Lkw-Maut in der Diskussion
Streit um Auswirkung auf Verbraucherpreise

Eine mögliche Auswirkung der Lkw-Maut auf die Verbraucherpreise ist zwischen Politik und Wirtschaft umstritten. Die Bundesregierung sieht in der Maut keinen Grund für einen spürbaren Preisauftrieb. Demgegenüber haben Einzehandel und Unternehmen schon Preiserhöhungen angekündigt. Die CDU/CSU warf der Regierung am Dienstag in Berlin vor, sie bagatellisiere die Auswirkungen der Lkw-Maut auf Beschäftigung, Transport- und Produktpreise.

HB BERLIN. „Im Interesse der Verbraucher wäre zu hoffen, dass die Preise durch die Lkw-Maut nicht oder nur geringfügig steigen werden“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Klaus Lippold in einem dpa-Gespräch. Er sei hier aber skeptischer als Bundesregierung und Verbraucherschützer. Die Auswirkungen der Maut auf die Preise im Einzelnen zu analysieren, sei jedoch schwierig.

Unternehmen drohen mit Preiserhöhungen

Nach Auffassung des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen dürfte die Maut auf die Endprodukte nur kaum merkliche Auswirkungen haben. Denn der Anteil der Kosten für den Transport liege bei den meisten Gütern deutlich unter zwei Prozent, teilte der Verband mit. „Es ist eine haltlose Verunsicherung der Verbraucher, wenn die Maut jetzt als Ursache für Preisanhebungen herhalten soll“, sagte Vorstand Edda Müller.

Nach der Post, die Portosteigerungen wegen der Maut angekündigt hatte, hatten auch andere Unternehmen wie der Kosmetikkonzern Beiersdorf und die Holsten-Brauerei höhere Preise in Aussicht gestellt. Wie die Fachvereinigung Behälterglas am Dienstag in Düsseldorf mitteilte, würden auch Glasflaschen und Konservengläser spürbar teurer. Die Transportkosten stiegen durch die Maut um bis zu 15 Prozent. Dies könnten Industrie, Transportgewerbe und Einzelhandel nicht auffangen.

Wichtige Stellen hinter'm Komma

Nach Berechnungen des Bundesverkehrsministeriums bedeutet die geplante Maut von 12,4 Cent pro Kilometer zum Beispiel für den Endpreis eines Kilos Bananen jedoch nur eine Verteuerung von 1,2 Cent. Bei einem Becher Joghurt mache dies 0,4 Cent aus, bei einem 500 Euro teuren Fernseher 16 bis 18 Cent und bei einer 10 000 Euro teuren Einbauküche etwa 12,70 Euro.

Lippold sagte zu den angekündigten Preisanhebungen: „Ich gehe davon aus, dass diese Ankündigungen auf seriösen Kalkulationen beruhen und unterstelle den Unternehmen keine Willkür - sie möchten ja ihre Kunden nicht mutwillig vergraulen oder verärgern.“ Zugleich widersprach er der Darstellung, dass die Transportkosten nur einen geringen Anteil am Produktpreis hätten. So betrage etwa in der Stein- und Erdenindustrie der Transportkostenanteil bis zu 50 Prozent. Und in der Ernährungsindustrie könnten auch die Stellen hinter dem Komma über die Existenz eines Produktes am Markt entscheiden.

Fest stehe jedenfalls: „Die Maut ist eine Zusatzbelastung für die Transportunternehmen, die aus wirtschaftlichen Gründen weitergereicht werden muss bis zum Ende der Kette, also bis zum Verbraucher. Andere Annahmen sind realitätsfremd“, sagte der Unionspolitiker.

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