Lucke-Partei Alfa: Der letzte Strohhalm

Lucke-Partei Alfa
Der letzte Strohhalm

Die Bernd-Lucke-Partei Alfa leidet unter ihrem geringen Bekanntheitsgrad. Die „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ will daher mit anderen Parteien fusionieren. Doch das ist ein schwieriges Unterfangen.

BerlinGerade erst hat die Alfa-Partei ihren bisherigen Vorsitzenden Bernd Lucke zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl gekürt und auch die personellen Weichen im Bundesvorstand neu gestellt, da könnten die Karten schon wieder komplett neu gemischt werden.

Der Grund: Die nach der Spaltung von der AfD gegründete Partei „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ (Alfa) will mit anderen Parteien fusionieren, um ihre Chancen bei den kommenden  Landtagswahlen und der Bundestagswahl 2017 zu erhöhen, die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen. Entsprechende Informationen des Handelsblatts bestätigte die Alfa-Bundesvorsitzende Ulrike Trebesius. „Wir führen im Moment Gespräche mit unterschiedlichen Parteien, möchten aber um Verständnis bitten, dass es sich hierbei um vertrauliche Gespräche handelt und wir uns deshalb zum jetzigen Zeitpunkt nicht dazu äußern möchten“, sagte sie.

Aus dem Handelsblatt vorliegenden E-Mails zwischen Alfa und möglichen Fusionspartnern geht hervor, dass Gespräche etwa mit der erst jüngst gegründeten Partei „Demokratische Bürger Deutschland“ (DBD) des Dortmunder Polizisten Ralf Piekenbrock geführt wurden. Neben Trebesius waren ihre Stellvertreter Ulrich van Suntum und Bernd Kölmel, der neue Generalsekretär Jürgen Joost sowie Parteigründer und Spitzenkandidat Bernd Lucke eingebunden.

Laut den E-Mails lotet Alfa eine mögliche Verschmelzung auch mit der Familienpartei, der FDP-Abspaltung „Neue Liberale“ und der „Deutschen Zentrumspartei“ aus. „Ziel ist die zumindest grobe Verständigung auf eine gemeinsame Wahlplattform, über einen möglichen gemeinsamen Namen, die gemeinsame Wahlkampfstrategie sowie das weitere operative Vorgehen. Um die rein juristischen Fragen kümmert sich bei uns bereits eine getrennte Arbeitsgruppe von Fachleuten“, schreibt Alfa-Vize van Suntum in einer der E-Mails. In einer weiteren Mail zeigte sich van Suntum zuversichtlich, dass die Pläne für eine Verschmelzung auf gutem Wege sind. „Der Zug rollt“, schrieb er.

Hinter den Fusionsüberlegungen dürfte die Einsicht der Alfa-Spitze stehen, dass es der Partei alleine womöglich nicht gelingen wird, ihr Nischendasein hinter sich zu lassen. Eine Verschmelzung mit anderen Parteien könnte gewissermaßen der letzte Strohhalm für Alfa sein, um den endgültigen Niedergang abzuwenden.

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