Lohnerhöhungen an Arbeitszeit geknüpft
Metallarbeitgeber bleiben hart

Vor der zweiten Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie hat sich der Ton zwischen Arbeitgebern und IG Metall verschärft. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall beharrte am Mittwoch auf Vereinbarungen über längere Arbeitszeiten als Voraussetzung für Einkommenserhöhungen.

HB BERLIN. „Es wird in dieser Tarifrunde keine Einkommenserhöhungen für die Arbeitnehmer geben, wenn wir nicht zu neuen Vereinbarungen über die Arbeitszeit kommen“, sagte der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, der Zeitung „Die Welt“ vom Mittwoch. „Die Betriebsparteien sollen ohne Zustimmung der Tarifparteien entscheiden können, ob sie bis zu fünf zusätzliche Arbeitsstunden voll, teilweise oder gar nicht ausgleichen.“ Der zweite IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber warf daraufhin den Arbeitgebern vor, sie seien auf Konflikt und nicht auf eine schnelle Einigung aus. Am Donnerstag beginnt mit Verhandlungen in Baden-Württemberg und in Sachsen die zweite Runde der Tarifverhandlungen. Am Freitag folgt Nordrhein-Westfalen.

Kannegiesser sagte, die Unternehmen seien wegen des weltweiten Wettbewerbs zu Kostensenkungen gezwungen. Dazu gehöre auch eine Lohnkostensenkung durch längere Arbeitszeit. In einem Unternehmerbrief zur Tarifrunde 2004 schrieb Kannegiesser an die rund 6000 Mitgliedsunternehmen des Verbandes, sollte die Tarifpolitik in dieser Phase versagen, „dann wird es sie künftig so nicht mehr geben können“. „Insoweit stehen wir an einer Weggabelung.“ Zum Volumen des Abschlusses sagte er der „Welt“: „Der Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie muss deutlich unter 1,4 % liegen.“ Auf diesen Wert veranschlagen die Arbeitgeber den Produktivitätsfortschritt der Branche. Die Gewerkschaft fordert dagegen vier Prozent höhere Gehälter für die rund 3,4 Mill. Beschäftigten der Metall- und Elektrobranche.

Die IG Metall hatte vergangenen Monat zwar ihre Bereitschaft zu weiteren Flexibilisierungen der Wochenarbeitszeit bekundet, ist jedoch nicht zu einer Ausweitung des Arbeitszeitvolumens ohne Lohnausgleich bereit. Huber erklärte nun: „Wer Fragen der Arbeitszeitverlängerung in diese Tarifrunde trägt, der will offensichtlich keine konstruktive Lösung.“ Den Arbeitgebern gehe es nicht um Flexibilität, sondern um Mehrarbeit ohne Bezahlung. Dies sei unanständig und würde zum Verlust von Arbeitsplätzen führen. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie sei erfreulich groß, was sich an der Spitzenstellung bei den Exporten zeige.

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