Linksfraktion
Gysi kann sich Wagenknecht als Nachfolgerin vorstellen

Auch wenn Gregor Gysi vor einigen Jahren Sahra Wagenknechts Aufstieg nicht befürwortete, kann er sie sich nun gut als seine künftige Nachfolgerin vorstellen. Ein Generationswechsel steht laut Fraktionschef bald an.
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MünchenLinken-Fraktionschef Gregor Gysi kann sich seine Stellvertreterin Sahra Wagenknecht gut als seine künftige Nachfolgerin vorstellen. "Irgendwann steht der Generationswechsel an. Ich würde es ihr gönnen", sagte Gysi der Zeitschrift "Bunte". "Das Zeug dazu entwickelt sie." Vor einigen Jahren habe er Wagenknechts Aufstieg nicht befürwortet, fügte der Fraktionschef hinzu. "Heute hat sie nicht nur Karl Marx, sondern auch Ludwig Erhard gelesen - und verstanden."

Nun müsse Wagenknecht nur noch lernen, ihre Erkenntnisse auch Leuten zu vermitteln, die sich kaum mit Politik beschäftigten. Wagenknecht, die mit dem früheren Linke-Vorsitzenden Oskar Lafontaine liiert ist, gilt als Vertreterin des linken Parteiflügels und hatte als einstige Wortführerin der Kommunistischen Plattform einst viel interne Kritik auf sich gezogen.

Gysi äußerte sich positiv über sein derzeitiges Verhältnis zu Lafontaine. Mit ihm verstehe er sich inzwischen gut. Die beiden sprächen "so deutlich miteinander wie nie zuvor, sagte der Fraktionschef. "Der Ton ist wieder besser geworden, wir meistern die Widersprüche." In Führungsstreit der Linken, bei dem es um die Rivalität zwischen Reformern und den radikaleren Kräften ging, hatten sich im Frühjahr auch Gysi und Lafontaine zerstritten.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Linksfraktion: Gysi kann sich Wagenknecht als Nachfolgerin vorstellen"

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  • Richtig! Frau Wagenknecht hat ihre radikalen Standpunkte relativiert und ist auf dem besten Wege diese Partei salonfähig zu machen. Aus dem rohen Diamant könnte ein Brillant werden; wenn sie an sich "feilt". Man gebe der Jugend das Recht kritsch zu sein, wenn vernüftige Alternativen geboten werden.

  • für die linkspartei kann es wohl nicht besseres geben, dass diese in wirtschaftsfragen versierte frau eine führungsposition übernimmt.

    es ist ja schon ein treppenwitz der geschichte, dass ausgerechnet die linkspartei gerade im bezug auf die banken als einzige partei das leistungs- und riskoprinzip einfordert. wer das risiko hat, soll auch den gewinn haben, aber wer den gewinn haben kann soll auch das risiko tragen. sprich, wenn die banken sich verzockt haben kann es nicht sein, dass die steuerzahler alles bezahlen und keine eigentumsanteile an den banken erlangen. geht die zockerei gut, werden die gewinne mit dem hilfsarbeitersteuersatz von 25% versteuert.

    die wahren verfechter einer freien, sozialen marktwirtschaft finden sich inzwischen in den reihen der linkspartei.

    man höre und staune...

  • Sie sagt zwar vieles was andere nicht sagen. Aber an den Kern der Dinge kommt sie auch nie heran....
    Politiker halt....

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