Mai-Demos
Weniger Krawalle in Hamburg und Berlin

In den letzten Jahren war es bei den "Revolutionären 1. Mai-Demos" stets zu schweren Ausschreitungen in Berlin und Hamburg gekommen. Auch für dieses Jahr hatte die Polizei Gewalt befürchtet. Es blieb ruhiger als gedacht.
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Hamburg, BerlinDie befürchteten schweren Ausschreitungen rund um den 1. Mai in Hamburg sind ausgeblieben. Nach einer Demonstration für den Erhalt des Autonomentreffs „Rote Flora“ in der Nacht zum Sonntag kam es auch bei einer „Revolutionären 1. Mai-Demo“ am Sonntagabend lediglich zu einzelnen Rangeleien zwischen den Protestlern und der Polizei.

Polizeisprecher Mirko Streiber sprach auf dapd-Anfrage von einer „insgesamt eher ruhigen Situation“. Es habe keinerlei schwere Ausschreitungen gegeben. Am Samstag sei es schlimmer gewesen.

In einer vorläufigen Wochenendbilanz zählte die Polizei bis zum späten Sonntagabend mindestens 14 verletzte Polizisten. Mehr als 50 Demonstranten wurden vorläufig festgenommen, weitere 70 kamen in Gewahrsam. Dem Aufruf zur „Revolutionären 1. Mai-Demo“ der linken Szene am Sonntagabend waren etwa 2.100 Personen gefolgt.

Sie hatten sich zu Beginn am Altonaer Bahnhof versammelt und zogen von dort in Richtung Schlump, wo eine Abschlusskundgebung stattfand. Vorne weg zog ein sogenannter schwarzer Block aus Mitgliedern der linksautonomen Szene. Die Polizei stoppte den Zug unterwegs mehrmals. Ein Grund seien umherfliegende Böller gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Ferner hätten sich einige Teilnehmer nicht an das Vermummungsverbot gehalten.

Gegen 21.30 Uhr beendete der Versammlungsleiter die Versammlung vorzeitig. Zuvor und danach kam es laut Polizei zu Rangeleien mit den Demonstranten. Immer wieder warnten die Einsatzkräfte die Angreifer vor weiteren Attacken und setzten schließlich gegen 23.00 Uhr Wasserwerfer ein. Damit wollte die Polizei eine etwa 150-köpfige Gruppe daran hindern, ins Schanzenviertel zu gelangen. Darüber hinaus sei es weitgehend friedlich geblieben, sagte Streiber weiter. Die Beamten waren mit mehr als 2.000 Einsatzkräften vor Ort.

Noch bis Montagmorgen 5.00 Uhr hat die Polizei ein so genanntes Gefahrengebiet eingerichtet. In diesem Gebiet können die Beamten Platzverweise erteilen und ohne konkreten Verdacht Personen kontrollieren. In der Vergangenheit war es rund um den 1. Mai wiederholt zu Ausschreitungen in Hamburg gekommen. 2010 wurden am Tag der Arbeit und in der Nacht davor 32 Polizisten verletzt und mindestens 78 Randalierer festgenommen.

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