Luftverschmutzung
Erneut Feinstaub-Alarm in Stuttgart

Es ist der vierte Feinstaubalarm seit Jahresbeginn in der Hauptstadt Baden-Württembergs. Bisher setzt die Stadt auf Freiwilligkeit. Wird die Luft dadurch nicht besser, könnte es laut Stadt von 2018 an Fahrverbote geben.

Stuttgart Auch in der neuen Woche gilt der Appell an Autofahrer in Stuttgart: Wegen Feinstaubalarms bitte auf Bus und Bahn umsteigen. Ziel ist es nach Angaben der Stadt, die hohe Belastung mit den gesundheitsschädlichen Partikeln zu senken. Kamine, die nicht zum Heizen benötigt werden, sollten schon am Sonntagabend aus bleiben. Zur Begründung verwies die Stadt auf die Wettervorhersage. Es ist der vierte Feinstaubalarm seit Jahresbeginn - der bundesweit erste Alarm dieser Art war Mitte Januar. Fahrverbote gibt es bisher nicht. Es handelt sich um eine Empfehlung, keine Pflicht.

Die Frischluft-Zufuhr in Stuttgart ist wegen der Kessellage eingeschränkt, ausbleibender Regen begünstigt die Konzentration des Feinstaubs. In der Heimatstadt von Daimler und Porsche ist das Auto als Fortbewegungsmittel zudem traditionell hoch im Kurs.

Erst in der Nacht von Freitag auf Samstag war der dritte Feinstaubalarm zu Ende gegangen, der das Problem nicht hatte entschärfen können. So waren am Freitag am Neckartor, einer Hauptverkehrsachse in der Stadt, 82 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft gemessen worden, wie das Landesamt für Umwelt, Messungen und Naturschutz mitteilte. Der EU-weite Grenzwert liegt bei 50. Am Samstag sank der Wert nach vorläufigen Zahlen leicht unter den Grenzwert. Die Wetterprognosen lassen aber einen weiteren Anstieg vermuten.

In Ballungsgebieten ist die Quelle der in der Luft schwebenden Teilchen vor allem der Straßenverkehr. Sie sind nicht sichtbar und gesundheitsgefährdend.

Stuttgart muss die Feinstaubbelastung senken. Wenn die EU-Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof klagt, droht Zwangsgeld in sechsstelliger Höhe für jeden Überschreitungstag. Gelingt mit Freiwilligkeit keine deutliche Reduzierung der Werte, könnte es laut Stadt von 2018 an Fahrverbote geben.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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