Lindner provoziert CDU
FDP will Leistungen für ältere Arbeitslose kürzen

Entgegen dem Rat vieler Experten hatte die Große Koalition 2008 die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes verlängert. Nun will die FDP die Entscheidung zurückdrehen - es droht neuer Ärger in der Koalition.
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Angesichts des Booms am Arbeitsmarkt will FDP-Generalsekretär Christian Lindner die Arbeitslosengeld-Bezugsdauer für ältere Arbeitnehmer verkürzen. "Die Lage auf dem Arbeitsmarkt erfordert keine Quasi-Frühverrentungsformen. Ältere Arbeitnehmer werden als Fachkräfte gebraucht“, sagte Lindner dem Handelsblatt (Mittwochausgabe). Selbst die Bundesagentur für Arbeit sehe die aktuelle Bezugsdauer von bis zu zwei Jahren kritisch. „Wenn die Union Mut hat, folgt sie mit uns dem Rat der Experten“, sagte Lindner.

Der Vorstoß Lindners dürfte in der Koalition für erheblichen Zündstoff sorgen, weil die Bezugsdauer erst Anfang 2008 von der Großen Koalition unter Federführung der CDU/CSU verlängert worden war. Bis dahin konnten Arbeitslose im Regelfall bis zu zwölf Monate lang Arbeitslosengeld I beziehen, nur für Versicherte über 58 waren es 18 Monate. Die Kürzung würde eine Entlastung der Beitragzahler um 1,5 Mrd. Euro pro Jahr bringen, sagte Lindner.

Der Autor ist Ressortleiter Wirtschaft und Politik.
Thomas Sigmund
Handelsblatt / Ressortleiter Politik und Leiter des Hauptstadtbüros
Dietrich Creutzburg
Dietrich Creutzburg
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Lindner provoziert CDU: FDP will Leistungen für ältere Arbeitslose kürzen"

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  • Bevor ich die Aussage von lindner eischätzen kann, muss sie mir jemand noch genauer erklären.
    Ich bin rentenmäßig nicht informiert, verstehe aber seine Aussage so, dass man mit 60 in Rente gehen kann (Frühverrentung).
    Weiter ist Logik nicht so meine Stärke. Da frage ich die Leser:
    Wenn ein Alter so gesucht ist, dass er nicht länger als ein Jahr arbeitslos sein kann, wiso muss man dann ein Gesetz ändern, welches nie zur Anwendung kommt? Und weiter: Ist ein Alter der arbeitslos ist zwingend eine Fachkraft (die ja dingend gebraucht wird)?
    Und drittens verstehe ich nicht, warum die Versicherung, in der Arbeitnehmer selber eingezahlt haben (zumindest 50%) nicht unterstützen sollen, dafür aber der Staat, wenn der AL sein Vermögen aufgebraucht hat und er dann später keinen ausreichenden Rentenanspruch mehr hat.
    Ich muss mich hier noch mal entschuldigen: mit Logik hab' ich's nicht so.

  • BINGO
    NB Soeben habe ich eine Absage von VW bekommen, wobei "hoffen sie, dass ich den weiterhin verbunden bleibe"
    Ja - habe ich geantwortet - bin ich sehr verbunden, wenn ich kein Job habe, dann freue mich, dass er für mich schuftet, oder?

  • Schluss mit Lotto und Blumen !

    Nach 30 Jahren Arbeit unsd 12 Monaten ALG I.

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