Maschmeyers Vorstoß entzückt SPD und Grüne

Luxussteuer-Idee
Maschmeyers Vorstoß entzückt SPD und Grüne

Der Unternehmer Maschmeyer befeuert mit einem eigentümlichen Vorstoß die Debatte um eine Reichensteuer. Sein Vorschlag, eine Extra-Abgabe für Luxusgüter zu erheben, kommt in der Politik gut an. Ein Ökonom ist skeptisch.
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BerlinDie Forderung des Unternehmers Carsten Maschmeyer nach einer Luxussteuer als Aufschlag auf die Mehrwertsteuer beim Kauf von Luxusartikeln wie Yachten oder Kaviar stößt bei SPD und Grünen auf ein positives Echo. „In der Sache ist das richtig, von der politischen Zielrichtung erst recht, und es gibt wohl auch solche Modelle in Skandinavien“, sagte der Vorsitzende der SPD in Schleswig-Holstein, Ralf Stegner, Handelsblatt Online. Der Koordinator der Linken im SPD-Bundesvorstand sagte allerdings auch: „Schwierig könnte aber dabei die gewünschte Harmonisierung der europäischen Umsatzsteuerregelungen werden.“

Auch der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion begrüßte den Vorstoß Maschmeyers. „Richtig ist, dass es Korrekturen im Steuersystem braucht, um der wachsenden Ungleichverteilung entgegenzuwirken“, sagte Schick Handelsblatt Online. „Die Äußerungen von Herrn Maschmeyer zeigen, dass das auch bei vermögenden Menschen Zustimmung findet.“

Die Grünen strebten dazu aber vor allem eine einmalige Abgabe auf große Privatvermögen an. „Außerdem soll die Privilegierung von Kapitalerträgen im Rahmen der Abgeltungsteuer abgeschafft und der Spitzensteuersatz erhöht werden“, sagte Schick.

Maschmeyer hatte im Interview mit dem Handelsblatt erklärt: „Auf Luxusgüter sollte man eine hohe Sondersteuer einführen, denn das wäre eine faire Umverteilung und träfe die Richtigen.“

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Früherer CDU-Regierungschef wagte schon ähnlichen Vorstoß

Kommentare zu "Maschmeyers Vorstoß entzückt SPD und Grüne"

Alle Kommentare
  • "Die Grünen strebten dazu aber vor allem eine einmalige Abgabe auf große Privatvermögen an."
    Es zeigt sich wieder einmal, dass die Grünen nichts anderes als Kommunisten im Tarnkleid des Naturschutzes sind! Einfach mal die Vergangenheit der Grünen-Spitzenpolitiker googeln!

  • Der Vorschlag ist interessant. Auch gut?

    Eine Yacht kann man ja auch im Ausland kaufen.

    Wie wäre es zB mit einer einheitlichen Mehrwertsteuer, einer Luxus-Steuer auf reine Zweitwohnsitze (ohne berufl. Anlass), auf villenartige Anwesen mit Wohnflächen über 200 qm pro Bewohner, eine (erhöhte) Abgabe für Pferdehalter, Abschaffung des "Dienstmädchen-Privilegs" etc....

    Auch ist die Einkommensteuer im Grunde ok, die Ausnahmeregelungen sollten angegangen werden..... Auch sollten Zuschläge für Nacht- und Sonntagsarbeit besteuert werden....

    Es gibt viel zu tun....

  • Da hat Herr Maschmeyer völlig Recht. Das sage ich schon sehr lagne
    Wer sich einen Porsche oder eine Rolex-Uhr kaufen kann, der kann darauf eine Luxussteuer zahlen

  • Die Reichen, die ihr Geld für Luxusgüter ausgeben, sind doch nicht das Problem. Sie sorgen dafür, dass Geld in der Volkswirtschaft zirkuliert, wovon wiederum andere leben und Abgaben zahlen können. Dagegen hat Geld, welches ausschließlich in Finanzmärkten zirkuliert, einen geringen volkswirtschaftlichen Vorteil, mal von Erstemissionen abgesehen, Spekulationen wirken auf eine faire Wirtschaftsentwicklung eher negativ. Das wirft doch den Gedanken auf, das Geld höher zu besteuern, welches die Reichen nicht ausgeben, und damit offenbar auch nicht brauchen.

  • ja genau. Wir sorgen dafür, dass all der überflüssige böse Luxus, den Millionen deutsche Arbeitnehmer bei Porsche, Daimler, BMW, Volkswagen und in den Norddeutschen Werften produzieren (aber auch große Flachbildschirme, Fernreisen, Smartphones, Hotelübernachtungen und Schuhe ab 100 Euro), so teuer wird, dass ihn viele nicht mehr kaufen können und wollen. Von den dabei eingenommenen Luxussteuern können wir dann das Millionenheer neuer Arbeitsloser finanzieren, das durch die erhebliche Verteuerung der Luxusgüter und dem damit verbundenen Absatzeinbruch entstanden ist. Was Luxus ist, das legt dann künftig eine Parteikommission fest. Am Rande: gibt es da nicht noch eine Diskussion, das Umsatzsssteuerrecht zu vereinfachen? Das Einführen eines zusätzlichen MWST-Satzes auf "Luxusgüter" ist doch das genaue Gegenteil einer Vereinfachung. Aber das ist ja zu weit gedacht.

  • > welches ausschließlich in Finanzmärkten zirkuliert,
    > einen geringen volkswirtschaftlichen Vorteil, mal von
    > Erstemissionen abgesehen,

    Es gibt nur beides zusammen. Zirkulierendes Geld und Neuemissionen. Denn Eine Neuemission zeichnen die meisten Menschen nur dann wenn das entsprechende Papier einfach zurück in Geld verwandelt werden kann.

    Ohne die Möglichkeit Aktien/Schuldverschreibungen jederzeit verkaufen zu können, müsste jeder potentielle Aktionär eine langfristige (Jahrzehnte) Geldplanung machen. Er müsste außerdem hohe Risikoaufschläge berücksichtigen, da er Fehlinvestitionen nicht mehr los wird.

    In der Summe würde daher deutlich weniger Geld für die Realwirtschaft zur Verfügung stehen.

    Börse lässt sich nicht in Gut und Böse einteilen.

  • "...Maschmeyers Vorstoß entzückt SPD und Grüne----"
    Wie blöde können Politiker nur sein.....?
    Mr M. ist es bei seinem Vermögen vollkommen wurst, ob der Löffel Kaviar 100€ oder mit der "Luxussteuer 200€ kosten würde.
    Helfen würde nur eine Einkommensteuer, die jeder ohne Hintertürchen und Vergünstigungen (Kleinverdiener sind ehe davon ausgeschlossen) bezahlen muss. 45% sind dann auch 45%!!!
    Bei dieser Gelegenheit, möchte ich noch anmerken, warum Lottogewinne immer noch nicht versteuert werden? Grundsätzlich sollte jeder Gewinn versteuert werden. Eine Vermögenssteuer halte ich ebenfalls für suspekt, da sparsame bestraft werden und Verschwender vom Staat noch Unterstützung erhalten. Guten Tag.

  • Interessant ist, dass durch die Bank weg alle Parteien von Steuererhöhungen träumen. Und das sich nicht eine einzige Partei Gedanken darum macht, das eigentliche Problem anzugehen. Nämlich das die Ausgaben höher sind als die Einnahmen.

    Was in der Politik passiert, kann man am besten mit dem alten sozialistischem Motte "Jeder nach seinen Fähigkeiten, jeder nach seinen Bedürfnissen" bezeichnen. Dieses Motto klingt gut, jedenfalls beim ersten Hören. Beim Denken fällt aber auf, dass es in einem solchem Fähige mit Steuern/Mehrarbeit dafür bestraft werden, weil sie fähig sind, dass Bedürftige mit immer mehr Geld dafür belohnt werden bedürftig (genauer: unfähig) zu sein. Das dasdurch immer mehr Fähige zu Bedürftigen werden und irgendwann nur noch Bedürftige existieren und keine Fähigkeiten mehr. Und das dann alle gemeinsam verhungern.

    Die sozialistische Politik ist die Fortsetzung des Feudalismus mit anderen Mitteln.

  • Selten so einen Quatsch gelesen. Bei Maschmeyer muss man aber auf alles gefasst sein. Der sollte sich mal verantworten müssen für die Verluste die er mit seiner Organsation bei vielen Menschen angerichtet hat. Dann brauchte er sich um eine Luxussteuer nicht mehr zu sorgen.
    Sollten wir uns nicht lieber einmal daran machen die vielen Sonderposten und unnötigen, weil unproduktiven, Subventionen zu streichen? Außerdem sollte dafür gesorgt werden dass die Reichen auch wirklich ihre Steuern zahlen.
    In Frankreich wurde eínmal eine Steuer auf die Größe der Fensterflächen erhoben. Da hatten die auf einmal alle kleine Fenster, natürlich nur in der Außenmauer.
    Wo fängt denn Luxus an? Braucht jemand ein Auto das schneller fahren kann als 130 km/h? Schon beim Umsatzsteuerrecht gibt es den größten Blödsinn mit 7% und 19%. Wollen wir das noch ausbauen?

  • Nein nein, es ist möglich beides gleichzeitig zu machen.

    Zynismus: Die Vereinfachung ist: Der jetzige einfache Steuersatz von 7% wird aufgegeben. Auf Lebensmitteln ist dann 19% drauf. Außerdem wird die Luxussteuer in Form eines erhöhten Mehrwertsteuersatzes von 29% ausfallen. Um das System einfach zu halten, wird als Luxusgut alles bezeichnet, was nicht dem vereinfachten Steuersatz hat...

    Realistisch: Ein deutscher Arbeitnehmer muss heute 5 Stunden arbeiten um 1 Stunde seiner eigenen Arbeitsleistung kaufen zu können. 4 Stunden arbeitet er für Umverteilung.

    Im dunklen Mittelalter lag der Steuersatz für freie Bürger bei weniger als 10%. Nur Leibeigene müssen 80% ihrer Zeit für andere arbeiten.

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