Linken-Spitze: Wagenknecht will nicht mehr

Linken-Spitze
Wagenknecht will nicht mehr

Die Vorzeige-Linke Sahra Wagenknecht will nicht mehr an der Spitze ihrer Fraktion stehen. Ihr offener Brief an die Parteikollegen ist ein Angriff, vor allem auf Linken-Chef Gregor Gysi. Die Retourkutsche folgt prompt.
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BerlinDie stellvertretende Bundestags-Fraktionschefin der Linken, Sahra Wagenknecht, will im kommenden Herbst nicht für den Fraktionsvorsitz kandidieren. Wagenknecht begründete dies am Freitag in Berlin mit der mehrheitlichen Zustimmung ihrer Fraktion zum Griechenland-Hilfspaket in der vergangenen Woche.

„Ich halte es für einen strategischen Fehler, dass die große Mehrheit der Fraktion dem Antrag der Bundesregierung auf Verlängerung des griechischen „Hilfsprogramms“ zugestimmt hat“, heißt es in einer persönlichen Erklärung auf ihrer Website.

Das habe den letzten Anstoß für ihre Entscheidung gegeben, „über die ich schon seit längerem nachdenke“, schrieb sie. Neben den inhaltlichen Entscheidungen markiere der Verlauf der Fraktionssitzung von Ende Februar für Wagenknecht auch einen Umgang miteinander, den „ich nicht akzeptiere“.

Per Mehrheitsbeschluss sei ihr verweigert worden, der Fraktion auch nur die Argumente für ein anderes Stimmverhalten vorzutragen, und das „bei einem Thema, für das ich seit 2010 öffentlich an vorderster Stelle die Positionen der Linken vertrete“. Wagenknecht wertete das als einen „offenen Affront“. Ein Teil der Fraktion wolle offenbar in eine andere Richtung gehen, die sie nicht für sinnvoll halte.

Bei der Abstimmung im Bundestag zur Fristverlängerung für Griechenland hatten drei Linken-Abgeordnete der Großen Koalition ihre Zustimmung verweigert, Wagenknecht sowie neun weitere Mitglieder ihrer Fraktion hatten sich enthalten. Insgesamt hatten 542 von 587 anwesenden Abgeordneten mit Ja gestimmt, 32 – vornehmlich aus der Union – stimmten mit Nein, 13 enthielten sich.

Die absolute Mehrheit von 316 wurde dementsprechend deutlich überschritten. Schon dreimal hatte der Bundestag über Griechenland-Hilfen entschieden. So breit wie diesmal war die Zustimmung vorher nie gewesen.

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Wagenknecht will nicht mehr

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Gysi teilt gegen Wagenknecht aus

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  • @ Frau Andrea Merker

    >> Wer weiß wie Marktliberale ticken der weiß auch das Marktliberale Egoisten sind, sein müssen, sonst wären sie nämlich keine Marktliberalen. >>

    Mag sein. Die schlimmsten Marktliberale, die ich aus meiner Lebenserfahrung ermitteln durfte, sind bis dato die GRÜNEN gewesen, dicht gefolgt von den Sozis und der FDP/CDU.

    Mit anderen Worten, sind es die Staats-Liberalen, die ohne Rücksicht auf Verluste aus ideologischen, sonst welchen Gründen, ihren verfehlten Liberalismus dem Volk aufzwingen.

    Siehe "Energiewende", "Soli", "Frauenquote", "Ukraine-Konflikt", "Agenda 2010", "Flüchtlingsbehandlung", etc. All diese Sachen spielen gewaltig in die Wirtschaft hinein und strapazieren unseren Lebensstandard.

    Die AfD konnte ihren praktischen Marktliberalismus noch nicht unter Beweis stellen.
    Ihre kritische €-Haltung halte ich diesen Marktliberalen sehr zu Gute.

    Der € ist das schlimmste Übel unserer Neuzeit. Er spaltet Europa und treibt ganze Völker in die Armut. Mit der €-Sowjetunion ist natürlich der Kunststaat EUtopia eng verbunden. Diese Utopie wird uns noch sehr viele Menschenleben kosten.

    Und hier sind erst mal die AFD-Liberalen, nennen wir sie mal so, mit vernünftigen Ansätzen und Aufklärung unterwegs.

    Man muss ihnen die Chance geben, ihre Ansichten zu verwirklichen, wenn das Volk sie dazu wählt.

    Und wie es aussieht, vergrößert sich ihre Anhängerschaft täglich, und das Versagen und Irreführung der SED-Parteien ( Sozialistischer Einheitsbrei Deutschlands ) werden immer offensichtlicher.

    Die Unterjochung unseres Volkes durch die Amis ( siehe TTIP ) tut den Rest.

    Wir müssen uns von dieser SED ( CDU/CSU/SPD/FDP/GRÜNE/LINKE ) lösen !

    Die SED untergräbt unsere Demokratie, unsere Freiheit, unsere Wirtschaft, unseren Wohlstand, unsere Altersversorgung !

    Das ist ein viel schlimmeres Übel, als die marktliberalen Ansichten einer konservativen Partei.

    Ich sehe in der AfD auch vielmehr eine Protestbewegung gegen die etablierten Politoligarchen.


  • @Herr A. K?hler
    "@ Andrea Merker: Anscheinend nehmen sie für sich selbst und Frau Wagenknecht die Bezeichnung "Bessermensch" in Anspruch."

    Unterstellen Sie mir nicht Dinge die ich nicht geschrieben habe, ich hasse solche Leute, also lassen Sie das bitte!!!

    Ich schrieb: „Sie werden sich genauso wie alle “Bessermenschen“ von den mächtigsten Eliten korrumpieren lassen bzw. sich mit ihnen gemein machen!“

    Mit “Sie“ waren die Marktliberalen, die ich durchweg alle für Egoisten halte und die sich selbst gerne einen elitären Status geben, gemeint!!!

    "Wenn jemand, wie Frau Wagenknecht von einer Ideologie geleitet ist, ist es nicht stimmig, daß"Logik, Wissen und Gerechtigkeit" hierüber stehen."

    Selten soviel theoretische Unlogik gehört!
    Frau Wagenknecht war über die Jahrzehnte seit ihrem Eintritt ins Erwachsenenalter sehr wohl in der Lage ihre ideologische Sichtweise ihrer zunehmenden Logik, Wissen und humanem Denken anzupassen, zu relativieren oder infrage zu stellen. Mit 18 Jahren war sie noch eine unbeugsame Dogmatikerin. Sie sog seitdem vor allem wirtschaftliches Wissen wie ein Schwamm auf und konnte gar nicht anders als ihre eigene damals kommunistische Ideologie massiv zu überdenken und gravierend anzupassen. Die wenigsten können das in so einer authentischen und ehrlichen Art und Weise, dennoch ist es stimmig und gut.

    Ja, Ideologien, Religionen und Weltanschauungen haben mit Intelligenz und Wissen nichts gemein, dem denkenden Mensch sollten sie alle erst einmal suspekt sein. Die meisten halten einem menschlichen Denkprozess nicht stand, widersprechen dem liberalen Freiheitsgedanken und sind nicht selten konfrontativ oder polarisierend.

  • @Herr Vittorio Queri

    Es gibt so etwas wie Lebenserfahrung oder empirische Fakten, das heißt nicht alles muss erst immer und immer wieder erlebt werden. Das gilt natürlich nicht für Leute die ihre Hosen mit der Kneifzange anziehen, die leben in Parallelrealitäten und benötigen für alles erst den ultimativen Beweis.
    Wer weiß wie Marktliberale ticken der weiß auch das Marktliberale Egoisten sind, sein müssen, sonst wären sie nämlich keine Marktliberalen. Die echten unter ihnen sind durchweg mitleidlose Anhänger des Markt-Darwinismus, egal ob unternehmerischer Dinosaurier oder geschäftliche Mikrobe, wer versagt muss untergehen und muss neuem erfolgreicheren Unternehmen Platz machen, menschliche Härten spielen dabei keine Rolle. Je weniger Macht sie haben umso kompromissbereiter sind sie große menschliche Härten etwas zu minimieren, haben sie die Macht und sie sind plötzlich selbst finanziell-wirtschaftlich negativ betroffen, dann werden sie plötzlich feudal oder systemrelevant und müssen durch die Allgemeinheit gerettet werden!

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