Machtkampf in der Parteispitze: Henkel will Lucke als alleinigen AfD-Chef

Machtkampf in der Parteispitze
Henkel will Lucke als alleinigen AfD-Chef

Der Konflikt um die Parteiführung und die Diskussion um AfD-Chef Bernd Lucke spitzen sich weiter zu. Nun bekommt der AfD-Chef Unterstützung von Hans-Olaf Henkel. Der Machtkampf um die Parteispitze ist in vollem Gange.
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BerlinAfD-Vorstandsvize Hans-Olaf Henkel setzt sich im parteiinternen Streit dafür ein, dass Bernd Lucke künftig alleiniger Parteichef wird. Die bisherigen Co-Chefs Frauke Petry und Konrad Adam würden nach einer entsprechenden Satzungsänderung ihre heutigen Posten verlieren.

Henkel sieht dies als Ursache für den AfD-internen Zwist. „Ausgelöst wurde der Ärger von den beiden Mit-Sprechern, die um ihren Einfluss bangen“, sagte Henkel dem „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe). Petry und Adam könnten ja gegen Lucke antreten: „Im April, sollte der Satzungsparteitag jetzt dem Vorschlag für das Ein-Sprecher-Modell folgen, können sich natürlich alle drei Sprecher um dieses Amt bewerben“, sagte er.

Henkel wies den Eindruck zurück, dass die AfD seit den Wahlerfolgen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen nach rechts gerückt sei. Er wolle um ein liberales Programm kämpfen, sagte er. „Als junge Partei sind wir noch im Meinungsbildungsprozess, und ich setze mich dabei sehr für eine weltoffene Ausrichtung ein“, sagte er.

Auf vielen Parteiveranstaltungen habe er damit Erfolg. „Wenn ich über das Freihandelsabkommen TTIP rede oder den Ukraine-Konflikt, stoße ich zu Beginn meiner Rede oft auf Skepsis, bekomme aber anschließend dann viel Applaus. Es geht auch innerparteilich um Aufklärung“, sagte der ehemalige BDI-Präsident.

 

Donata Riedel ist Handelsblatt-Korrespondentin in Berlin.
Donata Riedel
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Machtkampf in der Parteispitze: Henkel will Lucke als alleinigen AfD-Chef"

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  • Etwas merkwüdig verhält sich Henkel schon. Herr Henkel hat sich vor noch gar nicht langer Zeit als Sarrazin-Fan geoutet, dessen Bücher vorgestellt und im einer Maischberger- Talkrunde zusammen mit Sarrazin dessen Thesen zum Islam vobehaltlos, wie er sich ausdrückte, für richtig und gut befunden.

    Wenn jetzt Pegida das formuliert, was Sarrazin vorgedacht hat und Henkel nun "Weltoffenheit" vermißt, müsste er eigentlich diesen seinen Meinungswechsel begründen.

    Weltoffenheit gegenüber Salafisten und pol. Islamisten kann er wohl kaum gemeint haben

  • Henkel und Lucke sollten nicht so oft auf die CDSU schielen und vor allem dürfen sie sich nicht von den MSM leiten lassen.

    Zu denen muß man nicht lieb sein. Was heißt schon "Rechtsruck"? Die Partei muß authentisch sein und bleiben, sonst ist sie unnötig.

    Wie hieß es im HB-online einmal, "Wir sind rechts, Na und?"

  • Ich weiß nicht, warum diese Diskussion im der AfD zu etwas unglaublich bemerkenswertem stilisiert wird. Jede neue Partei muß erst herausfinden, wie sie sich organisiert.

    Verglichen mit den extrem langen, heftigen Machtkämpfen bei den GRÜNEN ist die Diskussion bei der AfD ein Wir-haben-uns-lieb-Happening.

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