Streit mit CDU droht

Lindner will Geld für Arbeitslose kürzen

Entgegen dem Rat vieler Experten hatte die Große Koalition 2008 die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes verlängert. Nun will die FDP die Entscheidung zurückdrehen - es droht neuer Ärger in der Koalition.
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Der Generalsekretär der FDP, Christian Lindner. Quelle: dapd

Der Generalsekretär der FDP, Christian Lindner.

(Foto: dapd)

Angesichts des Booms am Arbeitsmarkt will FDP-Generalsekretär Christian Lindner die Arbeitslosengeld-Bezugsdauer für ältere Arbeitnehmer verkürzen. "Die Lage auf dem Arbeitsmarkt erfordert keine Quasi-Frühverrentungsformen. Ältere Arbeitnehmer werden als Fachkräfte gebraucht“, sagte Lindner dem Handelsblatt (Mittwochausgabe). Selbst die Bundesagentur für Arbeit sehe die aktuelle Bezugsdauer von bis zu zwei Jahren kritisch. „Wenn die Union Mut hat, folgt sie mit uns dem Rat der Experten“, sagte Lindner.

Der Vorstoß Lindners dürfte in der Koalition für erheblichen Zündstoff sorgen, weil die Bezugsdauer erst Anfang 2008 von der Großen Koalition unter Federführung der CDU/CSU verlängert worden war. Bis dahin konnten Arbeitslose im Regelfall bis zu zwölf Monate lang Arbeitslosengeld I beziehen, nur für Versicherte über 58 waren es 18 Monate. Die Kürzung würde eine Entlastung der Beitragzahler um 1,5 Mrd. Euro pro Jahr bringen, sagte Lindner.

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55 Kommentare zu "Lindner provoziert CDU: FDP will Leistungen für ältere Arbeitslose kürzen"

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  • Bevor ich die Aussage von lindner eischätzen kann, muss sie mir jemand noch genauer erklären.
    Ich bin rentenmäßig nicht informiert, verstehe aber seine Aussage so, dass man mit 60 in Rente gehen kann (Frühverrentung).
    Weiter ist Logik nicht so meine Stärke. Da frage ich die Leser:
    Wenn ein Alter so gesucht ist, dass er nicht länger als ein Jahr arbeitslos sein kann, wiso muss man dann ein Gesetz ändern, welches nie zur Anwendung kommt? Und weiter: Ist ein Alter der arbeitslos ist zwingend eine Fachkraft (die ja dingend gebraucht wird)?
    Und drittens verstehe ich nicht, warum die Versicherung, in der Arbeitnehmer selber eingezahlt haben (zumindest 50%) nicht unterstützen sollen, dafür aber der Staat, wenn der AL sein Vermögen aufgebraucht hat und er dann später keinen ausreichenden Rentenanspruch mehr hat.
    Ich muss mich hier noch mal entschuldigen: mit Logik hab' ich's nicht so.

  • BINGO
    NB Soeben habe ich eine Absage von VW bekommen, wobei "hoffen sie, dass ich den weiterhin verbunden bleibe"
    Ja - habe ich geantwortet - bin ich sehr verbunden, wenn ich kein Job habe, dann freue mich, dass er für mich schuftet, oder?

  • Schluss mit Lotto und Blumen !

    Nach 30 Jahren Arbeit unsd 12 Monaten ALG I.

  • Wenn ältere Arbeitslose wirklich so stark nachgefragt werden, dürften sie ja auch schnell einen Job finden und damit auch kein Arbeitslosengeld mehr benötigen.
    Also dürfte sich eine Änderung doch sowieso nicht auswirken.
    Wieso dann überhaupt der Vorstoss?
    Oder stimmt das mit der Nachfrage doch nicht so wie es die FDP gerne darstellt?

  • Kann man nicht mal diesen notorischen Wichtigtuer einer abgewirtschafteten Voodoo-Partei aus der Debatte herausnehmen. Dieser Mann weiß überhaupt nicht, was er mit seinen unsinnigen Statements anrichtet. Da schwappt purer Populismus über die Stammtische. Wenn es eine Partei gibt, die sich ideologisch total verrannt hat, dann ist es diese F(falsch) D(reist) P(lump) Partei, die junge Hirne um sich versammelt hat, die sich nur noch dazu berufen fühlen, eloquent den Machterhalt zu sichern. Anstatt ein sachlich fundiertes politisches Programm auf die Beine zu stellen, bewerfen diese Sesselfurzer ihren Staat mit marktratikaler Pampe, die sich aus der immer gleichen Sinnfreiheit abgehalfterter neoliberaler Versatzstücke speist.

  • Warten Sie, bis Sie gut über 50 werden und Ihren Job verlieren, good luck !!!

  • Mit 57 Jahren und fast 100 Bewerbungen als erfahrene Fachmann habe ich im Superwirtschaftsjahr 2011 NUR Absagen bekommen, und zwar von den gleichen Firmen die nach den arbeitslosen Griechen und anderen schreien. Im Vergleich bei etwa 25 Bewerbungen im Ausland habe ich 10 Einladungen zum Vorstellungsgespräch bekommen, davon waren etwa 6 Firmen interessiert, mich einzustellen.
    Daher Herr Lindner reden Sie (sorry) Blödsinn. Nicht mal mein Betreuer von der Agentur für Arbeit glaubt, dass man in DE einen 55 und mehr einstellt. Trotzt der Konjuktur. Und meiner einschlägigen Erfahrungen. Pech, dass die Firma, wo ich tätig war, ist Insolvent geworden, durch die jungen dynamischen möchte gerne Manager - no risk no fun.

    Herr Lindner, ich hätte für Sie ein weiteres TOP Thema, Euthanasie für alle über 55, dann hätten Sie sehr viele Probleme gelöst und viel Geld abkassiert. Nur eine Frage nebenbei - was machen Sie dann an Ihrem 55 Geburtstag. Mit der Torte verschlucken?

  • solch dumme politiker haben wir zu hauf in diesem land.
    es ist eine schande, dass diese leute ihr menschenverachtendes geistesgut veröffentlichen dürfen. grasgrün hinter den ohren, noch nie gearbeitet, geistig ein tiefflieger aber den mund aufreißen. das sind narren der allerübelsten sorte.

  • Die Arbeitslosenversicherung ist eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit. Jemand der 40 J eingezahlt hat soll genauso wie einer der nur 1 oder 2 J eingezahlt abgespeist werden? Liebe FDP; wie wäre es, wenn die Einzahlungen für die Arbeitslosenversicherung auf ein individuelles Konto des Einzahlers erfolget?
    Herr Lindner: Sie treffen einen Nerv hier und schaden mit solchen Überlegungen sich und der Partei.

  • Lindner trägt mit seinen dreisten Vorschlägen dazu bei, den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft weiter zu demontieren. Gehen Sie alle wählen, damit der Spuk dieser Zwergen-Partei endlich ein Ende hat.

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