Lucke unter Beschuss
AfD kommt nicht zur Ruhe

Der Parteitag der Alternative für Deutschland hat den Streit ihres Spitzenpersonals nicht beendet. Immer mehr prominente AfD-Politiker beklagen die Angriffe von Parteichef Bernd Lucke auf seine Vorstandskollegen.
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BerlinDie Europaabgeordnete der Alternative für Deutschland (AfD), Beatrix von Storch, hat sich mit deutlichen Worten in den neuen parteiinternen Führungsstreit eingeschaltet. Nachdem Kritik an der Einschätzung von Parteichef Bernd Lucke laut wurde, wonach der bisherige Parteivorstand „stümperhaft“ gearbeitet habe, mahnte von Storch Lucke zu Zurückhaltung.

„Differenzen abbauen und Vertrauen erneuern, statt Gräben aufzureißen, das sollte jetzt der Weg sein, um das gemeinsame Ziel zu erreichen: Eine neue politische Kraft aus der bürgerlichen Mitte in der bürgerlichen Mitte zu etablieren“, sagte von Storch dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Dafür habe die AfD alle Voraussetzungen. „Es ist nach dieser Rede nun umso wichtiger, dass Bernd Lucke auf die verschiedenen Flügel der Partei zugeht und zeigt, dass er auch einigend wirken kann.“

Lucke hatte beim AfD-Bundesparteitag in Bremen sein Plädoyer für einen Vorsitzenden an der Spitze der Partei unter anderem damit gerechtfertigt, dass im AfD-Bundesvorstand in den vergangenen zwei Jahren „stümperhaft“ gearbeitet worden. Es habe keine mittelfristige politische Planung und keine durchdachte Strategie gegeben. „Wir dürfen so nicht weitermachen“, hatte der 52-Jährige gefordert.

Von Storch sagte dazu: „Die persönliche Rede von Herrn Lucke und insbesondere seine Angriffe auf die Vorstandskollegen waren sehr unglücklich.“ Es habe ja einen Kompromissvorschlag gegeben, „so dass er auf die Rede klugerweise ganz verzichtet hätte“.

Kritik an Lucke kam auch von Ko-Parteichefin Frauke Petry und Brandenburgs AfD-Vorsitzendem Alexander Gauland. Lucke habe mit seiner Rede auf dem Bremer Parteitag viele Mitglieder und Vorstandsmitglieder „vor den Kopf gestoßen“, sagte Petry im ZDF-„Morgenmagazin“. Gauland bezeichnete Luckes Aussage schlichtweg als „Schwachsinn“.

Der bisherige Vorstand habe „sehr gut zusammengearbeitet“, sagte Petry. „Von stümperhaft kann überhaupt keine Rede sein.“ Gauland sagte der „Rhein-Neckar-Zeitung“, Luckes Äußerungen seien „völlig falsch“ sowie „unsinnig und unkollegial“.

Kommentare zu " Lucke unter Beschuss: AfD kommt nicht zur Ruhe"

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  • Das wird sich auch wieder beruhigen! Die AfD hat sich auf dem Parteitag nicht zerlegt. Diese Gefahr bestand durchaus im Vorfeld und ist jetzt gebannt. Mit der Zeit wird sich auch der Rest wieder beruhigen weil im Endeffekt alle Akteure wissen, was für ein Potenzial die AfD hat und das man dies nie so gefährden darf, das alles zusammenbricht!

  • Wenn Menzel keine AfD braucht, sein gutes Recht, soll er weiter mit den Naiven und Luschen der CDUSPDGrüne sympathisieren, das Land braucht eine konservativ-bürgerliche Partei aber dringender denn je, man schaue sich doch nur mal a, was der EUR hier und im Rest Europas so alles verbockt hat, wie organisiertes Verbrechen und auch gemeine Kriminalität immer weiter wachsen. Und auch sonst wachsen die Probleme in anderen Bereichen deutlich schneller als Lösungen geboten werden, die dann auch noch größtenteils sozialistischen Charakter haben, also nichts besser machen, sondern im günstigsten Falle das Problem weiter schieben, so es dann mit noch größerer Wucht zurück kommt. Deutschland braucht dringend frisches Blut im Politikbetrieb. Der EUR ist übrigens gescheitert, die lebensverlängernden Massnahmen (teuer ohne Ende dazu), ändern nichts an dieser Feststellung.

  • Lucke hat recht, wenn er sich von den rechten Hardlinern seiner Partei distanziert, denn die vereinigten L-Medien warten doch nur auf jeden rechten Kommentar, um diese Partei zu diffamieren.Die AfD kann das beste Parteiprogramm präsentieren, wenn aber irgendein Knallkopf in der Partei sich zu der traurigen Realität in Deutschland äußert, ist das ein gefundenes Fressen für die L-Presse und ihre einfältigen Leser.

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