Loveparade-Katastrophe: Duisburger OB bleibt im Amt – Abwahl gescheitert

Loveparade-Katastrophe
Duisburger OB bleibt im Amt – Abwahl gescheitert

Duisburgs CDU-Oberbürgermeister Adolf Sauerland bleibt im Amt. Sieben Wochen nach der Loveparade- Katastrophe mit 21 Toten und rund 500 Verletzten scheiterte ein von drei Fraktionen getragener Abwahlantrag am Montag im Duisburger Rat.
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HB DüSSELDORF. Der nach der Love-Parade-Katastrophe massiv in die Kritik geratene Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland kann im Amt bleiben. In einer Ratssitzung am Montag kam die für seine Abwahl notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit nicht zustande.

Von den insgesamt 74 Stadtverordneten stimmten lediglich 41 für die Einleitung eines Abwahlverfahrens. Fünf Ratsmitglieder entzogen sich durch Abwesenheit der Abstimmung. SPD, FDP und Linke, die zusammen über 39 Stimmen verfügen, hatten den Antrag auf Abwahl gestellt.

Am 24. Juli waren auf der Love-Parade in der Ruhrgebiets-Stadt bei einer Massenpanik 21 Menschen ums Leben gekommen und über 500 verletzt worden. Sauerland steht seitdem massiv unter Druck. Der CDU-Politiker soll sich über Sicherheitsbedenken hinweggesetzt haben. Er schloss in den vergangenen Wochen wiederholt einen sofortigen Rücktritt aus, obgleich zahlreiche Politiker aus Bund und Land wie auch Bundespräsident Christian Wulff ihm nahelegten, mit seinem Rücktritt die politische Verantwortung zu übernehmen.

Neben Sauerland werden aber auch dem Veranstalter und der Polizei Fehler vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Wann die Ermittlungen abgeschlossen sein werden, ist noch nicht absehbar.

Kommentare zu " Loveparade-Katastrophe: Duisburger OB bleibt im Amt – Abwahl gescheitert"

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  • Um auch einmal einen Kommentar für Herrn Sauerland hier zu platzieren: Was derzeit von den Medien inszeniert wird, ist eine einzige Hatz gegen "einen" Verantwortlichen. Er wäre genauso gebasht worden, wenn er die Veranstaltung abgesagt hätte. Alle Politiker wollten diese Schwachsinnsveranstaltung. Er konnte gar nicht absagen.
    Zudem frage ich mich: Wie sieht es mit der Selbstverantwortung der besucher aus? Sie hätten schon von weitem erkennen können, dass die Veranstaltung überfüllt war und haben trotzdem die Absperrungen der Polizei mit feuchtfröhlicher Genugtuung passiert. Diese Verantwortung wird überhaupt nicht diskutiert. Stattdessen müssen wieder Köpfe rollen.

  • Wie wäre es, wenn Herr Sauerland sich mal kundig macht über das Thema "POLiTiSCHE VERANTWORTUNG ÜbERNEHMEN". bis zur Klärung hätte er zumindest vom Dienst suspendiert werden müssen!
    Das ist Machtverhalten im Stile der CDU. Schande!!!

  • Das Hr. Sauerland weiterhin Ob bleibt, läßt sich einzig und alleine durch den vorherrschenden Filz in der Duisburger Stadtverwaltung erklären. Dieses geistige u. moralische Armutszeugnis der Stadtverwaltung ist ein Schlag ins Gesicht der Opfer u. Hinterbliebenden! Diese Entscheidung pervertiert jeglichen Ansatz von Moral u. Gerechtigkeit,denn letzten Endes ist Hr. Sauerland nichts anderes als ein (MASSEN-)MÖRDER und verdient die entspr. Repressalien!

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