Luftverkehr
Kritik an Passagierselektion nach Risikogruppen

Der Verband der Flughafenbetreiber schlägt für die Sicherheitskontrolle eine Einteilung der Passagiere nach Risikogruppe vor. Die Politik und Datenschützer reagieren empört und warnen vor Stigmatisierung. Ohnehin sei der Vorschlag kaum umsetzbar.
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HB BERLIN. Die Kritiker melden sich zu Wort. Der Vorschlag zur Einteilung von Flugpassagieren in Risikogruppen ist bei Politikern und Datenschützern auf Kritik gestoßen. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) warnte in der "Süddeutschen Zeitung" vor Stigmatisierungen von Passagieren, wenn man sie planmäßig nach Herkunft oder Heimat einteile. der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar erklärte, eine Einteilung in unterschiedliche Risikogruppen habe immer einen diskriminierenden und entwürdigenden Effekt für die Betroffenen. Bei Israel könne er diese Sicherheitsmaßnahme wegen der besonderen Gefährdung verstehen. Sie sei aber kein Modell für andere Flughäfen. "Das wäre das Ende des freien Reiseverkehrs."

Der designierte Präsident des Deutschen Flughafenverbandes, Christoph Blume, hatte in der "Rheinischen Post" erklärt, bei dem bereits in Israel eingesetzten "Profiling" würden Reisende je nach Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft und anderen Kriterien unterschiedlich scharf kontrolliert. "Auf diese Weise können die Kontrollsysteme zum Wohle aller Beteiligten effektiver eingesetzt werden." Außerdem werde dadurch die Möglichkeit geschaffen, ein Ausufern der Sicherheitskontrollen an den deutschen Flughäfen zu verhindern.

Der Sicherheitsberater und frühere Sicherheitschef des Frankfurter Flughafens, Volker Zintel, schließt die Machbarkeit von Kontrollen nach israelischem Vorbild für deutsche Flughäfen aus. Er begründete dies im Hessischen Rundfunk mit den großen Unterschieden bei den Passagierzahlen: "Der Flughafen Tel Aviv ist nun mal nicht mit London, Paris oder Frankfurt vergleichbar. Eine Übertragbarkeit des israelischen Modells auf europäische Flughäfen ist schlichtweg unmöglich."

Allerdings habe der internationale Fluggesellschaftsverband IATA einen Vorschlag gemacht, der sich weiterzuverfolgen lohne. Anstatt Passagiere mittels Kategorien in verschiedene Risikogruppen einzuteilen, versuche der Ansatz der IATA, die ungefährlichen Passagiere auszusortieren. "Es gibt eine Vielzahl von Reisenden, wo wir wirklich ohne großen Aufwand sagen könnten, die können wir guten Gewissens als ungefährlich einstufen." Darunter fielen beispielsweise "Vielflieger oder Menschen, die häufig über ein bestimmtes Reisebüro buchen. Bei einem geschätzten Anteil von 25 Prozent an der Gesamtheit der Passagiere hätten wir rund ein Viertel weniger Aufkommen für die Standardkontrollen."

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  • typ. deutsche politik, wg. diskriminierungsängsten
    den falschen gegenüber, werden auch die besten
    vorschläge abgelehnt. daß sich deutsche, die ihr lebtag auch die z.t. mehr als faule brut finanziert haben, und jetzt ihren ruhestand genießen wollen, diskriminiert fühlen können, wenn sie am flughafen
    genauso wie potentielle attentäter behandelt werden,
    das spielt nicht die geringste rolle. wichtig sind in diesem land nur fremdl. haupts. muslim. stütze-
    empfänger, die in erster linie auch als attentäter
    infrage kommen können. solche parteien kann zum. ich
    als bish. stammwähler der dem. aller parteien nicht
    mehr wählen. meine stimme gehört jetzt herrn sarrazin. dieses land schafft sich wirklich immer
    weiter ab.

  • bei den Stellungnahmen siegt wieder die politische Korrektheit und die Angst, von den muslimischen Verbänden angegriffen zu werden.

    Armes Deutschland

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