Linke kritisiert DGB-Chef Sommer: „Wenn er Wahlkampf machen will, muss er das Amt ruhen lassen“

Linke kritisiert DGB-Chef Sommer
„Wenn er Wahlkampf machen will, muss er das Amt ruhen lassen“

DGB-Chef Sommer überschreitet aus Sicht von Linkspartei-Chef Riexinger eine Grenze: Die Gewerkschaft müsse Distanz zu allen Parteien halten, stattdessen mache Sommer sie zur „fünften Kolonne“ der SPD.
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BerlinDer Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, hat DGB-Chef Michael Sommer mangelnde Distanz zur SPD vorgeworfen. „Wenn Sommer jetzt das SPD-Wahlprogramm lobt und ihr attestiert, wieder die Partei der kleinen Leute zu sein, dann überschreitet er definitiv die Grenzen, die ihm seine Rolle eigentlich setzt“, sagte Riexinger der „Stuttgarter Zeitung“.

Der DGB-Chef müsse sich entscheiden, ob er in erster Linie Gewerkschafter oder Parteibuchträger der SPD sei. „Wenn er für die SPD Wahlkampf machen will, muss er sein Amt ruhen lassen.“

Riexinger mahnte bei Sommer „gleiche Distanz zu allen Parteien an“. Die Einheitsgewerkschaft sei ein hohes Gut. „Wenn sich der DGB jetzt zur fünften Kolonne der SPD macht, kann er nachher schlecht den Protest anführen, wenn die SPD in einer großen Koalition Löhne und Renten rasiert.“ Mit dem Begriff „fünfte Kolonne“ ist die Vereinnahmung des DGB durch die SPD gemeint.

„Sommer sollte eigentlich aus den Fehlern von 2002 und 2003 gelernt haben“, sagte Riexinger unter Anspielung auf den damaligen Bundestagswahlkampf: Da hatte sich der DGB für die Sozialdemokraten stark gemacht, sich mit ihnen aber wegen der Sozial-Agenda 2010 und Hartz IV später total überworfen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Der DGB ist längst zum Instrument der von den Wirtschaftsverbänden gelenkten Einheitsparteien geworden, in deren Auftrag er die Lohnzurückhaltung als Dauerinstrument zementiert hat.
    Kein Tarifabschluss der letzten Jahre hat ausgereicht, den Gewerkschaftsmitgliedern eine Erhöhung der Reallöhne (preisbereinigte Nettolöhne) zu bescheren, bestenfalls kam eine schwarze Null dabei heraus.
    Nach wie vor gibt es sittenwidrige DGB-Tariflöhne, die unter dem Hartz-IV-Niveau liegen.
    Der DGB hat die Interessen der Arbeitnehmer verraten und trägt damit dazu bei, dass unsere Binnenwirtschaft kaum noch wächst, da die Höhe der Löhne die kaufkräftige Nachfrage bestimmt.
    Das mindeste, was man von einer Gewerkschaft erwarten sollte, wäre eine gerechte Verteilung des Volkseinkommens zwischen Wirtschaft und Arbeitnehmern; stattdessen wachsen die Unternehmens- und Vermögenseinkommen rasant und die nominellen Arbeitnehmereinkommen hinken hoffnungslos hinterher.

  • *Mythen in Tüten*

    flache Träume aus-geboren,
    das Reigen-heil ist Fantasie
    TV berieselt
    flüstern Stimmen sanft ins Ohr,
    alles ist Gut!

    Sorg Dich nicht,
    Gewerkschaften, wie Mythen aus Opas Zeiten,
    rufen auf mit Fistelstimmen
    *14.11.12 EU-Gewerkschaft-Anordnung zu P/ES/GR!*
    Jahrzehnte – satt und müd auf dem Thron
    und so herrlich warm am Ofen ist' s!

    Hört nicht auf die Warnenden, wild Beschwörenden
    düster Mahnenden -
    das „unsrer Zukunft Aller Erbe
    nur aus Sklavenhand den Hunger stillt!“
    aus dem TV dröhnt´s
    alles ist Gut!

    Sorg Dich nicht,
    denn wenn das Böse, hätten die Anderen doch längst.
    Alles ist Gut?

    s.kadenz für S.-K.

  • putzi, putzig herr sommer.

    wo im wahlprogramm steht noch gleich, dass die von den gewerkschaften bekämpfte rente erst ab 67 zurückgenommen wird?

    putzig, putzig. gewerkschafter und spd-mitglied.
    aber seine karriere ist ja abgeschlossen in seinem alter. der kann seine mitgewerkschafter ruhig ein zweites mal an die sozialdemokraten verraten. wiedergewählt werden will er ja als gewerkschaftboss eh nicht mehr.

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