haben. „Die haben den Finanzbehörden offenbar nicht getraut, dass diese die Namen der Amnestierten wirklich geheim halten“, so ein Ermittler.

Die Informationen der Steuerfahnder stammen vom BND. Dieser hatte für umfangreiche Geschäftsunterlagen unter anderem aus der LGT-Bank des Liechtensteinischen Fürsten Hans Adam rund fünf Millionen Euro an einen mittlerweile untergetauchten Informanten gezahlt. Die Rechtmäßigkeit dieser Vorgehensweise ist unter Juristen umstritten.

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