Lobby-Verein
Christian Wulff ab Freitag wieder Präsident

Neues Amt für Christian Wulff: Der Ex-Bundespräsident will Präsident des Euro-Mediterran-Arabischen Ländervereins (EMA) werden. Mit der Stelle könnte er Geld zusätzlich zum Ehrensold verdienen.
  • 5

HamburgDer frühere Bundespräsident Christian Wulff tritt am Freitag ein neues Amt an. Wulff will sich zum Präsidenten des Euro-Mediterran-Arabischen Ländervereins (EMA) wählen lassen, wie der in Hamburg ansässige Verein mitteilte. Die Lobby-Gruppierung tritt für eine engere Wirtschaftszusammenarbeit mit den Ländern der Mittelmeer- und Nahostregion ein. Sie berät unter anderem Unternehmen, die in der Region tätig werden wollen.

Der EMA ist nach eigenen Angaben politisch, weltanschaulich und konfessionell unabhängig. „Wir verstehen uns dabei auch als Mittler zwischen den Kulturen“, heißt es auf der Webseite des Vereins.

Wulff soll an der Vereinsspitze die bisherige Präsidentin Adelheid Sailer-Schuster ablösen. Sailer-Schuster steht auch an der Spitze der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Hamburg. Ehrenpräsident des EMA ist der jordanische Prinz Hassan.

Die Vorstandsmitglieder des Vereins werden jeweils für drei Jahre gewählt. Sie können „für Tätigkeiten eine angemessene Vergütung beziehungsweise Aufwandsentschädigungen erhalten“, heißt es in der Satzung.

Wulff hatte 2012 unter öffentlichem Druck auf sein Amt verzichtet, nachdem die Staatsanwaltschaft Hannover Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorteilsnahme angekündigt hatte. Im Februar dieses Jahres wurde Wulff freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf Revision.

In seiner Amtszeit als Bundespräsident hatte Wulff mehrfach die Nahostregion besucht. Er setzte sich nachdrücklich für die Integration muslimischer Zuwanderer in Deutschland ein.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Lobby-Verein: Christian Wulff ab Freitag wieder Präsident"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Das was wir erleben und zur Kenntnis nehmen, ist eine reine Machtdemonstration "Oben" gegen "Unten".

    Ich verwies schon einmal auf Dr. Dirk Hoffmann, BerlinHyp, angeklagt vor dem Berliner Kriminalgericht:
    "Ober sticht Unter" und die dortige Staatsanwaltschaft und Richterschaft klatschte Beifall, dass endlich einmal ein Bankvorstand Klartext redete und der Maßstab für die künftigen Urteile gelegt war.

    Wie lange kann dieser Krug noch zum Brunnen gehen?

  • So ist es!

    Ecclestone hat die Staatsanwaltschaft in München 100 mio. USD abgeknöpft. Vorstände der BayernLB, die den Bürger weit größeren Schaden zugefügt haben, kommen mit 5.000 - 20.000 Euro davon. Es ist nicht einmal eine Strafe!

    Dabei muss man anerkennen, dass die Vorstände überhaupt diese Strafe akzeptiert haben. Gewiss haben sie die eigenen Anwaltskosten gegengerechnet.

    Dazu muss man wissen, dass jemand nach dem Strafgesetzbuch nur bei Vorsatz bestraft wird.

    Wer will einem Vorstand, gleich in welchem Unternehmen, unterstellen, dass er tatsächlich alle Arbeit von A bis Z allein gemacht hat. Er wird sich zu irgendeinem Zeitpunkt immer auf einen Dritten und dessen zuverlässiger Arbeit verlassen müssen. Allein aus diesem Grund ist keinem Vorstand Vorsatz nachweisbar.

    Selbst Dr. Nonnenmacher wird in Hamburg noch Geld von der Staatskasse erhalten.

    In der Tat haben die Juristen und speziell unsere "unabhängigen" Richter ein Recht geschaffen, bei dem Zuständigkeit und Verantwortlichkeit nicht in sich vereint sind.

    Im Unternehmen fliegen Vorstände raus. Richter und Staatsanwälte sind aufgrund des "Rechts" nicht in der Lage die Bestrafung von Unrecht durchzusetzen. Es sei denn, die Person, um die es geht, kann nicht auf einen anderen verweisen.

    Typisch war die Meldung über die Verletzung des Steuergeheimnisses im Fall Hoeneß. Ohne Zweifel wurde das Steuergeheimnis gebrochen. Was ist passiert? Die Staatsanwaltschaft hat die Strafanzeige beiseite gelegt.

    Viele denken, dass eine Krähe der anderen kein Auge aushackt. Das stimmt zwar, aber hier ist das formale Recht auf der Seite der Juristen und schützt die Straftäter und schließt den "Beschissenen" erst einmal weg.

    Kann das ein ehrlicher Bürger noch verstehen?
    Entspricht das formale Recht noch dem Geist der Gesetze?

    Das können Sie selbst beantworten wie Sie wollen. Für mich ist es "Beschiss" des kleinen ehrlichen Mannes auf der Straße, Beschiss an ethischen und moralischen Vorstellungen unserer Gesellschaft

  • Will er dort auch die freie Presse bekämpfen, wie in Deutschland?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%