Machtoptionen
Die Links-Mitte-Rechts-Grünen

Dass die Grünen mit ihrer Urwahl-Entscheidung in die Mitte gerückt sind, hat eine Debatte über Schwarz-Grün als Machtoption ausgelöst. Viele wollen das nicht. Doch vor dem Bundesparteitag bleibt das Thema auf dem Tisch.
  • 11

BerlinWer sind die Grünen und was wollen sie? Und mit wem wollen sie ihre Inhalte in Regierungsverantwortung umsetzen? Um diese Fragen ist nach der Urwahl-Entscheidung der Grünen für Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt als Spitzenkandidaten eine heftige Debatte entbrannt. Pünktlich zum Bundesparteitag, der heute in Hannover beginnt.

Politische Beobachter, aber auch die politische Konkurrenz von der CDU sehen vor allem mit Göring-Eckardt die Chance, wieder ernsthaft über schwarz-grüne Bündnisse nachzudenken. Dagegen machen die Parteilinken allerdings massiv Front. „Es ist eine krasse Fehlinterpretation, aus der Urwahl den Schluss zu ziehen, dass die Reformer oder Konservativen auf dem Vormarsch sind“, sagte der grüne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele auf „tagesschau.de“. „Trittins Wahlergebnis zeigt im Gegenteil, dass der linke Flügel gestärkt ist.“ Er sehe keine Neuausrichtung zum Konservativen hin und schon gar nicht hin zur CDU.

Dass dennoch über schwarz-grüne Bündnisse auf Bundesebene debattiert wird, sieht Ströbele gelassen. Denn für ihn ist eine solche Koalition „ganz und gar nicht“ wahrscheinlicher geworden. „Alle grünen Spitzenpolitiker - auch Göring-Eckardt - machen deutlich, dass sie eine Koalition mit der SPD anstreben und eine Koalition mit der Union für nicht realistisch halten und nicht wollen.“

Göring-Eckardt hat heute diese Position sogar noch einmal bekräftigt und in der „Welt“ mit Blick auf eine mögliche Koalition mit CDU/CSU nach der Bundestagswahl erklärt: „Unsere Positionen sind in zentralen Politikfeldern unvereinbar - offene Gesellschaft, Familien- und Frauenpolitik, Energiewende, um nur einiges zu nennen.“

Allerdings würde es nach dem aktuellen ZDF-"Politbarometer" für die Grünen nicht zur Wunschkoalition mit der SPD reichen, wohl aber für ein Bündnis mit der Union. Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen die Grünen unverändert auf 13 Prozent. Die Union wäre mit 39 Prozent weiterhin stärkste Kraft. Die SPD legte einen Punkt zu und kommt auf 30 Prozent. Die FDP bliebe bei vier Prozent, die Linke bei sechs Prozent und die Piraten bei vier Prozent. Mehrheitsfähig wären damit neben einer großen Koalition nur eine schwarz-grüne Koalition oder ein Bündnis aus SPD, Grünen und Linkspartei.

Kommentare zu " Machtoptionen: Die Links-Mitte-Rechts-Grünen"

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  • Ulrich62
    ach übrigens, Sie solle mal das Buch lesen vom Forsa-Chef Güllner
    "Die Grünen sind eine Gefahr für die demokratie"
    Wollen Sie sich nun auch über Güllner beschweren?

  • @menschenunwuerdig

    Erst wollte ich Ihnen etwas Grobes schreiben,bin dann
    eher nachdenklich geworden.
    Also ich würde Ihnen raten,einen Blick in die Schweiz
    zu werfen.Nicht unbedingt ein sozialistisches Land,okay?
    Seit Jahrzehnten ein Einwanderungsland,der Anteil der
    Ausländer eher höher als bei uns.
    Die erste "Überfremdungsinitiative",so hieß es damals,
    gab es bereits 1970, ich war dort,habe gearbeitet.
    War also Ausländer,in der Schweiz! Betroffener!
    Wie üblich über eine Volksabstimmung entschieden,die
    Bürger haben das Ansinnen einiger rechter Nationalisten,
    (die nannten sich so,ist nicht von mir!)abgelehnt.
    Mit großer Mehrheit.Bis heute hat es mehrere Initiativen
    gegeben,alle endeten mit dem gleichen Ergebnis.Abgelehnt!!
    Sie haben auch ihre Probleme,lösen sie aber offensichtlich
    besser,vielleicht weil sie ideologiefreier sind oder
    schlicht klüger als wir Deutschen.
    Was Sie über die Grünen schreiben,ist mir eigentlich egal.

  • Kah7 schrieb:

    “Deutschland verschwindet jeden Tag immer mehr, und das finde ich einfach großartig.”
    Jürgen Trittin

    _______________________________________________________

    Wenn ich die Kommentar hier lese, kann es mir nicht schnell genug gehen!

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