Luxemburgs Ministerpräsident
Juncker wirft Steinbrück indirekt „spätpubertärer Phase“ vor

Im Steuerstreit mit Bundesfinanzminister Peer Steinbrück greift der luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker zu immer heftigeren Worten. Am Donnerstag kritisierte er Steinbrücks Angriffe auf das Bankgeheimnis in seinem Land indirekt als "spätpubertär".

HB BRÜSSEL. "Ich habe schon öfters den Beweis angetreten, dass ich der spätpubertären Phase definitiv entwichen bin", sagte Juncker am Donnerstag in Brüssel auf die Frage, ob er von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück eine Entschuldigung für seine Äußerungen vom Wochenende erwarte.

Steinbrück hatte sich auf dem G-20-Treffen in London triumphierend über das Einlenken Luxemburgs, der Schweiz und Österreich im Streit über Steuerhinterziehung geäußert. In einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen verglich der Bundesfinanzminister die Drohung mit einer Schwarzen Liste für unkooperative Staaten mit der "siebten Kavallerie vor Yuma". "Die muss man nicht unbedingt ausreiten. Die Indianer müssen nur wissen, dass es sie gibt", sagte Steinbrück.

Juncker sagte dazu: "Ich wäre dankbar, wenn Deutschland nicht so täte, als ob Luxemburg und Österreich unter dem deutsch-französischen Zangengriff zusammengebrochen wären."

Auch der österreichische Finanzminister und Vizekanzler Josef Pröll kritisierte den Ton der Debatte. "Ich erwarte keinen Druck, sondern ich erwarte eine faire Diskussion unter EU-Partnern." Mit ihrer Ankündigung, die OECD-Standards zur Zusammenarbeit in Steuerfragen zu übernehmen, hätten Österreich, Luxemburg und die Schweiz "ein Zeichen des Entgegenkommens gesetzt".

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