Machtkampf im Willy-Brandt-Haus
SPD-Zorn entlädt sich an Heil

Die Mahnungen von Parteichef Kurt Beck zu mehr Geschlossenheit auf dem Zukunftskongress der SPD wirkten nicht einmal drei Tage. In der Parteizentrale hagelte es am Dienstag harsche Kritik gegen Hubertus Heil und dessen geplante Wahlkampfstrategie, die der SPD-Generalsekretär wohl nicht unbeschadet überstehen wird.

BERLIN. Im Willy-Brandt-Haus gebe es einen Aufstand der Mitarbeiter gegen Heil, weil dieser einen Großteil des Wahlkampfes nach außen verlagern will. Damit schwäche er die Zentrale, hieß es im rechten wie im linken Lager. Ob Heil Wahlkampf könne, müsse sich erst noch zeigen.

Bisher war der Generalsekretär erstaunlich unbeschadet aus den Führungsquerelen an der SPD-Spitze hervor gegangen. Damit ist es nun offenbar vorbei. „Er muss bei seinem Wahlkampfkonzept zurück rudern“, forderten Vertreter des linken Flügels, aber auch aus dem Steinmeier-Lager.

Heil hatte am Montag angekündigt, dass die Wahlkampfzentrale für die 2009 anstehenden Wahlen im Williy-Brandt-Haus unter der Leitung von ihm selbst und Bundesgeschäftsführer Martin Gorholt stehen solle. Darüber hinaus solle es einen externen Wahlkampf-Koordinator geben, den der noch zu bestimmende Kanzlerkandidat ernennen solle.

Heil stützte sich dabei auf einen Beschluss des obersten Führungsgremiums, des Präsidiums um Kurt Beck. „In dem Beschluss ging es nur darum, dass der Generalsekretär eine Rolle im Wahlkampf spielen solle, aber nicht, dass er gleich alles an sich reißt“, hieß es bei den Linken: Er habe den Beschluss „überinterpretiert“.

Bei den Netzwerkern, die sich als pragmatische Mitte sehen und zu denen auch Heil zählt, wurde dagegen Heils Auftritt als „völlig normal“ gewertet: Es gebe den Beschluss, auch für den externen Koordinator, und die Wahlkampf-Aufstellung müsse nun mal jetzt beginnen.

Andere in der Partei wiederum lokalisierten das Zentrum des Widerstands gegen Heil im Umfeld des Pressesprechers Lars Kühn: Ihm sei die Medienarbeit durch den externen Berater entzogen, hieß es. Kühn solle im Wahlkampf „praktisch entmachtet“ werden, weil man ihm anlaste, am desaströsen SPD-Bild in der Öffentlichkeit schuld zu sein.

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