Linkspartei
Lafontaine kann sich Comeback vorstellen

In der Linkspartei brodelt es. Nach den Wahlniederlagen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sprach Gregor Gysi von einer Rückkehr Oskar Lafontaines in die Bundespolitik. Eine Personaldebatte wolle er jedoch nicht anstoßen. Die Parteispitze reagiert empört.
  • 0

Berlin Linksfraktionschef Gregor Gysi hat ein Comeback des früheren Parteivorsitzenden Oskar Lafontaine ins Gespräch gebracht und damit für massiven Unmut in den eigenen Reihen gesorgt.

Lafontaine schließe eine Rückkehr in die Bundespolitik für "Notfallsituationen" nicht aus, sagte Gysi am Mittwoch. Mehrere führende Parteifunktionäre warfen dem Fraktionschef vor, damit eine unnötige Personaldebatte vom Zaun zu brechen.

Parteichefin Gesine Lötzsch ermahnte ihn zu mehr Zurückhaltung in Personalfragen. "Über den Parteivorsitz entscheiden in einer demokratischen Partei Parteitage", sagte Lötzsch dem "Neuen Deutschland". "Gregor Gysi ist ein hochbegabter Politiker, aber als Pressesprecher von Oskar Lafontaine völlig ungeeignet."

Lafontaine hatte sich im vergangenen Frühjahr wegen einer Krebserkrankung vom Parteivorsitz zurückgezogen und ist seitdem nur noch saarländischer Linken-Fraktionsvorsitzender. Die Nachfolger Gesine Lötzsch und Klaus Ernst sind innerparteilich umstritten. Die Kritik an ihrem Führungsstil hatte nach den Wahlniederlagen der Linken in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zugenommen - allerdings nur hinter vorgehaltener Hand.

Lötzsch und Ernst sind bis zum Frühjahr 2012 gewählt. Gysi sprach sich dagegen aus, vorher über einen Wechsel an der Parteispitze zu diskutieren. "Personaldebatten brauchen wir nicht." Gleichzeitig brachte er aber Lafontaine ins Spiel. Im Augenblick habe der 67-Jährige zwar nicht die Absicht, ein bundespolitisches Spitzenamt zu übernehmen. In einer Notsituation könnte er aber bereit stehen. Was eine Notsituation ist, wollte Gysi nicht sagen. Er selbst sehe eine solche Lage derzeit nicht, betonte er. Der Fraktionschef berief sich bei seinen Aussagen auf ein Gespräch, das er mit Lafontaine über die Lage der Partei geführt hat.

Seite 1:

Lafontaine kann sich Comeback vorstellen

Seite 2:

Kommentare zu " Linkspartei : Lafontaine kann sich Comeback vorstellen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%