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Live-Interview: „Der Bürgerdialog ist keine philosophische Diskussion“

Merkel sucht den Bürgerkontakt auch über das Internet. Am Donnerstag gab sie dem Chef der Kommunikationsplattform politik-digital ein Live-Interview, das nur im Web übertragen wurde. Hauptthema: ihr Zukunftsdialog.

Webseite Zukunftsdialog Merkel. Quelle: HB-online
Webseite Zukunftsdialog Merkel. Quelle: HB-online

DüsseldorfAuf einer Internetplattform können interessierte Bürger seit Anfang Februar Antworten auf zentrale Fragen der Zukunft geben. Nutzer der Plattform können über die Vorschläge abstimmen und sie kommentieren. Zusätzlich bewerten ausgewählte Experten die Ideen der Bürger. Die zehn Nutzer, deren Beiträge die meisten Stimmen bekommen haben, werden am Ende ins Kanzleramt zu einem Treffen mit der Bundeskanzlerin eingeladen. Gleiches gilt für die zehn Nutzer, deren Vorschläge die Experten am sinnvollsten finden.

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Bürgerbeteiligung im Netz Merkels (Schein-)Dialog

Bundeskanzlerin Merkel will mit ihrem Zukunftsdialog die Bürger stärker beteiligen. Aber bislang fordern die beliebtesten Vorschläge legale Drogen und offene Islamkritik - ein richtiger Dialog sieht anders aus.

Bürgerbeteiligung im Netz: Merkels (Schein-)Dialog

Sie wolle wissen, wie die Bürger sich ihre eigene Zukunft vorstellen, so die Kanzlerin auf die Frage, warum sie den Zukunftsdialog ins Leben gerufen hätte. “Wir wollen den Bürgern die Möglichkeit geben, auf wichtige Fragen zu antworten”, sagt die Kanzlerin. Diese Fragen hat die Regierung relativ allgemein gehalten: Wie wollen wir zusammenleben? Wovon wollen wir leben? Wie wollen wir lernen?

Bereits bei ihren früheren Bürgerdialogen, beispielsweise auf dem Videoportal YouTube, seien dies die am häufigsten gestellten Fragen gewesen. Die Fragen seien auch deswegen so allgemein gewählt worden, damit die Menschen ihre Ideen ohne konkrete Vorgaben äußern können, so die Bundeskanzlerin. “Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass wir irgendwann Expertenmeinungen ins Portal stellen und die Bürger fragen, was sie davon halten”, sagt Merkel. Insgesamt hofft die Kanzlerin, dass aus den gesammelten Vorschlägen irgendwann konkrete Projekte werden.

Zukunftsdialog Die Digital-Politiker

  • Zukunftsdialog: Die Digital-Politiker
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  • Zukunftsdialog: Die Digital-Politiker
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Ein Nutzer des Zukunftsdialog-Portals stellte die Glaubwürdigkeit der Vorschläge in Frage. Merkel räumte zwar ein, dass es seit dem Start der Plattform am 1. Februar einen Manipulationsversuch gegeben hat. “Allerdings sind die Vorschläge in sich erstmal glaubwürdig”, so die Kanzlerin. “Der Bürgerdialog ist keine philosophische Diskussion, zusammen mit den Beteiligten wollen wir auch etwas umsetzen”, so Merkel.
Selbst Lobbyverbänden wie dem Deutsche Hanf Verband (DHV) zollte Merkel Respekt. Man merke, dass der DHV eine gut organisierte Community sei. Der Verband hatte die Legalisierung von Cannabis gefordert und liegt damit auf Platz Zwei der beliebtesten Vorschläge. “Die Mehrheit der Beteiligten stellt aber Fragen, die eine breite Öffentlichkeit angehen”, sagt Merkel.
Keine Volksabstimmung im Netz

Laut der Kanzlerin werde das Internet in der Frage, wie man Bürger besser beteiligen kann, eine immer größere Rolle spielen. Es sei daher wichtig, dass auch die ländlichen Regionen Deutschlands Zugang zu Breitbandinternet bekommen. Der Zukunftsdialog sei zwar ein erster wichtiger Schritt zu mehr Bürgerbeteiligung im Netz. Volksabstimmungen im Netz seien aber rein rechtlich gar nicht machbar. “Bei einer derartigen Entscheidung müssen wir repräsentative Resultate haben, da müssen alle mitmachen können”, sagt Merkel. Was derartige Themen angeht, bewundere sie beispielsweise die baltischen Staaten. Dort werden bereits ganze Kabinettssitzungen per Computer durchgeführt, auch Wahlen per Internet sind möglich. US-Präsident Barack Obama hielt vor wenigen Wochen ebenfalls eine digitale Bürgerversammlung im Netz ab, über die Hangout Videofunktion des sozialen Netzwerks Google+. “Was derartige Themen angeht sind wir in Deutschland noch weit zurück und auch sehr langsam”, so Merkel.

  • 12.02.2012, 12:29 UhrAnonymer Benutzer: Herr_Bert

    Der Dialog ist genauso ernst zu nehmen, wie dieser Vorschlag:

    https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/20-Vorschlaege/10-Wie-Leben/Einzelansicht/vorschlaege_einzelansicht_node.html?cms_idIdea=4722

  • 11.02.2012, 23:05 UhrAnonymer Benutzer: GustavWall

    Die zweite Frage an die Bundeskanzlerin wurde leider zensiert. Diese Frage lautet im Original:
    “2. westeGobi: Frau Bundeskanzlerin, halten Sie die Abstimmungsergebnisse des Online-Zukunftsdialogs für glaubwürdig? Mehr dazu s. ‘Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin – Abstimmungsergebnisse unglaubwürdig!’ – https://oldenburg.piratenpad.de/70 . (vom 07.02.2012 09:20:34)”

    Meine Eindrücke vom Interview, das Dr. Wenzel [1] mit der Bundeskanzlerin am 09.02.2012 geführt hat hier https://buerger-gestalten.piratenpad.de/7 .

    Unverständlicherweise sind alle Fragen zum Livestream Interview der Bundeskanzlerin, auch die drei Fragen, die im Interview am 09.02.2012 gestellt und beantwortet wurden, von der interaktiven Website der Bundeskanzlerin https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/90-Umfrage/_node.html bereits am 10.02.2012 entfernt. Obwohl das Redaktionsteam des Bundespresseamtes hier http://bit.ly/das-redaktionsteam-informiert-2012-02-10 schreibt: “Entgegen einzelner Meinungen werden alle Vorschläge und Kommentare, die den Regeln der Website entsprechen, von uns auch freigeschaltet.”

    Ganz schon clever – erst freischalten, um dann wieder im digitalen Nirwana verschwinden zu lassen ;-|

  • 10.02.2012, 13:01 UhrAnonymer Benutzer: Prosa

    Sollte ein Leser hier glauben,es wäre so,wie Frau Merkel sagt,der möchte doch bitte im Bundestag in DIP21 lesen,was denn da bereits beschlossen wurde unter Ausschluß der Öffentlichkeit.Bezogen auf die 3 Fragen in ihrer Seite.

    Wer bringt den gläubigen CDU-Wählern nun noch bei,daß sich die Loby,egal welcher Sparte,nicht aushebeln läßt?
    Es ist schon bitter,wenn man eine Kanzlerin hat,die es noch nicht mal in ihrer eigenen Seite schafft,klar zu formulieren und wahlkampftaktisch alles unter Vorbehalt macht.
    Ja,der Islam ist und bleibt ein großes Thema.Der größte Fehler von Frau Merkel war,DAS zu ignorieren.
    Wahlkampftaktisch könnte sie einpacken,..wenn die Wähler begreifen,was sie damit getan hat.
    Nämlich,dem Bürger einen Maulkorb erteilt!Aug IGNORE gesetzt.
    Frau Merkel will sich selbst beweihräuchern und beim Volk einkaufen,mehr nicht.Ihr Buch.Ich kaufs sicher nicht!

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