Magazinbericht beruft sich auf Dossier der Birthler-Behörde
Neue Stasi-Vorwürfe gegen Stolpe

Presseberichten zufolge gibt es neue Hinweise auf eine Stasitätigkeit von Manfred Stolpe. Der Verkehrsminister erklärte dagegen, er sei von niemandem angeworben worden.

HB BERLIN. Neue Dokumente belegen nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Spiegel», dass Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) im Februar 1970 als Inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR verpflichtet worden ist. Dies gehe aus einem von der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, vorgelegten 1 200 Blatt starken Dossier hervor, so das Magazin.

Stolpe wies die Vorwürfe zurück. Er sei «von niemandem angeworben worden» und habe sich auch «zu nichts verpflichtet», sagte er am Samstagabend in der ARD-«Tagesschau». Auch habe er «niemals Geld bekommen», betonte er. Dies stehe «außerhalb jeder Diskussion». Der CDU-Bundestagsabgeordnete Günter Nooke betonte dagegen, die Akten belegten eindeutig die Stasi-Mitarbeit Stolpes. Erwiesen sei demnach auch, dass er Zuwendungen erhalten habe.

Der «Spiegel» bezieht sich in seinem Bericht auf einen «Rapport über das Ergebnis der Verpflichtungsbewegung» aus den 70er Jahren. Darin heißt es demnach, dass der «Sekretär des Bundes der Evangelischen Kirche in der DDR» als IM «Sekretär» geworben worden sei. Stolpe hatte damals dieses Leitungsamt inne. Stolpe hat stets bestritten, für die Stasi gearbeitet zu haben.

Wie das Magazin weiter berichtet, ist in der vergangenen Woche ein früherer Stolpe-Mitarbeiter aus der Potsdamer Staatskanzlei wegen Stasi-Verdachts «vorsorglich beurlaubt» worden. Auf ihn sei man durch die erst seit kurzem verfügbaren Rosenholz-Dateien aufmerksam geworden. Er habe seine Stasi-Mitarbeit mittlerweile eingeräumt.

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