Logistikbranche fordert Verschiebung der Maut-Einführung
Maut startet trotz fehlender Bordrechner

Die Bundesregierung und das Unternehmen Toll Collect rechnen mit dem pünktlichen Start der LKW-Maut – trotz anhaltender Probleme beim Einbau der Bordcomputer in die Lastwagen. „Es gibt keinen Zweifel daran, dass wir am 1. Januar starten“, sagte Toll-Collect-Chef Christoph Bellmer. Ein Sprecher von Verkehrsminister Manfred Stolpe betonte, die Maut werde wie geplant starten, egal wie viele Bordcomputer eingebaut seien.

BERLIN. Nach Angaben von Toll Collect sind bisher erst 113 000 Lastwagen mit den automatischen Erfassungsgeräten für die Maut (OBUs) ausgestattet. Ziel war der Einbau von 500 000 Geräten bis Ende des Jahres. Diese Zahl sei nicht mehr erreichbar, räumte Bellmer ein. Nach seiner Prognose werden beim Start der Maut mindestens 275 000 LKW mit einem Bordcomputer ausgerüstet sein. „275 000 sind wahrscheinlich, maximal 400 000 können wir schaffen“, sagte Bellmer.

In jüngster Zeit haben die Fuhrunternehmen trotz der Appelle ihrer Verbände nur noch wenige neue OBUs bestellt. Der „große Run“ werde erst Mitte Dezember einsetzen, wenn das Maut-System die Betriebserlaubnis erhalten habe und sein pünktlicher Start definitiv klar sei. „Wer dann erst einen Bordcomputer bestellt, kann aber nicht erwarten, dass der bis Anfang Januar eingebaut ist.“

Die Maut für schwere LKW ab zwölf Tonnen sollte ursprünglich bereits im August 2003 starten. Betroffen sind 1,2 bis 1,4 Mill. Fahrzeuge, davon ein Drittel aus dem Ausland. Wegen gravierender technischer Mängel musste Toll Collect den Start zweimal verschieben. Die Regierung erhofft sich durch die Maut jährliche Einnahmen von mehr als zwei Mrd. Euro. Wegen der Startprobleme fordert Stolpe von den Toll-Collect-Eigentümern Daimler-Chrysler, Deutsche Telekom und Cofiroute Schadensersatz und Vertragsstrafen in Höhe von 4,6 Mrd. Euro.

Die Bundesvereinigung Logistik forderte Stolpe auf, den Start der Maut erneut zu verschieben. Nötig seien mindestens 800 000 Bordcomputer, um lange Staus vor den manuellen Zahlautomaten an Autobahntankstellen und Grenzübergängen zu verhindern, sagte Dieter Bock, Vorstandsmitglied des Verbandes. Stolpes Sprecher lehnte dies ab. Die Fuhrunternehmer hätten genug Zeit zum Einbau der Bordcomputer. Wer sie nicht nutze, der müsse eben mit Wartezeiten an den Automaten rechnen.

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