Luftfahrtkonzern
Bayern lässt EADS-Zentrale ziehen

EADS hat freie Bahn zur Konzentration der Zentrale in Toulouse. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) gibt seinen Widerstand gegen die Verlagerung auf.
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DüsseldorfDie bayerische Staatsregierung sperrt sich nicht länger gegen die Pläne des Luftfahrtkonzerns EADS, Teile der Konzernzentrale von Ottobrunn bei München ins französische Toulouse zu verlagern. „Natürlich wollen wir das Headquarter in Ottobrunn und dass möglichst viel von EADS in Bayern ist und bleibt“, sagte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) dem Handelsblatt. „Aber Tom Enders muss EADS auch ein Stück weit so gestalten können, wie es nötig ist, um das Unternehmen erfolgreich zu führen.“

Der designierte EADS-Chef Enders will künftig wesentliche Führungspositionen in Toulouse zusammenführen. Dagegen hatte sich Seehofer bislang gewehrt und das Problem zur „Chefsache“ erklärt. Nun pocht er verstärkt auf Investitionen in Bayern und nicht mehr auf die Führungspositionen.

„Wenn EADS hier in Bayern und in Ottobrunn investiert und damit zusätzliche Arbeitsplätze verbunden sind, dann ist das etwas, was mir Freude macht“, sagte Seehofer. „Entscheidend sind Investitionen von EADS in Arbeitsplätze und in Forschung und Entwicklung in Bayern. Forschung und Entwicklung sind Zukunft. Mir geht es um das Grundbekenntnis zu Bayern als wichtigem Standort.“ Nach Informationen des Handelsblatts hat Enders eine entsprechende Zusage gemacht.

Dr. Daniel Delhaes
Daniel Delhaes
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Luftfahrtkonzern: Bayern lässt EADS-Zentrale ziehen"

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  • Es war ein Deutscher, der das Ende der Hoechst AG eingeläutet hat, Sanofi-Aventis ist heute ein rein franz. Unternehmen (der damalige franz. Innenminister Sarkozy hat das geschickt eingefädelt) und es ist ein Deutscher, der das Ende einer eigenen deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie einläutet. Sicher wir Deutschland auch weiterhin an der Airbus-Entwicklung beteiligt sein, sei es als Finanzierer, Entwickler oder Zulieferer der weniger technisch anspruchsvollen Bauteile, aber der Wind wird noch viel stärker aus Frankreich wehen, als das ohnehin schon der Fall . Entscheidungen werden dort gefällt werden und wie sagen die franz. "Freunde" so schön, "wir bauen das Cockpit und die Deutschen die Toiletten". Ich stimme dem oben gesagten voll und ganz zu, wer solche Politiker und Manager hervorbringt, der braucht keine Feinde mehr. Das erledigen wir schon für die. Armes Deutschland, aber wir Wähler sind selbst schuld, wenn wir Verräter in verantwortungsvolle Ämter hieven!

  • "Dahoam ist Dahoam",Forschung und Flugzeugbau,Bayerische Berge,schwieriger als mann denkt,eine neuer "Alpe Adria"Skandal will Seehofer auch nicht.

  • eine deutsche Wirtschaftspolitik, die auch deutsche Interessen vertritt, wird es weder unter einer schwachbrüstigen FDP, noch einer Kanzlerin geben, die auf Schmusekurs mit Frankreich ist. Bei EADS geht es um Zukunftstechnologien - wer hier Positionen räumt ist ein Vollidiot; sorry, auch wenn ich hier gegen nettikette verstoße

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