Liveblog zum Nachlesen: David McAllisters bittere Stunden

Liveblog zum Nachlesen
David McAllisters bittere Stunden

Die FDP hat den Einzug in den Landtag klar geschafft, auf Kosten der CDU. So steht Niedersachsen vor einem Regierungswechsel: Beim vorläufigen Endergebnis liegt Rot-Grün knapp vor Schwarz-Gelb. Der Wahlabend zum Nachlesen.
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+++ 23.40 Uhr +++ Wahlleiterin bestätigt Sieg von Rot-Grün

Die Landeswahlleiterin Ulrike Sachs hat in Hannover das vorläufige amtliche Endergebnis der Landtagswahl in Niedersachsen bekanntgegeben: CDU bei 36,0%, die SPD bei 32,6%, die FDP bei 9,9%, die Grünen bei 13,7%, die Linkspartei bei 3,1% und die Piraten bei 2,1%. Die Wahlbeteiligung lag bei 59,4%. Die Sitzverteilung: Danach kommt die CDU auf 54, die SPD auf 49, die Grünen auf 20 und die FDP auf 14 Sitze. So steht die knappe rot-grüne Mehrheit.

+++ 23.25 Uhr +++ Wahlergebnis wird gleich verkündet

Nur noch wenige Minuten, dann sollten die letzten Hochrechnungen auch von offizieller Seite bestätigt werden:

+++ 23.15 Uhr +++ Stephan Weil reicht ein Mandat Vorsprung

Der neue Ministerpräsident Niedersachsens dürfte Stephan Weil heißen. Er will auch bei nur einem Mandat Mehrheit eine rot-grüne Koalition bilden. „Bei dem Stand der Dinge habe ich das auch vor“, sagte er in der ARD. „Meine Stimmung wird derzeit immer besser und immer zuversichtlicher.“

+++ 23.10 Uhr +++ David McAllister gibt noch nicht auf

„Solange das amtliche Endergebnis noch nicht vorliegt, sage ich auch nichts zum Wahlergebnis“, so McAllister nach den jüngsten Hochrechnungen.

+++ 22.50 Uhr +++ Rot-Grün gewinnt mit einem Sitz Vorsprung

Die neue Hochrechnung der ARD sieht die CDU bei 36,0%, die SPD bei 32,6%, die FDP bei 9,9%, die Grünen bei 13,7%, die Linkspartei bei 3,2% und die Piraten bei 2,1%. Damit liegt Rot-Grün mit 46,3 Prozent um 0,4 Prozent vor Schwarz-Gelb. Damit ist ein Regierungswechsel möglich. CDU und FDP kommen auf 68 – ein Mandat weniger als SPD und Grüne. Auch das ZDF sieht Rot-Grün nach Mandaten vor der amtierenden schwarz-gelben Koalition.

+++ 22.45 Uhr +++ Alles wartet auf Hameln/Rinteln

Nur noch ein Wahlkreis ist noch nicht ausgezählt: Hameln/Rinteln. Dem ein oder anderen schwant Böses: Droht ein zweites Florida? Dann müssten wir noch ein paar Tage auf das offizielle Endergebnis der Landtagswahl warten:

+++ 22.20 Uhr +++ Rot-Grün plötzlich um einen vor

In der neuen Hochrechnung der ARD liegt Rot-Grün wieder einen Sitz vor Schwarz-Gelb. Angeblich fehlen nur noch drei Wahlkreise, dann steht das Endergebnis fest.

+++ 22.15 Uhr +++ McAllister prescht schon mal vor

Die Wahl ist noch völlig offen, wenige Hundert Stimmen könnten am Ende entscheiden – doch Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat David McAllister beansprucht sicherheitshalber schon mal den Auftrag zur Bildung einer neuen Landesregierung für seine Partei. „Wir sind klar stärkste Kraft und die Nummer Eins in Niedersachsen“, sagte er im ZDF. Am liebsten wolle er die Koalition mit der FDP fortsetzen. Man müsse aber auch mit einem Patt bei der Sitzverteilung rechnen. Zuvor hatte McAllister nicht ausgeschlossen, in diesem Fall auch mit der SPD über eine große Koalition zu reden.
+++ 22.00 Uhr +++ Die 140-Zeichen-Analyse von Johannes Kahrs

Über Twitter verkündet der Sprecher des Seeheimer Kreises in der SPD, Johannes Kahrs, welche Lehren er aus der Landtagswahl zieht:

+++ 21.45 Uhr +++ Innenminister Schünemann patzt

Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) hat vor der Wahl für reichlich Wirbel gesorgt. Vor allem in der Debatte um Gewalt und Pyrotechnik in deutschen Fußballstadien forderte er ein rigides Vorgehen. Das hat ihm nicht nur Freunde gebracht – und womöglich ein paar wichtige Stimmen gekostet. Seinen Wahlkreis Holzminden musste der CDU-Politiker jedenfalls überraschend an seine SPD-Herausforderin Sabine Tippelt abgeben, wie die Landeswahlleiterin am Sonntagabend mitteilte. 2008 hatte Schünemann seinen Wahlkreis noch gewonnen. Abgeordneter des neuen niedersächsischen Landtags wird er dennoch werden, schließlich steht er auf Platz fünf der Landesliste.

+++ 21.40 Uhr +++ Spitzenkandidaten in ihren Wahlkreisen top

Im eigenen Bezirk haben David McAllister und Stephan Weil nichts anbrennen lassen. Der CDU-Spitzenkandidat McAllister holte im Bezirk Hadeln/Wesermünde 64,4 Prozent der Stimmen. Etwas spannender machte es Stephan Weil. Für den SPD-Kandidaten stimmten in seinem Wahlkreis Hannover-Buchholz immerhin 44,8 Prozent der Wähler. CDU-Herausforderer Jens-Michael Emmelmann kam auf 39,9 Prozent der Stimmen.

+++ 21.10 Uhr +++ Herber Dämpfer für Doris Schröder-Kopf
Die Ergebnisse aus den Wahlkreisen laufen ein. Eine Überraschung gibt es aus dem Bezirk Hannover-Döhren zu vermelden: Doris Schröder-Köpf (SPD) verliert gegen den CDU-Kandidaten Dirk Toepffer deutlich (33,8 Prozent zu 41,8 Prozent). Die Frau von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder wird aber vermutlich dennoch in den neuen Landtag in Hannover einziehen – sie steht auf Platz zwölf der Landesliste.

+++ 20.36 Uhr +++ Der eigentliche Wahlgewinner

Die Grünen schafften zum ersten Mal in Niedersachsen ein zweistelliges Ergebnis. Ihr bestes Ergebnis hatten sie Grünen vor fünf Jahren mit 8,0 Prozent erreicht, jetzt liegen sie bei fast 14 Prozent. Und es ist Bundesvorsitzende Claudia Roth, die das Motto des Abends prägt: "Der Tatort kommt heute Abend definitiv aus Niedersachsen." Und auch Jürgen Trittin ist weiterhin gut aufgelegt:

+++ 20:25 Uhr +++ Wahlleiterin läutet lange Nacht ein

Die niedersächsische Landeswahlleiterin Ulrike Sachs macht wenig Hoffnung auf eine schnelle Entscheidung: "Ich glaube, dass angesichts der knappen Hochrechnungen viele in den Wahlkreisen auch zweimal auszählen."

+++ 20:15 Uhr +++ Wie Piraten ihren Schiffbruch erklären

Christopher Lauer, Berliner Pirat, analysiert in seinem Blog den Absturz seiner Partei in Niedersachsen so: „Aufgrund unserer Sozialisation können die meisten von uns nicht mit Erfolg umgehen. (…) Als Partei, die in vier Landesparlamenten ist, die dieses Jahr in den Bundestag einziehen will, müssen wir endlich selbstbewusst mit unserem Erfolg klar kommen und verstehen, dass wir eben keine Loser mehr sind.“

+++ 20:10 Uhr +++ Leihstimmen in ungeahnter Dimension

Nach Erkenntnissen der ARD hat es bei dieser Landtagswahl ein Stimmensplitting in bislang einmaligem Ausmaß gegeben: 80 Prozent der Wähler, die ihre Zweitstimme der FDP gaben, votierten mit der Erststimme für die CDU. Insgesamt wanderten 101.000 Wähler von der CDU zur FDP.

+++ 20:02 Uhr +++ Rot-Grün holt auf

Das ZDF legt eine weitere Hochrechnung vor. Die CDU liegt bei 36,4 Prozent, die FDP bei 9,7 - doch die SPD legt auf 32,5 Prozent und die Grünen sogar auf 13,7 Prozent zu. Rechnet man das in Landtagsmandate um, dann liegen Rot-Grün und Schwarz-Gelb wieder gleichauf.

+++ 19:52 Uhr +++ McAllister bricht sein Schweigen
Ungewöhnlich lange mussten die CDU-Anhänger auf den amtierenden Ministerpräsidenten David McAllister warten. Immerhin hat die CDU mehr als sechs Prozentpunkte verloren - mehr als jede andere Partei. Dennoch gibt er sich zufrieden: „Die Aufholjagd hat sich gelohnt, die CDU ist die Nummer eins in Niedersachsen. Wir haben berechtigte Hoffnung, dass wir unsere erfolgreiche Koalition in Hannover fortsetzen können.“

+++ 19:44 Uhr +++ Schröder für Steinbrück

Die SPD versucht mit aller Kraft, die Debatte über einen Wechsel an der Spitze zu ersticken. Ex-Kanzler Gerhard Schröder bekräftigt in der ARD: „Steinbrück wird überhaupt nicht in Frage gestellt. Die SPD ist keine Partei, die sich von irgendwas umwerfen lässt. Das hat sie in 150 Jahren Geschichte bewiesen.“

Dietmar Neuerer hat sich in der SPD-Parteizentrale umgesehen, dazu auch der Kommentar von Stefan Kaufmann:

+++ 19:40 Uhr +++ Hauchdünner Vorsprung für Schwarz-Gelb

Die neue Hochrechnung für das ZDF sieht wieder eine Mehrheit von einem Sitz für Schwarz-Gelb im neuen Landtag. Der Hochrechnung zufolge kommen CDU und FDP gemeinsam auf 73 Mandate, SPD und Grüne vereinen danach 72 Sitze auf sich. Auch in einer neuen Hochrechnung für die ARD von 19.20 Uhr verfügt Schwarz-Gelb weiterhin über eine Mehrheit von einem Sitz vor Rot-Grün.

+++ 19:34 Uhr +++ Rösler: Wir legen los

FDP-Chef Philipp Rösler wertet den Wahlausgang als großen Tag für die Landes-FDP und für die FDP in ganz Deutschland. Schwarz-Gelb könne ein Sieg auch im Bund gelingen, rief er den Anhängern in Berlin entgegen. Mit der Wahl der richtigen Themen und engagierter Arbeit könne man es schaffen, trotz gegenteiliger Vorhersagen. „Das Rennen hat jetzt erst angefangen. Die Freien Demokraten werden jetzt loslegen.“

+++ 19:32 Uhr +++ Lagerwahlkampf für den Bund eröffnet

+++ 19:22 Uhr +++ FDP feiert - und schürt neue Unruhe

Obwohl die FDP in Feierlaune ist, gibt es immer noch Stimmen, die mit der Regie der Parteispitze nicht zufrieden ist. So plädiert der bayerische FDP-Fraktionschef Thomas Hacker für einen vorgezogenen Bundesparteitag. Der FDP-Bundesvorstand werde am Montag intensiv über "die Mannschaftsaufstellung für das Wahljahr 2013" beraten, sagte Hacker. "Egal, wie die Debatte ausgeht, es macht auf jeden Fall Sinn, den Parteitag nach vorne zu ziehen."

+++ 19:06 Uhr +++ Patt verfestigt sich
Auch der neuen Hochrechnung für das ZDF zufolge bleibt es beim Patt: Der gegen 19.00 Uhr veröffentlichten Hochrechnung der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen zufolge kommen Schwarz-Gelb und Rot-Grün im neuen Landtag auf je 75 Mandate. Nach Stimmanteilen liegen SPD und Grüne nun hauchdünn vor CDU und FDP.

+++ 18:52 Uhr +++ Steinbrück übernimmt Verantwortung
Peer Steinbrück sagt in Berlin: „Mir ist bewusst, dass es aus Berlin keinen Rückenwind für Niedersachsen gegeben hat und mir ist auch bewusst, dass ich maßgeblich eine gewisse Mitverantwortung dafür trage.“ Was das heißt, ließ er offen.

+++ 18:50 Uhr +++ Kein schöner Land ohne die FDP
Wie versprochen, der komplette Kommentar von Michael Inacker.

+++ 18:45 Uhr +++ Gabriel kämpft für Steinbrück

SPD-Chef Sigmar Gabriel gibt dem SPD-Kanzlerkandidaten Rückendeckung: „Was wären wir für ein jämmerlicher Haufen, wenn wir gleich den Kandidaten auswechseln würden, wenn der Wind mal von vorne kommt.“ Dann

greift er die Worte der Grünen auf: „Die SPD hat zugelegt, CDU hat verloren und die FDP hat aufgehört zu existieren und überlebt nur noch durch Fremdblutzufuhr.“ Und weiter: „Es hat sich gezeigt, dass Stimmen an die Linkspartei und an die Piraten in Deutschland verlorene Stimmen sind und deshalb müssen wir uns im Bundestagswahlkampf um diese Stimmen bemühen.“

Nach Trittin hatte auch Volker Beck das Thema Blutkonserve aufgegriffen:

+++ 18:37 Uhr +++ Kubicki sagt Revolte gegen Rösler ab
Der FDP-Landeschef von Schleswig Holstein, Wolfgang Kubicki, erklärt die Revolte gegen Parteichef Philipp Rösler für beendet: "Eins ist nach dieser Wahl sicher, einen vorgezogenen Parteitag wird es nicht geben. Ich werde Philipp Rösler wählen - andere Parteien haben deutlich größere Probleme mit ihrem Spitzenpersonal."

SPD-Bundestagsgeschäftsführer Thomas Oppermann kommentiert süffisant:

+++ 18:34 Uhr +++ Blitzanalyse
In einem ersten Kommentar urteilt Michael Inacker, Handelsblatt-Büroleiter Berlin:
"Das bürgerliche Lager  hat zurückgeschlagen. Obwohl man gemeinhin sagt, dass das Rückgrat in Deutschland nicht erfunden wurde, hat der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler mit seiner Standfestigkeit nicht nur seine Gegner, sondern auch seine Freunde – und die Wähler überrascht. Sie haben ihn dafür belohnt, dass er in dem unwürdigen Spiel einiger FDP-Spitzenpolitiker Haltung und Würde bewahrt hat. Zugleich konnte die Republik einen Blick in den Abgrund nehmen: ein Land ohne FDP wollen wohl doch so viele Menschen nicht. Das liberale Korrektiv wird gebraucht – und zwar auch für die Union." (Mehr in wenigen Minuten)

+++ 18:30 Uhr +++ Weil: Noch ist es zu früh
Der SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil äußert sich als erster der Spitzenleute in Hannover: „Es ist zu früh, sich als Sieger oder Verlierer zu präsentieren, das wird sich im Lauf des Abends ergeben. Nur soviel: Die niedersächsische SPD hat zugelegt. Dabei haben wir unter nicht ganz einfachen Bedingungen um Stimmen gerungen.“

+++ 18:26 Uhr +++ Trittin erklärt die Welt

Der Grünen-Fraktionsvorsitzender Jürgen Trittin in einer ersten Reaktion: „Es hat eine massive Verschiebung zwischnen den beiden Blöcken hinbekommen, zugunsten von Rot-Grün. (...) „Man muss die CDU und FDP zusammennehmen. Die FDP hat in Niedersachsen ja aufgehört als Partei zu existieren.“

+++ 18:24 Uhr +++ Piraten gestehen Niederlage ein

+++ 18:22 Uhr +++ Hauchdünne Mehrheit
Die ZDF-Hochrechnung sieht eine hauchdünne Mehrheit für Schwarz-Gelb. Aber das ist natürlich noch lange nicht die Entscheidung.

+++ 18:20 Uhr +++ Schwach in den Städten
Die CDU verliert wieder in den Städten:  Vor vier Jahren erhielt sie dort noch 33 Prozent, dieses Mal nur noch 26 Prozent.

+++ 18:16 Uhr +++ Die erste Hochrechnung

Die erste Hochrechnung der ARD stabilisiert den Gesamteindruck: CDU 36,2 Prozent; SPD 32,4 Prozent, FDP 10,0 Prozent, Grüne 13,4 Prozent, Linke Prozent 3.5, Piraten Prozent 1,9 Prozent. Demnach kämen FDP und CDU gemeinsam auf 68 Sitze, Rot-Grün auf 67. Aber da fehlen noch einige Mandate.

+++ 18:10 Uhr +++ Die Zahlen im Detail
Nach Prognosen der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen und von Infratest dimap kommt die CDU auf 36 bis 37 Prozent, die Liberalen liegen bei 9,5 bis 10,0 Prozent. Die SPD erhält 32,5 bis 33 Prozent, die Grünen erreichen 13,5 Prozent. Die Linke verpasst mit 3,0 bis 3,5 Prozent ebenso den Einzug in das Landesparlament wie die Piratenpartei mit 2,0 Prozent.
Der ZDF-Prognose zufolge verfügt die CDU im neuen Landtag über 59 Mandate, die SPD stellt 52 Abgeordnete, die Grünen haben 21 Sitze und die Liberalen 14.

2008 hatten die Christdemokraten 42,5 Prozent erreicht, die FDP kam auf 8,2 Prozent. Die SPD erzielte vor fünf Jahren 30,3 Prozent, auf die Grünen entfielen 8,0 Prozent und auf die Linke 7,1 Prozent. Die Piratenpartei war damals nicht angetreten.
+++ 18:07 Uhr +++ Bleibt Steinbrück?
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles gratuliert Spitzenkandidat Stephan Weil: „Er hat SPD stabil gehalten, obwohl es keine Rückendeckung aus Berlin gegeben hat“. Auf die Frage, ob Steinbrück Kanzlerkandidat bleibt: „Aber selbstverständlich“. Hubertus Heil ergänzt: „Dieser Abend wird auf jeden Fall spannender als der Tatort.“

+++ 18:04 +++ Absolutes Patt

Nach einer ersten Berechnung der Sitzverteilung kommen beide Lager exakt auf die gleich Zahl der Mandate: 73 zu 73. Damit fehlen beiden Seite ein einziges Mandat. Jetzt wird es dramatisch!

+++ 18:01 Uhr +++ Die erste Prognose

Nach den ersten Hochrechnungen schafft die FDP mit über 10 Prozent locker den Einzug in den Landtag. Die CDU gab offenbar Stimmen an den Koalitionspartner ab und erreicht noch 36 Prozent. Die SPD erhält 32,5 Prozent, die Grünen 13,5 Prozent - damit kommt es nach aktuellem Stand zu einem Patt zwischen Rot-Grün und Schwarz-Gelb. Piraten und Linke sind nicht mehr im Landtag.

+++ 17.50 Uhr +++ McAllister sieht FDP im Landtag
Ministerpräsident David McAllister (CDU) rechnet fest mit einem Einzug der FDP in den Landtag. "Die ist ganz sicher im Landtag", sagte er kurz vor den ersten Prognosen am Sonntagabend. Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Björn Thümler zeigte sich überzeugt von einem Erfolg der Liberalen. "Eines ist schon jetzt sicher, die FDP wird im Landtag sitzen", sagte er. Ansonsten sprach er von einem "harten Kampf" und einer "grandiosen Aufholjagd" seiner Partei.

+++ 17.45 Uhr +++ Nervöse Stimmung bei der SPD

In Berlin haben sich rund 200 Leute im Willy-Brandt-Haus versammelt. In der Berliner SPD-Zentrale wartet man gespannt auf die ersten Prognosen. Kulinarisches aus Niedersachsen soll den Genossen die Zeit vertreiben. Das Buffet ist übersichtlich, wer hungrig ist, dürfte nur schwerlich satt werden bei Makrele im Baguette, Flammkuchen mit Speck und Zwiebeln, Kartoffel-Möhren-Süppchen sowie zum Runterspülen Jever-Bier oder Weiß- und Spätburgunder.

+++ 17:30 Uhr +++ Das wird knapp, sehr knapp
Nach allen vorliegenden Informationen wird die Wahlentscheidung zwischen Schwarz-Gelb und Rot-Grün tatsächlich sehr knapp. Das heißt aber auch, dass die FDP wieder im Landtag vertreten wären. In 30 Minuten wissen wir mehr.

+++ 16:42 Uhr +++ Wahlbeteiligung legt zu

Bis zum Nachmittag scheinen sich die Niedersachsen für die niedrigen Temperaturen ausreichend gewappnet zu haben, um für eine höhere Wahlbeteiligung zu sorgen: Um 16.30 Uhr betrug sie 53,33 Prozent. Das sind deutliche vier Prozentpunkte mehr als bei der Landtagswahl 2008 um diese Uhrzeit.

+++ 16.30 Uhr +++ Auf den Fluren des Landtages

Die Kollegen von der HAZ sind natürlich ganz nah dran - und trauen sich, Gerüchte "von den Fluren des Landtages" zu publizieren. Dort werde geraunt, "dass Schwarz-Gelb die Wahl gewinnt – und die FDP sogar am Ende bei 7 Prozent landen könnten". Wie gesagt - Gerüchte. Echte Exitpolls hat bislang noch niemand gesehen, auch im Landtag nicht.

+++ 15.45 Uhr +++ Wohin heute Abend in Berlin?
Die Vorab-Zahlen dürfen nicht veröffentlicht werden, daran halten sich die Eingeweihten bislang auch. Allerdings, ein paar indiskrete Andeutungen gibt es schon.

+++ 15:30 Uhr +++ Bundespolitische Folgen
In den Parteizentralen kursieren die allerersten Vorabzahlen der Meinungsforscher. Wie immer streng vertraulich - und nicht immer ganz zuverlässig. Dennoch werden diese Zahlen stark beachtet, denn die Landtagswahl könnte auch für einige Bundespolitiker große Auswirkungen haben. Handelsblatt Online-Korrespondent Dietmar Neuerer geht die Szenarien durch:

+++ 14.35 Uhr +++ Grüne noch immer wach

Noch Fragen? Bis 18 Uhr geben die Grünen noch Antworten. Sofern sie nicht vor dem Rechner einschlafen. Schließlich dürfte die Aktion „Drei Tage wach“ an den Kräften zehren.

+++ 14.10 Uhr +++ Wahlkampf bis zur letzten Minute

In den Zeiten von Twitter fallen die Tabus. Bundespolitiker machen selbst am Wahltag noch Wahlkampf.





+++ 13:40 Uhr +++ Wahlbeteiligung zieht minimal an
Die Statistiker melden einen leichten Anstieg bei der Wahlbeteiligung: um 12.30 Uhr betrug sie 23,03 Prozent, 2008 waren es um diese Uhrzeit 22,65 Prozent.

+++ 13:10 Uhr +++ Ständige Erosion

Die Wahllokale verzeichnen einen weiterhin nur schlappen Zulauf. Bis Mittag hätten 23,03 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, teilte die Landeswahlleiterin mit. Fünf Jahre zuvor waren es zu diesem Zeitpunkt 22,65 Prozent. Am Ende hatte 2008 57,1 Prozent der Berechtigten gewählt. Das war bereits die niedrigste Wahlbeteiligung in der Geschichte des Landes. 1974 hatte sie noch bei 84,4 Prozent gelegen.

+++ 11:00 Uhr +++ Schwache Wahlbeteiligung
In Niedersachsen herrrscht vorwiegend sonniges Winterwetter – was die Wähler bislang nicht in die Wahllokale treibt. Zwei Stunden nach Öffnung der Wahllokale hatten knapp 5,4 Prozent ihre Stimme abgeben, wie eine Mitarbeiterin der Landeswahlleitung in Hannover mitteilte. Vor fünf Jahren hatte die Beteiligung zum selben Zeitpunkt bei rund 5,7 Prozent gelegen.

+++ 10:45 Uhr +++ Aufmarsch der Prominenz

Wie üblich gehen die Spitzenkandidaten und andere Prominente aller Parteien mit gutem Beispiel voran und geben nach/bei einem Winterspaziergang ihre Stimme ab.

+++ 10.30 Uhr +++ "Wir machen keinen Quatsch"

FDP-Bundeschef Philipp Rösler wählt mit Frau Wiebke in einer Grundschule in Isernhagen. Die Kollegen von der HAZ waren vor Ort und beobachten eine leichte Irritation. Der Bundeswirtschaftsminister findet sich vor einem Schild in der Klasse wieder, auf der steht: "Regeln für Gespräche: 1. Vor dem Sprechen melden. 2. Wir hören zu. 3. Wir rufen nicht dazwischen. 4. Wir machen keinen Quatsch." Rösler versucht es zu vermeiden, dass ihn Fotografen mit dem Schild im Hintergrund ablichten. Das scheint ihm gelungen zu sein.

+++ 09:50 Uhr +++ Die Ausgangslage

Nach den letzten Umfragen liegen die bevorzugten Koalitionen CDU und FDP sowie SPD und Grüne gleichauf. Besonders wichtig ist das Abschneiden der FDP, die an der Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern droht. Sollte das der Fall sein, hat der amtierende Ministerpräsident David McAllister keine Chance mehr, sein Amt zu verteidigen.

+++ 08:00 Uhr +++ Wahllolkale öffnen

Georg Watzlawek
Georg Watzlawek
Handelsblatt Online / Ressortleiter Wirtschaft und Politik
Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

Kommentare zu " Liveblog zum Nachlesen: David McAllisters bittere Stunden"

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  • "Nach Berlin, NRW, Bremen und BW, agiert jetzt auch das rot-grüne Chaos in NS."
    --------------------------
    Genau das war mein erster Gedanke, als ich heute mittag das Ergebnis sah. Also wird jetzt das nächste Bundesland an die Wand gefahren und im Bundesrat dominieren die grünsozialistischen Nein-Sager, die außer dem Geld des arbeitenden Bürger zum Fenster rauswerfen und EU-Schulden sozialisieren nichts auf die Reihe bringen. Wie naiv muß man eigentlich sein, um die rotgrünen Weltverbesserer zu wählen? Na schön, jedes Land bekommt die Regierung, die es verdient, Niedersachsen eben Grünsozialisten und genau wie NRW und Baden Württemberg werden sie sehen, was sie davon haben, z.B. sozialistische Einheits-Schulen, bei denen die Schwächsten das Maß des Lehrplanes sind und die Begabten sehen können, wo sie bleiben...
    Rotgrüne Sieger? Ein rabenschwarzer Tag für Deutschland!

  • Willkommen im Club
    ==============
    Nach Berlin, NRW, Bremen und BW, agiert jetzt auch das rot-grüne Chaos in NS.
    Jetzt werden erst einmal die Steuern und Abgaben erhöht und dann die Firmen enteignet. Aus VW wird dann der VEB-VW.
    Und wie in BW beginnt auch in NS jetzt die Deindustrieallisierung. NS wird ein "Arbeiter und Bauernstaat", und das ist auch gut so!
    Der rot-grüne Morgenthau-Plan nimmt Gestalt an.

  • Man hat es nicht offen ausgesprochen, aber der Wähler weiß, wie man durch Zweitstimmen Mehrheiten verschafft, zuletzt bei der Bundestagswahl, wo die FDP auch wundersam erstarkte und fortan für immanente Unruhe sorgte.

    Aber so eng ist das Bündnis nicht mehr, Mc Allister hat sogar am Abend erwogen, mit der SPD zu sprechen. Hauptsache regieren mit Mehrheitsbeschaffern, da springt man schon mal über seinen Schatten. Die SPD will aber wohl nun das Szepter selbst ergreifen.

    Eigentlich kristallisiert sich wie in USA eine 2-Parteienlandschaft heraus, nah beieinader in einer geteilten Gesellschaft, dort aber anderen Regeln unterworfen.
    Es ist quasi ein fifty-fifty Zustand, führte bei uns dann letztens zu einer großen Koalition. Man will nicht in Gänze den Einen, auch nicht den Anderen, aber beide zusammen könnten sich ja gegenseitig regulieren, sowas wie ein Zwischending.

    Vielleicht ist das wirklich das Beste, weil das Volk ja keine andere Wahl hat.?

    Man achte mal auf die anstehende Wahl in Israel, auch Netanjahu braucht einen Partner und dort bahnt sich eine fürchterliche Konstellation an, ob er zusammen mit dem rechten Politiker Naftali Bennett eine nationalreligiöse Koalition zusammenstellt. Dort sind die Rechtsnationalen auf dem Vormarsch.
    http://www.taz.de/Wahlen-in-Israel/!109192/

    Na da leben wir doch hier etwas "befreiter" , trotz aller Widrigkeiten und diffamierender Anschuldigungen.

    Demokratie ist das, was ein Staat samt seiner Bevölkerung daraus macht, da sind alle Variationen möglich. Letztlich geht es immer um Macht, die man aber braucht. Ob die letztlich gut oder schlecht ist, das bleibt immer offen bis zum nächsten Desaster....
    Ob mehr polit. Bildung der Bevölkerung hier eine wesentliche
    Bevörderung der Entscheidungsfähigkeit bringen könnte, wage ich zu bezweifeln, denn in der Breite scheint das wirkungslos, solange nicht Geschädigte sich in Selbstbetroffenheit aufbäumen, davon sind wir zZt noch entfernt. Bis dahin dümpelt alles weiter vor sich hin.


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