Luftangriff in Afghanistan Bundesanwaltschaft soll gegen Oberst ermitteln

In Afghanistan könnte ein bewaffneter Konflikt im Sinne des Völkerstrafgesetzbuchs vorliegen. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden gibt darum das Ermittlungsverfahren gegen einen deutschen Oberst wegen des verheerenden Luftangriffs bei Kabul an die Bundesanwaltschaft ab.
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Der ausgebrannte Tanklastzug in Kundus nach der Bombadierung am 4. September. Quelle: ap

Der ausgebrannte Tanklastzug in Kundus nach der Bombadierung am 4. September.

(Foto: ap)

HB DRESDEN. Das teilte die Behörde am Freitag mit. Der Bericht der Isaf-Untersuchungskommission habe bestätigt, dass die Zuständigkeit der Bundesanwaltschaft eröffnet sein könnte. Die Dresdner Ermittler schließen nicht aus, dass sich in Afghanistan derzeit ein bewaffneter Konflikt im Sinne des Völkerstrafgesetzbuches ereignet. Mit diesem könnte der Luftangriff vom 4. September in Zusammenhang stehen. Wenn es sich tatsächlich um einen solchen bewaffneten Konflikt handele, würde dies, so die sächsische Anklagebehörde, nicht nur zur Anwendung des Völkerstrafgesetzbuches führen, sondern auch zu den Regeln des humanitären Völkerrechts. Dann könnten völkerrechtskonforme Militäreinsätz innerhalb des Mandats der Vereinten Nationen grundsätzlich gerechtfertigt sein.

Bei dem Angriff waren laut Nato-Bericht zwischen 17 und 142 Menschen getötet oder verletzt worden. Der Luftangriff der US-Armee war von dem Kommandanten des deutschen Bundeswehrkontingents in Kundus, Oberst Georg Klein, ausgelöst worden.

Aufständische hatten die beiden Tanklastzüge an einem vorgetäuschten Kontrollpunkt ungefähr sieben Kilometer südwestlich des Bundeswehr-Stützpunktes gekapert. Daraufhin war das Bombardement befohlen worden. Am Nachmittag will sich Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg zum Isaf-Untersuchungsbericht zu dem Vorfall äußern.

Einer Untersuchung der afghanischen Regierung zufolge kamen neben 69 Taliban auch 30 Zivilisten ums Leben, die Benzin aus den Tanks zapften. Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan nannte den Angriff vergangene Woche dennoch militärisch angemessen.

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4 Kommentare zu "Luftangriff in Afghanistan: Bundesanwaltschaft soll gegen Oberst ermitteln"

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  • Euer Hochwohlgeboren, Graf Lobenstein, wie können Sie von 8 Taliban reden, wenn bei dem Angriff aufgrund offensichtlich nachgeprüfter Angaben 36 getötet sein sollen. Es waren nach den berichten deutlich mehr Taliban als Zivilisten, die beim Angriff ums Leben kamen.
    Darf jetzt in einem Forum jeder der sich einen militärisch klingenden Nickname gibt die Wahrheit nach seinem Gusto verbiegen?
    Als Nickname bäckerb schreibe ich auch nicht über brezelbacken.

  • @Jens Muche:
    Zustimmung in allen Punkten!!
    Für DiESEN Nick gebührt dem "Grafen" aber wenigstens ein halber Pluspunkt für Phantasie... (:
    (Für 10.000 Pluspunkte gibt"s "ne Kaffeemaschine...)(:

  • @ Eurich Graf Lobenstein (1)

    „...das auch bei den militärisch professionellen Taliban aus höchstens 8 Mann bestanden haben kann;..“

    Woher beziehen Sie diese „Erkenntnis“?

    „.......man darf annehmen, dass keine combattierenden Taliban mehr an den LKW waren.“

    Seit wann tragen die Uniformen und gehören zu Kampfverbänden welchen Landes?

    „Wo ein bodengefecht stattfindet, zapfen keine Zivilisten benzin.“

    in Europa nicht, hier geht man zur Tankstelle. Dort ist die Versorgungslage z.b. Strom betreffend eine Katastrophe und so werden die Menschen dort jede Möglichkeit nutzen, sich mit Treibstoff für ihre Aggregate zu versorgen, bzw. den Treibstoff an die zu verkaufen, die eines besitzen.

    „Selbst wenn die bombardierten Sympathisanten der Taliban gewesen wären, sie waren trotzdem Zivilisten.“

    Genau das ist das Problem, das eine kämpfende Truppe in jedem Krieg hat, sie kann Partisanen (hier Taliban) nicht von Zivilisten unterscheiden.

    „Der Oberst gehört längst in U Haft,.....“

    Und Sie dorthin, damit Sie den Truppenführern vor Ort genau erklären können, wer Taliban ist und wer nicht. Ferner wird man dort großen Wert darauf legen von ihnen in jeder Aufklärungs- und Kampfsituation richtig und politisch korrekt beraten zu werden.

  • Man muss die Sache auch mal rein militärisch; zwei Tanklastzüge werden von einem Kommando gekapert, das auch bei den militärisch professionellen Taliban aus höchstens 8 Mann bestanden haben kann; auf der Flucht mit ihrer beute blieben die Tanklastzüge im Flussbett stecken; man darf annehmen, dass keine combattierenden Taliban mehr an den LKW waren.
    Der Oberst hat den Luftangriff durch unwahre Angaben erschlichen; er hat behauptet, er stünde mit den Entführern im Gefecht. Wo ein bodengefecht stattfindet, zapfen keine Zivilisten benzin. Dieses falsche bild hat der Oberst vorgespiegelt; er hat also überhaupt keine Taliban, sondern nur Zivilisten bombardieren lassen.
    Selbst wenn die bombardierten Sympathisanten der Taliban gewesen wären, sie waren trotzdem Zivilisten.Die Argumente von Jung und Schneiderjan, die den Oberst Georg Klein stützen sollen, beweisen; die bundeswehr mordet aus Feigheit. Das Leben eines Afghanen zählt nicht, das Risiko für die Unversehrtheit eines bundeswehrsoldaten wiegt 130 tote Afghnanen auf.
    Der Oberst gehört längst in U Haft, gegen Jung und Schneiderjan sind Verfahren wegen billigung von Straftaten erforderlich.

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