Linksabweichler in SPD-Fraktion bleiben Partei treu
Zweifel an Lafontaines Linksbündnis

Nach dem Parteiaustritt von „Saar-Napoleon" Oskar Lafontaine ist eine Debatte über die Chancen für ein neues Linksbündnis mit dem Ex-SPD-Chef an der Spitze entbrannt. Während SPD-Chef Müntefering es als „ganz klare Herausforderung“ für seine Partei bezeichnet, dämpft trotz positiver Aussagen von Wahlforschern ausgerechnet PDS-Ikone Gregor Gysi die Erwartungen.

HB BERLIN. Gysi hält die Verwirklichung eines Linksbündnisses nach dem Vorbild des italienischen „Olivenbaums“, wie es Lafontaine vorschwebt, bis zur Bundestagswahl im Herbst für nicht mehr realisierbar. Der „Leipziger Volkszeitung“ sagte Gysi, innerhalb der kurzen Frist, wenn man auch noch einen aktiven Wahlkampf betreibe und sich nicht nur mit sich selbst und der Vereinigung beschäftigen wolle, „ist die Verwirklichung dieser spannenden Idee nicht real“.

Die linke WASG habe sich „doch gerade gegründet, um nicht PDS zu sein“, und in seiner eigenen Partei werde es „ganz sicher Monate dauern, um vielleicht am Ende Ja zu einer Vereinigung zu sagen“, fügte der frühere PDS-Chef hinzu. Wenn die PDS im Herbst in den Bundestag einziehe, müsse man aber die Zeit nutzen, „um diesen Weg in den nächsten Jahren zu gehen“.

Die SPD hat sich nach den Worten Gysis mit Gerhard Schröder „entsozialdemokratisiert“, weil sie „ja nicht mal mehr den Kapitalismus so gerecht und so sozial wie möglich gestalten“ wolle. Zu seinen eigenen Plänen für eine mögliche Bundestagskandidatur meinte er: „Ich brauche noch einen ärztlichen Rat. Den gibt es nächste oder übernächste Woche.“ Danach werde er sich entscheiden.

Als „ganz klare Herausforderung“ für seine Partei bezeichnete der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering ein mögliches Linksbündnis von PDS und Wahlalternative WASG. Er unterschätze diese Entwicklung nicht, sagte er am späten Dienstagabend nach einer Vorstandssitzung in Berlin. Er habe aber keine Hinweise, dass neben dem Lafontaine auch aktive SPD-Abgeordnete sich gegebenenfalls dort engagieren könnten. Der Parteiaustritt an sich war laut Müntefering bei der Sitzung kein Thema.

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