Liechtensteiner Daten Das Geschäft seines Lebens

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat den Kauf der Liechtensteiner Daten zur Aufklärung von Steuerhinterziehungen als „das Geschäft meines Lebens“ bezeichnet. „Gut vier Mill. Euro Investition und erwartete 300 Mill. Euro Ertrag. Sensationell!“ Während der SPD-Politiker jubelt, müssen Steuersünder weiter bangen: Nach Informationen des Handelsblatts sollen noch zahlreiche weitere Fälle folgen.

asr/ ke/ HB DÜSSELDORF. „Gut vier Mill. Euro Investition und erwartete 300 Mill. Euro Ertrag. Sensationell! Und jeder sieht: Auch die da oben müssen sich an die Regeln halten, die für alle gelten“, sagte er der „Frankfurter Rundschau“. Die Ermittler der Steuerfahndung Wuppertal und der Bochumer Staatsanwaltschaft stützen sich laut „Süddeutscher Zeitung“ mittlerweile auf mehrere Informanten aus dem Fürstentum. Das Blatt zitiert einen der Ermittler mit dem Satz: „Mäuse treten meist im Rudel auf.“ Bislang war nur bekannt, dass ein Informant die Daten verkauft hat.

Am Dienstag hatte die Staatsanwaltschaft Bochum ihrer Ermittlungen gegen Deutsche bilanziert, die mit Hilfe der Liechtensteinischen Fürstenbank LGT Steuern hinterzogen haben: Demnach sind mindestens 200 Mill. Euro am Fiskus vorbei ins Ausland geschafft worden. Bei 150 Beschuldigten gab es in den vergangenen Tagen Durchsuchungen; 91 von ihnen haben bereits gestanden.

Nach Informationen des Handelsblatts aus Justizkreisen sollen noch über 200 weitere Fälle folgen. Dabei seien durchaus auch noch Durchsuchungsaktionen zu erwarten, hieß es. Teilweise kämen die mutmaßlichen Steuersünder ihrer öffentlichen Enttarnung aber auch durch heimliche Selbstanzeigen zuvor. Das sei auch der Grund, warum bislang noch kein prominenter Name außer dem von Ex-Postchef Klaus Zumwinkel an die Öffentlichkeit gelangt sei. „Unter den Betroffenen sind aber nicht nur zwei, drei Prominente“, hieß es. „Das sind mehr.“ Bei der Überprüfung der Steuerunterlagen habe sich zudem herausgestellt, dass einige der Beschuldigten zwar im Jahr 2004/2005 eine Amnestieerklärung abgegeben hatten. Diese sei aber inhaltlich unvollständig gewesen.

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