"Linksbündnis könnte bis zu zehn Prozent erzielen"
PDS sieht historische Chance

Ungeachtet der Kritik der WASG strebt die PDS für die im Herbst geplante Bundestagswahl ein Linksbündnis mit der SPD-Abspaltung an.

HB BERLIN. Dabei sei ein Wahlergebnis von acht bis zehn Prozent möglich, sagte PDS-Chef Lothar Bisky der „Süddeutschen Zeitung“ laut Vorabbericht vom Dienstag. „Eine neue Linke neben der SPD hat jetzt tatsächlich eine historische Chance.“ Vorwürfe der WASG, die die Bereitschaft der PDS für ein Zusammengehen in Frage stellte, wies Bisky zurück. Er suche nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der WASG.

Bisky bestritt, nur zum Schein mit der WASG zu verhandeln, eigentlich aber allein in den Bundestag einziehen zu wollen. Richtig sei, dass „ich als PDS-Vorsitzender die Pflicht habe dafür zu sorgen, dass meine Partei in Fraktionsstärke in den nächsten Bundestag einzieht - notfalls auch aus eigener Kraft“. Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit der WASG sei, dass die PDS ihre Identität nicht verliere. Deshalb lehne man auch die Forderung der Berliner WASG ab, die PDS-Senatoren aus der Landesregierung abzuziehen.

Bei ersten Gesprächen mit der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) über eine Zusammenarbeit am Montag seien alle offenen Fragen angesprochen worden, sagte Bisky. Expertengruppen sollten nun nach einer Lösung suchen. „Ich hoffe, dass das gelingt.“ Denn das Interesse an einer neuen Linken in Deutschland und einer sozialen Alternative sei sehr stark. Allerdings sehe er für eine Zusammenarbeit mit der WASG nur zwei Möglichkeiten: Die Bildung einer gemeinsamen Partei für die Bundestagswahl oder die Kandidatur von WASG-Mitgliedern auf offenen PDS-Listen.

Gegen letztere Variante wandte sich erneut die WASG. Für die WASG sei dies aber kein sehr guter Vorschlag, sagte deren Vorstandsmitglied Klaus Ernst im Bayerischen Rundfunk. Sein Kollege Thomas Händel zog im Gespräch mit der „tageszeitung“ die Bereitschaft der PDS zu einer Zusammenarbeit in Zweifel. „Ich habe den Eindruck, dass die PDS auf Zeit spielt. Sie will nicht mit uns kooperieren“, sagte Händel laut Vorabbericht. Der frühere PDS-Vorsitzende Gregor Gysi müsse gemeinsam mit Ex-SPD-Chef Oskar Lafontaine Druck auf seine Partei ausüben, damit es doch noch zu einer Zusammenarbeit komme, forderte Händel.

Bisky wiederholte die Hoffnung, dass Gysi im Wahlkampf für die PDS antreten wird. „Gysi spürt, dass er gebraucht wird. Wir haben nur einen Gysi“, sagte der PDS-Chef. Gysi, der voriges Jahr zwei Herzinfarkte erlitten hatte und sich einer Hirnoperation unterziehen musste, will in dieser oder in der nächsten Woche nach eingehender ärztlicher Untersuchung entscheiden, ob er wieder antritt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%