Lohnverhandlungen
Steinbrück fordert indirekt zu moderaten Tarifabschlüssen auf

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück gab den Tarifparteien indirekt zu verstehen, sie mögen sich auf moderate Abschlüsse bei den kommenden Verhandlungen einigen.

HB BERLIN. „Die bisherigen Lohnforderungen der Gewerkschaften in der Vergangenheit waren sehr moderat“, sagte Steinbrück am Donnerstagabend im ZDF. Er habe den Eindruck, dass Arbeitgeber und Gewerkschaften sich in den letzten Jahren so aufgestellt hätten, dass sie damit bei der Lösung der Probleme in Deutschland geholfen hätten. „Und das erwarte ich auch in Zukunft“, sagte Steinbrück weiter. Er betonte, er wolle sich aber in die Autonomie der Tarifpartner nicht einmischen.

Die IG Metall in Baden-Württemberg hatte zuvor angekündigt, mit einer Forderung nach 4,5 bis fünf Prozent höheren Einkommen in die Tarifrunde 2006 zu gehen. Bezirkschef Jörg Hofmann begründete die Empfehlung mit guten Erträgen in der Metall- und Elektroindustrie. Die Arbeitgeber wiesen die Forderung als überzogen zurück. In der Tarifrunde 2004 hatte die Gewerkschaft vier Prozent mehr Lohn und Gehalt für die rund 3,5 Mill. Beschäftigten in der Branche gefordert. Der in Pforzheim mit den Arbeitgebern vereinbarte Abschluss sah Einkommenserhöhungen in zwei Schritten um 2,2 Prozent ab März 2004 und 2,7 Prozent ab März 2005 vor.

Führende Mitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) hatten davor gewarnt, dass die nächsten Lohnverhandlungen zu hohen Abschlüssen führen könnten, weil den Arbeitnehmern allmählich die Geduld über den Kaufkraftverlust durch die hohen Öl- und Benzinpreise reißt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%